28.10.2026 / Die wichtigsten Meldungen des Tages, die täglichen „Nachrichten AUF1“, präsentiert von Isabelle Janotka
Hamburg: “Deutsch-Afghane” sticht auf Ladendetektiv ein und droht ihn umzubringen

Gestern Abend kam es im Stadtteil Langenhorn zu einem versuchten Tötungsdelikt zum Nachteil eines 38-jährigen Mannes. Einsatzkräfte nahmen heute Mittag einen 48-jährigen Tatverdächtigen vorläufig fest.
Den bisherigen Erkenntnissen zufolge begab sich der 38-Jährige nach Feierabend auf den Vorplatz der ansässigen Geschäftsgebäude und wurde dort unvermittelt von einem 48-Jährigen mit einem Messer angegriffen. Im Verlauf der Auseinandersetzung drohte der Angreifer dem 38-Jährigen, ihn zu töten, und verletzte ihn unter anderem am Kopf mit dem Messer.
Nachdem Passanten auf die Situation aufmerksam wurden und zur Hilfe eilten, ließ der Täter von dem Geschädigten ab und flüchtete in Richtung des U-Bahnhofes.
Eine Rettungswagenbesatzung transportierte den Verletzten in ein Krankenhaus. Lebensgefahr besteht nicht.
Umgehend eingeleitete Fahndungsmaßnahmen mit mehreren Funkstreifenwagenbesatzungen führten zunächst nicht zur Festnahme des Angreifers.
Die ersten Ermittlungen wurden durch den Kriminaldauerdienst (LKA 26) geführt und noch am Abend von der Mordkommission (LKA 41) in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Hamburg übernommen.
Nach Erkenntnissen der Beamtinnen und Beamten war der Tatverdächtige dem 38-Jährigen aus seiner beruflichen Tätigkeit als Ladendetektiv flüchtig bekannt.
Der 48-jährige Deutsch-Afghane wurde heute Mittag im Stadtteil Langenhorn vorläufig festgenommen und soll nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen dem Untersuchungsgefängnis zugeführt werden. Morgen wird er sich vor einem Haftrichter verantworten müssen. Die Ermittlungen dauern an.
Reutlingen: Türkischer Taxifahrer nötigt zwei weibliche, 16-jährige Fahrgäste sexuell
Polizeibeamte haben am Montag (26.10.2026) einen 30 Jahre alten Mann festgenommen, der im Verdacht steht, im September 2026 zwei 16 Jahre alte Jugendliche sexuell belästigt zu haben. Die beiden Mädchen waren am 12. September 2026 Fahrgäste in einem Taxi. Der 30-jährige Fahrer des Taxis soll während der Fahrt die Hand eines der Mädchen auf seinen Genitalbereich gelegt haben und sie unsittlich berührt haben, obwohl sie ihren entgegenstehenden Willen äußerte. Am Ende der Fahrt soll der Mann auch das andere 16-jährige Mädchen gegen ihren Willen geküsst haben. Ermittlungen führten auf die Spur der 30-Jährigen, gegen den ein Haftbefehl erlassen wurde. Polizeibeamte nahmen den Tatverdächtigen mit türkischer Staatsangehörigkeit an seiner Wohnanschrift in Reutlingen fest. Er wurde am Dienstag (27.10.2026) einem Haftrichter vorgeführt, der den Haftbefehl in Vollzug setzte.
Polizeibekannter randalierender Marokkaner geht in Bozen auf Polizeibeamte los
Ein Mann wirft Müllbehälter um, dann eskaliert die Situation: Als die Ordnungskräfte am Montagnachmittag in der Trienter Straße in Bozen eintreffen, geht ein 29-jähriger Marokkaner auf sie los. Die Beamten setzen Pfefferspray ein, um ihn unter Kontrolle zu bringen. Einer von ihnen wird bei der Auseinandersetzung verletzt.
Der Mann, ein Asylant aus Marokko und bereits polizeibekannt, wurde festgenommen. Ihm werden Widerstand gegen die Staatsgewalt und die Verletzung eines Amtsträgers vorgeworfen. Der verletzte Beamte muss laut ärztlicher Einschätzung fünf Tage lang behandelt werden.
Auch im Stadtviertel Don Bosco hatten die Ordnungskräfte am Montagabend alle Hände voll zu tun. Bei einer Streife entdeckten sie zwei Männer in den Innenhöfen einer Wohnanlage. Als die beiden die Beamten bemerken, ergriffen sie die Flucht. Einer wurde eingeholt und kontrolliert. In seiner Tasche fanden die Ordnungshüter einen Winkelschleifer, zwei große Schraubenzieher, eine Bolzenschere und Arbeitshandschuhe.
Der 27-Jährige ist italienischer Staatsbürger und bereits polizeilich bekannt. Er wurde angezeigt, weil er Gegenstände bei sich hatte, die als Waffen eingesetzt werden könnten.
Bei weiteren Kontrollen wurde ein 30-jähriger Somalier auf dem Verdi-Platz in Bozen mit einem Messer erwischt. Auch er wurde angezeigt. Zwei 20-jährige Marokkaner mussten sich wegen des Diebstahls von Kleidungsstücken aus einem Geschäft verantworten.
Dazu kamen drei weitere Anzeigen: Zwei Ausländer und ein Italiener hatten sich nicht an ein Aufenthaltsverbot für die Gemeinde Bozen gehalten.
Die Bilanz des Tages: Die Beamten des Polizeipräsidiums Bozen kontrollierten insgesamt 93 Personen und 19 Fahrzeuge.
„Land der dreckigen Weißen. Wir werden uns im Namen Allahs an diesem Land der Rassisten rächen! Wir werden diesen schmutzigen Weißen die Kehlen durchschneiden.“ Ein Mann wurde wegen der Verherrlichung des Terrorismus in Paris festgenommen

Er wusste nicht, dass er von einem lokalen BAC-Polizisten gehört wurde, der in dem Geschäft war und sein Mittagessen kaufte. Laut einem Bericht von Europe 1 wurde am Dienstag ein Mann verhaftet, weil er den Terrorismus verherrlicht und Morddrohungen aus Gründen der Rasse, der ethnischen Zugehörigkeit, der Nationalität oder der Religion ausgesprochen hatte.
Der Vorfall ereignete sich gegen 1 Uhr in der Intermarché in der Rue de Charenton in Paris (12. Arrondissement). Der Polizist, der mit der örtlichen Anti-Kriminalitäts-Einheit (BAC) im Dienst war, wurde von einer Person alarmiert, die sich an den Sicherheitsbeamten wandte und rief: “Wir werden uns an diesem Land der Rassisten im Namen Allahs rächen!” Er fuhr fort: “Land der schmutzigen Weißen, wir werden das nicht weitergehen lassen, wir werden sie alle töten.”
Laut einer Quelle in der Nähe der Ermittlungen hörte ein Polizeibeamter auch den Verdächtigen mit den Worten: “Wir werden den dreckigen Weissen die Kehle durchschneiden.” Der Beamte, der von Kollegen unterstützt wurde, die als Verstärkung eingetroffen waren, überprüfte die Identität des Verdächtigen und verhaftete ihn dann, als er den Laden verließ.
Als er vom Kriminalbeamten befragt wurde, gab er zu, ein Problem mit Israel und Frankreich zu haben, und erklärte: “Sie sind Komplizen und ein Land der Faschisten.” Er wurde auf der zwölften Polizeistation des Arrondissements in Gewahrsam genommen. Eine Untersuchung wurde eingeleitet.
Wien: Syrer sticht unvermittelt auf Jogger ein
Ein 37-jähriger Mann wurde gestern Nachmittag im Bereich Hasnerstraße durch einen ihm unbekannten Mann mit einem Messer attackiert. Das Opfer war kurz zuvor joggen und hielt für eine kurze Pause an, als er von dem Unbekannten verletzt wurde. Der 37-Jährige wehrte sich und schrie lautstark um Hilfe. Als Passanten auf die beiden Männer aufmerksam wurden, lief der Tatverdächtige Richtung U-Bahn-Station U3 Ottakring davon.
Der verletzte Mann wurde durch den Rettungsdienst versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Vor Ort konnten ein Küchenmesser mit mehrfach abgebrochener Klinge aufgefunden und sichergestellt werden.
Aufgrund einer genauen Personsbeschreibung sowie Lichtbildern des gesuchten Mannes von einer Videoüberwachung eines nahegelegenen Gebäudes gelang es den Polizisten der Polizeiinspektionen Wattgasse und Brunnengasse den Tatverdächtigen auf offener Straße anzuhalten. Der 29-Jährige (StA.: Syrien) wurde vorläufig festgenommen. Das Landeskriminalamt Wien, Ermittlungsbereich Leib/Leben hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Im Zuge der Einvernahme zeigte sich der Mann geständig.
Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde der Mann in eine Justizanstalt gebracht.
Demoaufruf: SPD verhilft SED-Linke zur Macht
Wiener „Auszeit-WG“ – linke Kuschelpädagogik gescheitert; 13-jähriger syrischer Intensivtäter führt den Rechtsstaat am Gängelband

In Wien zeigt sich eindrucksvoll, dass linke Kuschelpädagogik einfach nicht funktioniert. Konkret geht es um die umstrittene sogenannte „Auszeit-WG“, in der strafunmündige Intensivtäter für einen Zeitraum von maximal zwölf Wochen in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht werden können, um sie dort zu therapieren. Seitens des Betreibers heißt es – natürlich in politisch-korrekter Gendersprache –, die „Kund:innen“ würden im Verlauf der Betreuung unter anderem „durch positive soziale Kontakte eine Erweiterung ihres ursprünglich Oft sehr kleinen sozialen Netzes“ erleben und „ihr Verhaltensrepertoire erweitern und destruktives Verhalten ersetzen“.
Ein laut Medienberichten 13-jähriger Syrer, der zigfach wegen Raubüberfällen vorgemerkt ist, scheint von diesem Sozialarbeitergeschwurbel wenig beeindruckt zu sein. Denn er gab am Nationalfeiertag gegenüber den Betreuern an, Schmerzen zu haben, worauf er von der Rettung ins Donauspital gebracht wurde – und von dort verschwand und untertauchte.
Die Wiener Freiheitlichen, die der Auszeit WG von Anfang an ablehnend gegenüberstanden, sehen sich in ihrer Kritik bestätigt. „Mittlerweile führen schon straffällige Kinder unseren Rechtsstaat am Gängelband“, so Parteichef Dominik Nepp, für den der Fall auch eine Bankrotterklärung für die Sicherheitspolitik der rot-pinken Stadtregierung ist.
„NEOS-Desaster-Stadträtin Emmerling hat ihre Auszeit-WG als große Antwort auf die ausufernde Jugendkriminalität verkauft. Statt wirksamer Konsequenzen gibt es teure pädagogische Experimente, während die grundlegenden rechtlichen Probleme ungelöst bleiben. Bürgermeister Ludwig sieht diesem Versagen dabei tatenlos zu“, kritisierte Nepp, der die FPÖ-Forderungen nach Senkung der Strafmündigkeit auf zwölf Jahre und konsequenter Remigration bekräftigte.
Geheime Wahl, offener Zwang: Beweispflicht für CDU-Abgeordnete bei AfD-Wahl

Foto: European People’s Party / Wikimedia Commons / CC BY 2.0
In der CDU-Fraktion Sachsen-Anhalts soll der geschäftsführende Ministerpräsident und Fraktionschef Sven Schulze seinen Abgeordneten eine eidesstattliche Erklärung vorgelegt haben, mit der sie bestätigen sollten, weder Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten noch Hans-Thomas Tillschneider zum Vizepräsidenten gewählt und keine belastbaren Absprachen mit AfD-Vertretern getroffen zu haben. Bei nachgewiesenem Gegenteil hätten sie unverzüglich ihr Mandat zur Verfügung stellen müssen. Schulze bestreitet den Vorgang entschieden.
Druck nach der geheimen Wahl
Nach Berichten von NIUS, die sich auf Teilnehmer der Fraktionssitzung am 13. Oktober berufen, habe Schulze das Papier bereits selbst unterschrieben, ebenso Teile seines Lagers. Ein Kritiker habe gewarnt, man liefere sich damit der AfD aus, weil bloße Behauptungen von Absprachen ausreichen würden. Daraufhin sei die Erklärung zurückgezogen und zerrissen worden.
Mehrere CDU-Abgeordnete bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass eine solche Versicherung vorgelegt werden sollte. Schulze sagte gegenüber NIUS : „Nein. Das stimmt nicht.“ Gegenüber der Welt erklärte er zudem, die Erklärung stamme weder von ihm noch aus dem Fraktionsvorstand. Der CDU-Politiker Alexander Räuscher forderte für den Fall der Richtigkeit Schulzes Rücktritt als Fraktionsvorsitzender und Ministerpräsident.
Freies Mandat gegen Brandmauer
Die Abstimmung am 6. Oktober war geheim. Rausch erhielt 48 Stimmen – mehr, als AfD und BSW zusammen hatten –, Tillschneider ebenfalls Stimmen außerhalb der eigenen Fraktion. Die CDU hatte zuvor Enthaltung empfohlen. Der Vorgang fällt in eine Fraktion, die nach der Landtagswahl vom 6. September ohnehin gespalten ist: Die AfD holte 43,8 Prozent und 39 der 83 Sitze, die CDU stürzte auf 17,2 Prozent und 15 Mandate ab.
Für die für Mitte Dezember geplante Wahl Ulrich Siegmunds zum Ministerpräsidenten fehlen der AfD im ersten Wahlgang drei Stimmen zur absoluten Mehrheit. Die CDU will den Plenarsaal geschlossen verlassen; der frühere Fraktionschef Guido Heuer kündigte an, nicht mitzuziehen. AfD-Politiker wie Dr. Jan Bollinger (MdL Rheinland-Pfalz) sehen in dem Versuch, geheime Stimmen nachträglich offenzulegen und mit Mandatsverlust zu belegen, einen Angriff auf das freie Mandat – und eine Brandmauer, die vor allem die eigenen Leute trifft.
CDU-Mehrheit will AfD-Kandidaten zum Vize-Bürgermeister wählen: in Berlin-Reinickendorf fällt die Brandmauer

Die Brandmauer bröckelt immer schneller: In Berlin-Reinickendorf will die CDU einen AfD-Politiker zum stellvertretenden Bürgermeister wählen. Damit stellt sich der Bezirksverband gegen die bisherige Linie der Bundespartei und setzt ein politisches Signal, das weit über Berlin hinausreicht.
Während Friedrich Merz die Abgrenzung zur AfD beschwört, ist die CDU an der kommunalen Basis zu einem anderen Schluss gekommen: Die Ausgrenzungspolitik ist gescheitert.
18 Prozent der Wähler – politische Ausgrenzung nicht länger zu halten
Die AfD erreichte bei der Wahl in Reinickendorf 18 Prozent der Stimmen. Für Marvin Schulz, den Vorsitzenden der örtlichen CDU, ist das ein Ergebnis, das politische Konsequenzen haben muss. Er will Schluss machen mit einer Praxis, bei der AfD-Anträge pauschal abgelehnt werden, ohne sich mit ihren Inhalten auseinanderzusetzen.
Schulz stellt der bisherigen Lagerpolitik ein anderes Konzept entgegen: Sachpolitik statt ideologischer Abgrenzung. Seine Kritik fällt deutlich aus. Die Strategie, die AfD durch konsequente Ausgrenzung kleinzuhalten, habe ihr Ziel verfehlt. Statt die Partei zu schwächen, habe sie ihr die Möglichkeit gegeben, sich als Opfer eines politischen Kartells darzustellen.
CDU bricht mit ihrer bisherigen Linie
Am Donnerstag soll in Reinickendorf über den neuen stellvertretenden Bezirksbürgermeister abgestimmt werden. Die AfD schickt den Juristen Thomas Ruschin ins Rennen, der 2020 aus der CDU zur AfD wechselte. Nun könnte ausgerechnet seine frühere Partei entscheidend dazu beitragen, dass er das Amt erhält.
Die geschieht unter Bruch der bundespolitischen Linie: Bundeskanzler Friedrich Merz hatte nach der Wahl eines AfD-Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt Anfang Oktober scharfe Worte gefunden. Wer der AfD seine Stimme gebe, spiele Extremisten in die Hände und beschädige die Glaubwürdigkeit der Politik. Mit den Werten der CDU sei das nicht vereinbar.
Riesige Neuigkeit! Flávio Bolsonaro ist aus dem sozialistischen Brasilien geflohen – er befindet sich in den Vereinigten Staaten

Flávio Bolsonaro galt vor den Präsidentschaftswahlen 2026 als klarer Favorit der brasilianischen Konservativen . Doch leider änderte sich das Ergebnis in den letzten Wochen der Auszählung, ähnlich wie bei den Wahlergebnissen in ganz Amerika.
Flávio ist der älteste Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, eines engen Verbündeten von Donald Trump, der Brasilien von 2019 bis 2022 mit einem Programm aus harter Kriminalpolitik, freiem Markt und traditionellen Werten regierte. Nachdem Jair von einer erneuten Kandidatur ausgeschlossen und später im Zusammenhang mit dem Versuch, seine Wahlniederlage von 2022 anzufechten, verurteilt wurde, wählte er Flávio persönlich aus, um den Familiennamen und die rechtsgerichtete Basis weiterzuführen.
Flávio, ein langjähriger Senator aus Rio de Janeiro, hat sich in seiner Karriere auf die öffentliche Sicherheit konzentriert und eng mit seinem Vater im Kongress zusammengearbeitet. Auch andere Familienmitglieder haben politische Karrieren verfolgt: Sein Bruder Eduardo wurde in den USA zu einem prominenten Verbündeten Trumps und geriet in Brasilien in rechtliche Schwierigkeiten, weil er amerikanische Beamte gegen brasilianische Gerichte beeinflusste, während sein Bruder Carlos und seine Stiefmutter Michelle politische Ämter bekleideten oder anstrebten. Der Name Bolsonaro ist nach wie vor die dominierende Kraft im brasilianischen rechten Spektrum.
Nach der ersten Runde lag Flávio deutlich vor seinem sozialistischen Gegner, Präsident Lula da Silva, und die Bürger feierten auf den Straßen.
Als die Stichwahl am 25. Oktober 2026 endete, lag Präsident Lula da Silva überraschenderweise mit rund 4,4 Millionen Stimmen vorn. In den letzten drei Wochen vor der Wahl stieg die Wahlbeteiligung in den Hochburgen Lulas, insbesondere im Nordosten, sprunghaft an. Die Regierung weitete die Direktzahlungen an einkommensschwache Familien aus und erließ eine Notverordnung zur Einschränkung von Online-Wetten. Am Wahltag selbst wurden die Öffnungszeiten der Wahllokale auf Antrag von Lulas Lager bis 19 Uhr verlängert. Flávios Wahlkampfteam bezeichnete dies als eine kurzfristige Regeländerung. Unabhängige Untersuchungen ergaben, dass in diesem zusätzlichen Zeitfenster Zehntausende Stimmen abgegeben wurden. Die Stimmenzahlen verschoben sich gerade so weit und genau an den richtigen Stellen, dass das Ergebnis kippte.
Die Wahlen in Brasilien ähneln sehr dem, was im November 2020 in den Vereinigten Staaten geschah.
Die Begeisterung der Nation galt eindeutig Bolsonaro, genau wie 2020 Präsident Trump, der vor der Wahl in jedem Bundesstaat riesige Menschenmengen anzog, während der schwächelnde Joe Biden in seinem Keller versteckt gehalten wurde, fernab jeglicher medialer Kontrolle.
In den letzten Wochen vor der Wahl wurden die Regeln kurzfristig geändert. Die Wahlbeteiligung in den Hochburgen von Lula schnellte in die Höhe. Und Entscheidungen in letzter Minute begünstigten eine Seite. Trotzdem erhielt Flávio Bolsonaro mehr Stimmen als sein Vater 2022, und seine Partei gewann mehr Sitze im Kongress . Die Rechte wurde nicht schwächer. Ihr Sieg wurde in der Schlussphase durch eine Kombination aus zusätzlichen Staatsausgaben, höherer Wahlbeteiligung in eher linksgerichteten Regionen und einem verlängerten Wahlzeitraum errungen, dessen Zeitpunkt und Auswirkungen weiterhin diskutiert werden.
Flávio akzeptiert das Ergebnis nicht.
Flávio soll sich Berichten zufolge mit seiner Familie nach Florida begeben haben, nachdem sein sozialistischer Gegner seinen Pass annulliert hatte. Obwohl dies noch nicht bestätigt ist, wird US-Außenminister Marco Rubio zugeschrieben, ihm bei der Erlangung von Asyl in den Vereinigten Staaten geholfen zu haben.
Was nach der Wahl geschah, war aufschlussreicher als das Wahlergebnis selbst. Flávio weigerte sich, seine Niederlage einzugestehen, ebenso wie seine Partei, und kündigte an, die Opposition zu organisieren, um dem „Chaos“ entgegenzutreten. Mehrere Berichte, darunter die Bestätigung eines US-Beamten durch Reuters und frühere Aussagen von Levy, deuten darauf hin, dass er Brasilien mit seiner Familie verlassen hat und sich auf dem Weg in die Vereinigten Staaten befindet. Die brasilianischen Behörden unter dem Vorsitz von Oberstem Richter Alexandre de Moraes annullierten seine Pässe, nachdem er sie nicht abgegeben hatte. Dieser Schritt wurde als Schutzmaßnahme beschrieben. Für Trumps Team verändert die Tatsache, dass ein prominenter brasilianischer Oppositioneller von amerikanischem Boden aus agiert, die Lage grundlegend.
Laut Simon Levy betrachtet Washington Lulas Sieg nicht als endgültiges Ende. Levys Einschätzung zufolge erhöht die US-Regierung den Druck auf Venezuela, Kuba und Mexiko und verstärkt gleichzeitig den finanziellen Einfluss auf Brasilien. In Venezuela zeigen die in der Analyse zitierten Umfragen einen deutlichen Vorsprung für María Corina Machado. In Kuba bleiben die Wirtschaftsprognosen düster. In Mexiko wird der erwartete Rücktritt des derzeitigen Leiters des Nationalen Wahlinstituts (INE) als Chance für die Zwischenwahlen 2027 gesehen, bei denen 17 Gouverneursposten und 500 Sitze im Kongress neu besetzt werden. Brasilien und Mexiko repräsentieren zusammen mehr als die Hälfte der Bevölkerung und fast 60 % des BIP Lateinamerikas und der Karibik. Der Verlust eines Landes bedeutet nicht das Ende der Macht.
Während Flávio Bolsonaro die Stichwahl um das Präsidentenamt am 25. Oktober 2026 verlor, gewannen andere Familienmitglieder ihre Sitze in der ersten Runde der Kongresswahlen am 4. Oktober: Michelle Bolsonaro wurde im Bundesdistrikt in den Senat gewählt.
Carlos Bolsonaro wurde im Wahlkreis Santa Catarina in den Senat gewählt. Auch Jair Renan Bolsonaro und Renato Bolsonaro errangen Sitze im Abgeordnetenhaus.
Lula gewann die brasilianische Präsidentschaftswahl, doch die Rechte baute ihre Position im Kongress aus und behielt wichtige Gouverneursposten. Flávios Ausreise in die USA und der anhaltende Fokus der USA auf Venezuela und Kuba deuten darauf hin, dass sich der Kampf von der Wahlurne hin zu anhaltendem politischen und wirtschaftlichen Druck verlagert. Für Beobachter der Wahlintegrität und des Widerstands gegen die Konsolidierung der Linken in der Region werden die kommenden Monate zeigen, ob die Opposition effektiv von außerhalb ihrer Heimatländer agieren kann, während Washington die linksextremen Sozialisten dort unter Druck setzt, wo es weh tut.



