22.07.2026 / Die wichtigsten Meldungen des Tages, die täglichen „Nachrichten AUF1“, präsentiert von Isabelle Janotka
CDU-Mann spendet der AfD 5.000 Euro und hinterlässt klare Botschaft

Foto: Marco Verch/ ccnul.ce/ CC-BY 2.0
Ulrich Siegmund stand in der Messe Magdeburg vor rund 3.000 Anhängern und zog den Beleg hervor. Eine „ganz besondere Spende“, verkündete der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen Anhalt: 5.000 Euro. Der Absender sei ein CDU-Kreistagsmitglied aus Sachsen-Anhalt.
„Das Land vor diesem linksgrünen Kurs der CDU schützen“
Der Mann wolle noch ein, zwei Monate anonym bleiben, danach solle alles öffentlich werden. Siegmund übermittelte Grüße des Spenders an die Halle. Die Begründung, die der AfD-Politiker laut Welt und weiteren Berichten wiedergab, ließ keinen Zweifel: Der CDU-Mann wolle, dass die AfD „unser Land vor diesem linksgrünen Kurs der CDU schützen“ solle.
Wahlkampfauftakt mit klarem Signal
Die Veranstaltung am 18. Juli markierte den offiziellen Start der AfD in den Landtagswahlkampf. Alice Weidel stand an der Seite von Siegmund und schwor das Publikum auf den Sieg ein:
Wenn Ulli, Ulrich Siegmund, erst Ministerpräsident ist, dann werden wir uns alle an diesen Tag erinnern
Siegmund selbst setzte die Latte hoch: 45 Prozent plus X. In aktuellen Umfragen lag die Partei zuletzt bei etwa 41 bis 42 Prozent.
Wendler grüßt, AfD will Kurswechsel
Auf der Leinwand lief eine Videobotschaft von Michael Wendler aus Florida. Der Schlagersänger wünschte „alles Gute für die kommende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt“ und hob hervor, dass seine Frau Laura Müller aus dem Bundesland stammt. An Siegmund gerichtet hoffte er laut Berichten, dieser mache die Region „wieder stark“.
Remigration, Familie und ÖRR abschaffen – Grundsätzlicher Politikwechsel
Inhaltlich skizzierte die AfD einen radikalen Wechsel. Das 100-Tage-Programm nennt unter anderem ein Ende des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, „Abschieben ab Minute eins“ und Vorgaben für Schulen, die „den Kindern die normale Familie, bestehend aus Mann und Frau“ als Vorbild vermitteln sollen. Regiert wird Sachsen-Anhalt derzeit von einer Koalition aus CDU, SPD und FDP unter Ministerpräsident Sven Schulze.
Epstein-Model-Recruiter Daniel Siad tot in seinem Haus aufgefunden – Er wurde von den Ermittlern nie befragt

Eine weitere Schlüsselfigur in der Jeffrey-Epstein-Saga ist tot.
Daniel Siad, der Modelagent, der beschuldigt wurde, junge Mädchen für den verurteilten Kinderschänder Jeffrey Epstein beschafft zu haben, wurde Anfang dieser Woche tot in seinem Haus in Colombes, Frankreich, aufgefunden.
Marie-Céline Lawrysz, stellvertretende Staatsanwältin am Gericht in Nanterre, bestätigte den Tod am Mittwoch in einer öffentlichen Erklärung. Eine Autopsie soll nun die Todesursache klären.
Die Staatsanwaltschaft Nanterre teilte via Mediaite mit :
„Nach dem Fund wurde am Montagabend eine Untersuchung zur Feststellung der Todesursache eingeleitet.“

Siads Name taucht tausendfach in Akten des Justizministeriums im Zusammenhang mit dem Fall Epstein auf.
Er arbeitete auch dann noch mit Epstein zusammen, nachdem der Milliardär in Florida erstmals verurteilt und gezwungen worden war, sich als Sexualstraftäter registrieren zu lassen.
Dem Bericht zufolge bestand Siads Korrespondenz mit Epstein häufig darin, dass Siad Epstein Fotos und Details über junge Mädchen schickte, die er kennengelernt und als potenzielle Assistentinnen oder andere Angestellte angeworben hatte. In einer E-Mail aus dem Jahr 2015 schickte Siad Epstein ein Foto eines 16-jährigen Mädchens und ihrer Freundin – woraufhin Epstein antwortete, die Mädchen seien „zu alt“.
Erst kürzlich sprach Siad mit Katie Polglase von CNN und bestritt, jemals etwas von Epsteins Verbrechen gewusst zu haben – obwohl er ihn zwei Mädchen vorgestellt hatte, die Epstein später des sexuellen Missbrauchs beschuldigten.
Siad sagte gegenüber CNN, via Mediaite :
„Ich habe ihm vertraut und war überzeugt, dass er ein Profi ist. Niemand, den ich ihm vorgestellt habe und der sich danach bei mir meldete, hatte Probleme. Ich war überzeugt, dass er ein Profi ist.“
Siad sah sich auch selbst Missbrauchsvorwürfen, darunter Vergewaltigungsvorwürfen, von mehreren Models ausgesetzt. Er wies die Anschuldigungen zurück und sagte im Mai gegenüber BFMTV: „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie jemanden vergewaltigt.“
Und jetzt kommt der Clou…
Siad wurde vor seinem Tod NIEMALS von den Ermittlern befragt .
Ein ehemaliges Model, das im Juni im Rahmen der Ermittlungen eine Aussage gemacht hatte, sagte gegenüber der BBC (via Mediaite ):
„Ein wichtiges Glied in der Kette ist einfach spurlos verschwunden, ohne dass es auch nur die Möglichkeit gegeben hätte, die Informationen wiederzuerlangen, die Daniel Siad möglicherweise besessen hat – da er nie befragt wurde.“
Epstein starb bekanntlich im Jahr 2019 durch mutmaßlichen Selbstmord, während er wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung angeklagt war.
Nun ist ein weiterer Mann, dessen Name in den Epstein-Akten immer wieder auftaucht, gestorben, bevor ihn irgendjemand unter Eid vernehmen konnte.
„Sie wählen den dreckigen Weg“ – Volker Boehme-Neßler im Interview
AfD-Bundestagsabgeordneter Martin Sichert darf in Friesland nicht zur Landratswahl antreten. Auslöser des Prüfverfahrens war zunächst allein seine AfD-Mitgliedschaft. Der Verfassungsrechtler Prof. Volker Boehme-Neßler ordnet den Fall und die Bedeutung für die Demokratie im Gespräch ein.
Chemnitz: Schlägerei zwischen Syrern unter Beteiligung einer Schusswaffe
Nach wechselseitigen Körperverletzungsdelikten zwischen zwei Männern kamen am Dienstagabend Chemnitzer Polizeibeamte in der Hainstraße zum Einsatz. Vor Ort trafen sie auf einen leicht verletzten 24-Jährigen (syrischer Staatsbürger). Er teilte mit, dass es zwischen ihm und einem Landsmann (26) zum Streit gekommen war, infolgedessen der
26-Jährige ihn geschlagen habe. Im Anschluss sei der Angreifer in seine Wohnung gegangen, habe mit einer Schusswaffe am geöffneten Fenster hantiert und dem 24-Jährigen damit gedroht. Die Einsatzkräfte trafen den 26-Jährigen in der Wohnung an und fanden die Waffe, bei der es sich um eine Schreckschusspistole handelt. Zudem wies der 26-Jährige eine kleine Schnittverletzung auf, die ihm seinen Angaben zufolge durch den 24-Jährigen zugefügt worden sei. Die Polizei hat die Ermittlungen zum Geschehen und wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung aufgenommen.
Wegen Israel-Anstecker fast totgetreten: Syrer sitzt wegen versuchten Mordes in Höchberg in Haft

Ein 65-jähriges Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft wurde in Höchberg schwer misshandelt. Die Generalstaatsanwaltschaft sieht Anhaltspunkte für ein israelfeindliches, antisemitisches und islamistisches Motiv.
Ein kleiner Anstecker mit der israelischen Flagge soll genügt haben, um einen 65 Jahre alten Mann zum Ziel eines Angriffs zu machen, bei dem sein Tod nach Auffassung des Ermittlungsrichters bewusst in Kauf genommen wurde. Der Schwerverletzte lebt in Würzburg, gehört der Deutsch-Israelischen Gesellschaft an und wird nach Kopfverletzungen sowie einem Knochenbruch auf der Intensivstation behandelt. Er befindet sich nach Angaben der Behörden nicht in Lebensgefahr.
Der mutmaßliche Angreifer ist 20 Jahre alt und syrischer Staatsangehöriger. Er wurde noch am Tatort in Höchberg festgenommen und inzwischen in eine bayerische Justizvollzugsanstalt gebracht. Das Amtsgericht Würzburg erließ am 20. Juli 2026 Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Für den Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
Die Generalstaatsanwaltschaft München hat das Verfahren übernommen. Zuständig ist dort der Zentrale Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Justiz. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand bestehen Anhaltspunkte für eine israelfeindliche beziehungsweise antisemitische und islamistische Tatmotivation. Damit hat sich die Bewertung gegenüber den ersten Meldungen wesentlich verdichtet. Der politische und religiöse Hintergrund wird nicht mehr nur aufgrund des Israel-Ansteckers vermutet, sondern ausdrücklich von den zuständigen Ermittlungsbehörden geprüft.
Der Angriff ereignete sich am späten Sonntagabend in Höchberg im Landkreis Würzburg. Nach Darstellung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft wurde der 65-Jährige zunächst wegen der kleinen israelischen Fahne an seinem Revers angesprochen. Während des Gesprächs soll der Beschuldigte plötzlich zugeschlagen und den Mann im Gesicht getroffen haben.
Das Opfer versuchte nach den bisherigen Berichten zu fliehen. Der Angreifer soll ihm nachgesetzt, ihn eingeholt und zu Boden gebracht haben. Selbst als der 65-Jährige bereits wehrlos auf dem Boden lag, habe der Beschuldigte weiter brutal gegen dessen Kopf und Körper getreten. Die Polizei griff ein und nahm den Tatverdächtigen noch vor Ort fest.
Der Mann erlitt zahlreiche Hämatome, Kopfverletzungen und einen Knochenbruch. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung handelt es sich dabei um einen Wirbelbruch. Da die gemeinsame Behördenmeldung lediglich von schweren Verletzungen und die DIG von einem Knochenbruch spricht, bleibt die genauere medizinische Einordnung der Zeitung zuzuschreiben. Das Opfer wird weiterhin stationär behandelt.
Die Schwere der Tritte erklärt, weshalb die Justiz nicht nur wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Der Ermittlungsrichter kam nach den veröffentlichten Angaben zu der vorläufigen Bewertung, dass der 20-Jährige den Tod des Opfers bewusst in Kauf genommen haben soll. Genau darin liegt der rechtliche Kern des Verdachts auf versuchten Mord.
Bei der Festnahme soll sich der Beschuldigte gegen die Beamten gewehrt haben. Er musste zu Boden gebracht und gefesselt werden. Ein Polizeibeamter wurde dabei leicht verletzt. Zudem war der Tatverdächtige nach Angaben der Ermittlungsbehörden bereits früher strafrechtlich aufgefallen, unter anderem wegen Körperverletzungsdelikten.
Bereits am frühen Abend des 19. Juli war der 20-Jährige beim Marktfest in Höchberg von der Polizei kontrolliert worden. Zeugen hatten berichtet, dass er dort Personen belästigt habe. Straftaten wurden bei dieser Kontrolle nach dem bisherigen Stand nicht festgestellt. Die Kriminalpolizei sucht nun Menschen, denen der Beschuldigte auf dem Fest am Marktplatz oder später im Bereich der Hauptstraße und der dortigen Bushaltestelle aufgefallen ist. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Würzburg unter der Telefonnummer 0931 457-1732 entgegen.
Der neue Ermittlungsstand lässt eine Verharmlosung als zufällige nächtliche Auseinandersetzung kaum noch zu. Nach den vorliegenden Angaben begann der Angriff nicht mit einem persönlichen Streit, einer vorherigen Bekanntschaft oder einer anderen nachvollziehbaren Vorgeschichte. Im Mittelpunkt stand offenbar ein sichtbares Bekenntnis zu Israel.
Wegen Israel-Anstecker fast totgetreten: 20-Jähriger sitzt wegen versuchten Mordes in Haft
Dem Burkini zuliebe ? Kritik an Frauenbadetag in Salurn
Die Freiheitlichen nehmen die Einführung eines Frauenbadetages im Lido von Salurn zum Anlass, erneut eine Verschärfung der Integrationspolitik in Südtirol zu fordern. Anlass der Kritik ist die Regelung, wonach das Schwimmbad einmal pro Woche ausschließlich Frauen offensteht und dabei auch islamische Frauen mit Vollverschleierung zugelassen werden.
Der Obmann der Freiheitlichen, Roland Stauder, sieht in der Maßnahme ein weiteres Zeichen für eine gescheiterte Integrationspolitik. Er erklärt, seine Partei habe bereits seit Jahrzehnten vor einer zunehmenden Überfremdung Südtirols gewarnt. Das Fehlen eines wirksamen Integrationsgesetzes habe dazu beigetragen, dass sich gesellschaftliche Entwicklungen verstärkt hätten, die nun sichtbar würden.
Besonders kritisch bewertet Stauder die Möglichkeit, dass vollverschleierte muslimische Frauen das Schwimmbad während des Frauenbadetages nutzen können. Nach Ansicht der Freiheitlichen würden derartige Regelungen ein Frauenbild fördern, das auf Unterdrückung, Verschleierung und Zwang beruhe. Zugleich übt die Partei von Landesrätin Ulli Mair scharfe Kritik an linken und feministischen Gruppierungen. Diese würden, so Stauder, problematische Entwicklungen im Zusammenhang mit dem politischen Islam verharmlosen oder ignorieren, während sie gegenüber einheimischen Männern deutlich kritischer aufträten.
Die Freiheitlichen sprechen sich stattdessen für ein Integrationskonzept aus, das stärker auf verbindliche Anforderungen an Zuwanderer setzt. Zudem fordert die Regierungspartei eine Überprüfung jener Integrationsprojekte und -konzepte, die in Südtirol mit öffentlichen Mitteln gefördert werden.
Ulm: Nordafrikanischer Schwarzfahrer bedroht Zugreisende mit Glasscherbe, randaliert im Bordbistro, beisst und tritt Polizisten
Nachdem ein 52-Jähriger am Montagmorgen (20.07.2026) gleich mehrere Straftaten begangen haben soll, wurde er am Dienstag (21.07.2026) auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ulm einem Haftrichter vorgeführt und anschließend in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.
Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen soll der Tatverdächtige zunächst gegen 08:45 Uhr am Hauptbahnhof Ulm einen Fernverkehrszug in Richtung München betreten haben. Hierbei war der Mann offenbar nicht im Besitz des erforderlichen Fahrscheins. Unmittelbar nachdem er in den Zug eingestiegen sei, soll der Verdächtige das Bordbistro des Zuges betreten und dort randaliert haben. Zudem habe er offenbar eine 45-jährige türkische Staatsangehörige mit einer Glasscherbe bedroht.
Durch die alarmierten Beamten der Bundespolizei konnte der Tatverdächtige noch im Zug angetroffen werden. Bei seiner anschließenden Festnahme soll der tunesische Staatsangehörige erheblichen körperlichen Widerstand geleistet haben, indem er nach den Einsatzkräften getreten und versucht habe, diese zu beißen. Bei der Festnahme wurden die Streifen der Bundespolizei auch durch einen Beamten der bayerischen Landespolizei unterstützt, welcher sich auf Dienstreise im Zug befand.
Am Folgetag wurde er dem zuständigen Haftrichter des Amtsgerichts Ulm vorgeführt. Nachdem ein Haftbefehl erlassen und in Vollzug gesetzt worden war, verbrachten Einsatzkräfte der Bundespolizei den Mann in eine Justizvollzugsanstalt.
Behörde verbietet AfD-Politiker die Kandidatur
Viele unzensuriert-Leser mögen sich noch an den Fall Joachim Paul erinnern. Der AfD-Politiker durfte nicht an den Bürgermeisterwahlen von Ludwigshafen teilnehmen, weil die Altparteien es ihm einfach mit fadenscheinigen Gründen verboten haben. Dieser Fall macht nun immer mehr Schule.
Kein AfD-Antritt in Friesland
So werden AfD-Politiker einfach von Wahlen ausgeschlossen, weil sie von weisungsgebundenen Behörden als “rechtsextrem” eingestuft werden. Jüngstes Opfer dieses undemokratischen Treibens ist der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert. Er darf nun nicht als Landrat für den Kreis Friesland kandidieren. Der Wahlausschuss ließ ihn einfach nicht als Bewerber zu. Da fragt man sich, was das überhaupt für eine Demokratie ist, in der Ausschüsse entscheiden, wer sich zur Wahl stellen darf und dem Wähler nur noch die Kandidaten vorgesetzt werden, die eine Auslese solcher Ausschüsse überstehen?
Freilich gibt es so etwas auch anderswo auf der Welt. In der Islamischen Republik Iran dürfen die Bürger auch wählen gehen, aber wer als Kandidat antreten darf, entscheidet der Wächterrat. Das Verhalten dieses BRD-Wahlausschusses erinnert fatal an derartige Räte. Sichert selbst erklärte, abgesehen von der AfD hätten sich die Vertreter aller anderen Parteien gegen ihn ausgesprochen. Damit folgt der Ausschuss einer Empfehlung des niedersächsischen Innenministeriums, an das sich der Wahlleiter im Landkreis Friesland mit der Bitte um Einschätzung gewandt hatte.
Fadenscheinige Begründung
Das Innenministerium ist als Kommunalaufsichtsbehörde für diese Aufgabe zuständig, das Votum des Ministeriums ist für den Wahlausschuss aber nicht bindend. Im Votum des Ministeriums heißt es, es gebe Zweifel daran, dass Sichert “jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland eintreten wird”.
Grund ist, dass Sichert Mitglied, Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter der AfD in Niedersachsen ist, die vom niedersächsischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird. Im Prinzip wurden sich hier genauso die Bälle zugespielt, wie im Fall Paul. Die Einstufung einer von Altparteienpolitikern geführten Behörde reicht aus, um Regierungskritiker nicht an Wahlen teilnehmen zu lassen.
Was die UN über die BRD-Behörde denkt
Doch wo wir schon von Einstufungen schreiben, sollten wir vielleicht auch erwähnen, als was die Verfassungsschutzbehörden in Bund und Ländern laut Apollo News inzwischen international eingestuft werden. Für die UN-Sonderberichterstatterin Irene Khan ist diese Behörde “Nicht mit internationalen Standards vereinbar”. Der “Extremismus”-Begriff des Verfassungsschutzes besitzt laut ihr “keine rechtliche Definition, obwohl er die Grundlage für Einstufungen durch die Behörde bildet”.
Das hat laut Khan “tiefgreifende Auswirkungen” auf die Rechte von Personen und Organisationen. Die Einstufungen stützen sich dabei häufig auf die Überprüfung von Äußerungen, die weder gewalttätig noch kriminell seien, “aber den politischen Ansichten der Regierung widersprechen”. Dadurch schränkt er “die Meinungsfreiheit auf eine Weise ein, die mit internationalen Rechtsstandards nicht vereinbar ist”.
Merz schimpft im Sommerinterview über die Deutschen, weil sie angeblich 200 Stunden weniger arbeiten als die Schweizer

Im ZDF-Sommerinterview beschimpfte Merz die Deutschen wegen ihrer Arbeitsmoral und zog einen falschen Vergleich mit den Schweizern, verschwieg Teilzeit, frühere Renten, geringere Steuern und höhere Lebensqualität der Eidgenossen.
Im ZDF-Sommerinterview hat Bundeskanzler Friedrich Merz einmal mehr die Schweiz als Vorbild für mehr Arbeitsleistung angeführt. Die Schweizer würden 200 Stunden pro Jahr mehr arbeiten als die Deutschen, so Merz. Eine einfache Rechnung, die bei genauerem Hinsehen jedoch vor allem eines zeigt: selektive Statistik statt differenzierter Realität.
Tatsächlich basiert die von Merz genannte Zahl weitgehend auf OECD-Daten, die vor allem Vollzeitkräfte betrachten oder methodisch unterschiedliche Erhebungen vermischen.
Das Schweizer Bundesamt für Statistik und deutsche Quellen zeichnen ein anderes Bild. Während Vollzeitbeschäftigte in der Schweiz tatsächlich länger arbeiten, ist die durchschnittliche Arbeitszeit aller Erwerbstätigen deutlich näher beieinander.
Schweizer gehen eher in Rente, arbeiten öfter in Teilzeit und zahlen weniger Steuern
Die Teilzeitquote in der Schweiz liegt höher als in Deutschland, wodurch der Gesamtdurchschnitt sinkt.
Hinzu kommt: Schweizerinnen und Schweizer gehen im Schnitt früher in Rente und genießen ein deutlich höheres Lohnniveau bei gleichzeitig niedrigeren Steuer- und Abgabenlasten in vielen Kantonen.
Wer mehr verdient und früher aufhört zu arbeiten, kann sich eine höhere Lebensqualität leisten – ein Aspekt, den Merz in seiner Leistungsdebatte geflissentlich ausblendet.
Kritiker werfen dem Kanzler daher vor, mit halben Wahrheiten zu operieren. Statt die komplexe Realität von Teilzeit, Care-Arbeit und unterschiedlichen Sozialsystemen anzuerkennen, instrumentalisiere Merz den Schweiz-Vergleich, um härtere Arbeitszeiten und Abbau von Sozialstandards in Deutschland zu rechtfertigen.
Selektive Zahlen, bequeme Schlüsse
Die OECD selbst warnt vor unkritischen Vergleichen der Jahresarbeitszeiten, da Berechnungsmethoden und erfasste Gruppen stark variieren. Während Merz die Botschaft “Deutsche arbeiten zu wenig” transportiert, zeigen differenzierte Statistiken: Die Produktivitätsunterschiede erklären sich nicht allein durch Stunden, sondern durch Strukturen, Löhne und Lebensmodelle.
Ob Merz’ Rhetorik der Realität einer modernen Arbeitsgesellschaft gerecht wird, bleibt fraglich. Statt blinder Schweiz-Romantik wäre eine ehrliche Debatte über bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, faire Löhne und echte Produktivitätssteigerungen dringend nötig.
Von Kindergarten bis Hauseinweihung: AfD-Politiker berichtet über Druck auf seine Familie

Der schleswig-holsteinische AfD-Politiker Kevin Dorow hat sich in einem ausführlichen Beitrag auf der Plattform X zu zunehmenden Anfeindungen gegen seine Familie geäußert. Darin schildert er verschiedene Vorfälle aus den vergangenen Jahren und Monaten, die er mit seinem politischen Engagement für die AfD in Verbindung bringt. Wie Dorow in dem Beitrag erläutert, hat er sich vor zehn Jahren, im Alter von 18 Jahren, für einen Eintritt in die AfD entschieden, um sich politisch für seine Heimat einzusetzen. Die damit verbundenen gesellschaftlichen Nachteile seien ihm bewusst gewesen. „Mein Land war und ist mir dieses persönliche Opfer wert“, erklärte er in Bezug auf zahlreiche verbaute Chancen. Während er diese Konsequenzen für sich selbst bewusst in Kauf genommen habe, sehe er eine Grenze überschritten, sobald „Menschen, die sich öffentlich moralisch überhöhen, mit Regenbogenfahnen gegen angebliche Ausgrenzung und Diskriminierung demonstrieren und sich selbst als Inbegriff von Toleranz verstehen“ seine Familie ins Visier nähmen.
Unter anderem berichtet der junge AfD-Politiker, dass sein Sohn wegen seines politischen Engagements nicht in einen Kindergarten aufgenommen worden sei, den seine Tochter bereits besuche und in dem seine Ehefrau zuvor mehrere Monate gearbeitet habe. Von der Ablehnung habe die Familie erst nach eigener Nachfrage erfahren. Zudem habe es beim Umzug in das heutige Wohnortdorf Widerstand aus dem Umfeld politischer Gegner gegeben. Seiner Darstellung zufolge hätten einzelne Personen versucht, den Hauskauf zu verhindern und vor einer angeblichen „rechten Unterwanderung“ gewarnt. Bereits vor dem Einzug sei er öffentlich diffamiert worden. Dorow zufolge war seine Familie bereits vor einigen Jahren kurzzeitig von Wohnungslosigkeit bedroht. Demnach habe ein Vermieter den Mietvertrag noch vor der Schlüsselübergabe rechtswidrig gekündigt, nachdem er von Dorows Parteizugehörigkeit erfahren habe. „Mit einem wenige Monate alten Baby standen wir kurz davor, ohne Wohnung dazustehen“, so Dorow.
Der AfD-Politiker berichtet außerdem von wiederholten öffentlichen Kampagnen gegen seine Person. Bereits während seiner Zeit im Landesvorstand der Jungen Alternative Schleswig-Holstein seien an seiner Universität Flugblätter über ihn verteilt worden. Vor wenigen Tagen seien erneut Flugblätter mit der Überschrift „ACHTUNG FASCHIST“ im gesamten Dorf verteilt worden. Neben seiner Privatadresse seien darauf auch verleumderische Behauptungen veröffentlicht worden.
Einmal in eigener Sache:
— Kevin Dorow (@KevinDorow) July 21, 2026
Üblicherweise schweige ich zu Vorgängen aus meinem Privatleben. Doch was sich in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten abgespielt hat, überschreitet jedes Maß. Ich sehe es nicht länger ein, nichts zu sagen. Die Öffentlichkeit sollte erfahren, was… pic.twitter.com/MWRFx4nKQ2
Als vorläufigen Höhepunkt bezeichnet Dorow eine Demonstration in der Nähe seines Wohnhauses. Anlass war seine private Hauseinweihungsfeier, zu der Nachbarn, Freunde und Familie eingeladen waren. Er vermutet, dass ein Einladungsflyer aus der Nachbarschaft an die Antifa weitergegeben worden sei, woraufhin die Demonstration gegen die Feier folgte. Auf Aufnahmen der Demonstration, die FREILICH vorliegen, waren neben Antifa-Flaggen auch Fahnen der SPD zu sehen. Zudem beteiligten sich nach außen erkennbar unter anderem Vertreter der Grünen Jugend, des DGB sowie der Initiative „Omas gegen Rechts“ an dem Protest.

„Es ist erschreckend, was sich gegenwärtig in unserem Land abspielt. Ebenso erschreckend ist, mit welchem Hass ausgerechnet jene auftreten, die vorgeben, Hass bekämpfen zu wollen“, kritisiert Dorow. Von seinem politischen Engagement will sich Dorow durch die Angriffe auf ihn und seine Familie jedoch nicht abbringen lassen, wie er auf X erklärte. „Ihr werdet mich nicht unterkriegen. Meine Heimat, die Zukunft meiner Kinder und irgendwann auch die meiner Enkel sind es wert, sich trotz aller Demonstrationen, Repressalien und öffentlichen Kampagnen zu engagieren“, so der junge Politiker. Er werde sich weder aus der Politik zurückziehen, noch die AfD verlassen oder sich von Parteikollegen distanzieren. Solche Forderungen seien aus seiner Sicht Teil von Einschüchterungsversuchen, denen er nicht nachgeben wolle.



