
Ein Messdiener, der neun Jahre lang in einer bayerischen Kirche diente, wurde vom Pfarrer als „Nazi“ beschimpft und von seiner Position entlassen, nachdem der Junge ein Foto mit dem Politiker der Alternative für Deutschland (AfD) Maximilian Krah gemacht hatte.
Die Familie sagt, sie sei schockiert über das Verhalten des bayerischen Pfarrers.
Die Kirche im Landkreis Regen steht nun wegen ihres Verhaltens in diesem Fall unter Beschuss. Die Eltern haben sogar einen offenen Brief geschrieben, ihr Junge sei sehr politisch interessiert und habe im Wahlkampf verschiedene Veranstaltungen besucht. Bei einer AfD-Veranstaltung machte er ein Foto mit Krah und postete es auf seinem WhatsApp-Kanal.
Dies soll den Pfarrer verärgert haben, der den Jungen zu einem Treffen rief, wo er ihn angeblich als „Nazi“ bezeichnete
„Wenn du wie ein Nazi denkst, wie ein Nazi redest und wie ein Nazi handelst, bist du dann kein Nazi? Er fügte hinzu, dass der Junge als Christ die Positionen der AfD nicht unterstützen könne.
Krah von der AfD hat bereits auf den Vorfall reagiert und schrieb auf X: „Die deutsche Kirchensteuer-Kirche ist schon lange post-christlich, oft sogar antichristlich. Das lernt der Junge jetzt auf die harte Tour. Ich hoffe, dass sein Glaube dadurch noch stärker wird. Ich werde versuchen, mit ihm Kontakt aufzunehmen.“
Daraufhin entließ der Priester den Jungen aus seinem Dienst, obwohl er fast zehn Jahre lang gedient hatte und sehr religiös war. Er hatte sogar erwogen, selbst Priester zu werden.
„Seit Ende Januar ist die Welt unseres Sohnes und die unserer Familie aus den Fugen geraten“, schreibt die Passauer Neue Presse, die den Vorfall publik gemacht hat, und zitiert die Familie in einem Brief, den sie geschrieben hat.
Die Diözese Passau hat den Vorfall bestätigt. Die Diözese erklärte, die Kirche von Passau stehe „für eine freiheitliche, demokratische Grundordnung“. Dennoch wolle die Diözese „mit Menschen, die mit problematischen politischen Positionen sympathisieren, im Gespräch bleiben.“
Nach Angaben der Diözese wurde dem Jungen „mehrfach angeboten, in den Kreis der Ministranten zurückzukehren“. Die Familie habe dieses Angebot jedoch noch nicht angenommen, so das Bistum.
Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche in Deutschland stehen auf Kriegsfuß mit der AfD und haben sogar Priester, die mit der Partei sympathisieren, entlassen. Diese Kirchen verlieren jedes Jahr Hunderttausende von Mitgliedern, da die Deutschen immer unzufriedener mit der christlichen Kirche im Land werden.