Am Viktor-Adler-Platz gerieten Samstagnachmittag zumindest vier Personen aus bislang unbekanntem Grund in einen Streit, der schließlich in eine körperliche Auseinandersetzung mündete. Nach derzeitigen Erkenntnissen soll ein 25-jähriger indischer Staatsangehöriger im Zuge des Raufhandels zwei Männer mit einem Messer attackiert haben. Ein 28-Jähriger erlitt dabei eine Stichverletzung im Rückenbereich, ein 31-Jähriger im Bauchbereich. Anschließend flüchteten der mutmaßliche Täter und dessen Begleiter. Auch das 28-jährige Opfer entfernte sich zunächst vom Tatort. Der 31-Jährige blieb schwer verletzt zurück. Augenzeugen verständigten die Einsatzkräfte.
Polizisten der Polizeiinspektion Keplergasse leisteten bis zum Eintreffen der Berufsrettung Wien Erste Hilfe, weitere Kräfte sperrten den Tatort ab. Der 31-Jährige wurde anschließend von der Berufsrettung Wein notfallmedizinisch versorgt und in den Schockraum eines Spitals gebracht. Es besteht Lebensgefahr. Das zweite Opfer, der 28-Jährige, befindet sich mittlerweile auch in einem Spital. Auch er schwebt in Lebensgefahr.
Aufgrund von Zeugenaussagen konnte die Identität des mutmaßlichen Täters rasch festgestellt werden. Nach dem 25-Jährigen wird intensiv gefahndet.
Das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Süd, hat die Ermittlungen übernommen.
Month: May 2026
Wien: Syrer sticht auf 4 Passanten ein
Im Zuge einer Auseinandersetzung soll ein 19-jähriger syrischer Staatsangehöriger vier Männer im Alter von 18 bis 22 Jahren mit einem Klappmesser verletzt haben. Ein 21-Jähriger erlitt dabei Stichverletzungen im Oberkörper. Er schwebt in Lebensgefahr.
Polizisten der Polizeiinspektion Praterstern wurden im Rahmen ihres Streifendienstes auf den Vorfall aufmerksam. Nachdem sich die zunächst als Raufhandel wahrgenommene Situation als Messerattacke herausgestellt hatte, wurden zahlreiche weitere Kräfte der Stadtpolizeikommanden Innere Stadt und Brigittenau hinzugezogen.
Der 19-jährige Tatverdächtige konnte vor Ort festgenommen werden. Die vier verletzten Männer wurden von der Berufsrettung Wien notfallmedizinisch versorgt und in Spitäler gebracht. Das Tatmesser wurde sichergestellt.
Das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Zentrum/Ost, hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Das Motiv der Tat ist bislang unklar.
Deutschland kippt, Merz stürzt – Die Lage der Nation mit Roland Tichy
Deutschland am Kipppunkt: In seinem neuen Kommentar zerlegt Roland Tichy die Kanzlerschaft von Friedrich Merz.
Unser Land rutsch ab: wirtschaftlich, kulturell und politisch. Der Bundeskanzler erlebt einen einen historischen Vertrauensverlust. Die Wirtschaft erlebt den schlimmsten Abschwung seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Staatsverschuldung wächst ungebremst, die Sozialabgaben explodieren – und die Regierung presst die Bürger immer weiter aus.
Besonders übel: die steigenden Belastungen für arbeitende Familien. Sie werden immer mehr zur Kasse gebeten – während Bürgergeldempfänger von den meisten Kostensteigerungen verschont bleiben.
Arbeit lohnt sich in Deutschland nicht mehr. Aber dieselbe Regierung, die genau dafür gesorgt, wirft den Bürgern jetzt mangelnde Leistungsbereitschaft und sogar „Einheitsbraunheit“ vor. Es ist eine politische Elite, die sich ein neues Volk bastelt.
Trotz dramatisch sinkender Zustimmung wähnt sich Friedrich Merz offenbar sicher in seinem Sessel. Doch Achtung: Nicht die Opposition, sondern die Realität könnte diese Regierung am Ende zu Fall bringen.
Rheinböllen: Messerstecherei auf der Strasse zwischen ca. 30 Mitgliedern einer “Großfamilie”
Bei einer Auseinandersetzung innerhalb einer Familie in Rheinböllen sind am Samstagabend mehrere Menschen verletzt worden.
Gegen 21:00 Uhr gerieten in der Beethovenstraße schätzungsweise 12 bis 15 Personen in Streit, bei dem nach ersten Erkenntnissen auch ein Messer eingesetzt wurde. Die Polizei stellte vor Ort mehrere Personen mit Stichverletzungen fest.
Am Samstagabend, 30.05.2026, gingen gegen 21:00 Uhr über den polizeilichen Notruf mehrere Meldungen über eine Schlägerei mit etwa 15 bis 20 beteiligten Personen in der Ortslage Rheinböllen ein.
Aufgrund der eingegangenen Meldungen wurden umgehend starke Polizeikräfte zur Einsatzörtlichkeit entsandt. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte konnten auf der Straße etwa 30 Personen festgestellt werden, die körperlich aufeinander einwirkten. Die Beteiligten wurden durch die eingesetzten Kräfte voneinander getrennt und die Lage unter Kontrolle gebracht.
Mehrere Personen erlitten Verletzungen, darunter auch Stichverletzungen. Durch die ebenfalls alarmierten Rettungskräfte wurden insgesamt neun Personen vor Ort medizinisch versorgt. Drei verletzte Personen wurden zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser verbracht. Nach derzeitigem Ermittlungsstand bestand zwischen zwei Personengruppen bereits seit längerer Zeit ein Konflikt, der im Rahmen des Vorfalls eskalierte und in wechselseitigen körperlichen Auseinandersetzungen mündete.
Insgesamt wurden sieben Personen zur Verhinderung weiterer Straftaten und Störungen über Nacht in polizeilichen Gewahrsam genommen. Gegen die übrigen Beteiligten wurden Platzverweise ausgesprochen.
Derzeit richten sich die polizeilichen Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen insgesamt elf Personen im Alter zwischen 18 und 56 Jahren.
Essen: Syrischer Ladendieb gleich ab in die psychiatrische Klinik
Am 28. Mai entwendete ein syrischer Staatsangehöriger Ware aus einem Zeitschriftenlokal im Hauptbahnhof Essen. Als ihn ein Mitarbeiter stellte, kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung.
Gegen 8 Uhr betrat der 27-Jährige die Filiale im Essener Hauptbahnhof. Unmittelbar entnahm und beschädigte er Ware und versuchte das Geschäft zu verlassen, ohne zu bezahlen. Ein Mitarbeiter sprach ihn direkt an und forderte ihn auf, die Ware zu bezahlen. Daraufhin kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Dabei entriss der Hertener eine Schere des Beschäftigten, der sich beim Versuch, dies zu verhindern, am Finger verletzte. Eine Schnittverletzung entstand jedoch nicht.
Der Tatverdächtige verließ anschließend die Filiale, um diese kurze Zeit später, mit der Schere in der Hand, erneut zu betreten und entwendete weitere Ware.
Die alarmierten Bundespolizisten stellten den Mann im Hauptbahnhof und beschlagnahmten die Schere, welche der Mann kurz vorher auf den Boden warf.
In der Dienststelle sicherten die Beamten die Fingerabdrücke und fertigten Lichtbilder des Syrers an.
Ein Polizeiarzt bescheinigte die Gewahrsamsfähigkeit und die Beamten brachten den 27-Jährigen nach Abschluss aller Maßnahmen in eine psychiatrische Klinik.
Die Bundespolizei ermittelt wegen räuberischem Diebstahl, Diebstahl mit Waffen, Körperverletzung und Sachbeschädigung.
Chemnitz: Afghane nach Mord an 38-Jähriger und gewalttätigen Angriff auf 20-Jährige in Tschechien festgenommen
Die Chemnitzer Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Chemnitz führen derzeit Ermittlungen wegen eines Tötungsdeliktes, das sich am heutigen Sonntag zugetragen hat. Tschechische Polizisten nahmen einen Tatverdächtigen noch am Morgen fest.
Über den polizeilichen Notruf bekam die Polizei in den frühen Morgenstunden Kenntnis von einer Gewalttat in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses in der Wilhelm-Firl-Straße. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand hatte ein 45-Jähriger (afghanischer Staatsbürger) eine nahe Angehörige (38) angegriffen und ihr lebensbedrohliche Verletzungen zugefügt. Weiterhin verletzte der 45-Jährige danach eine weitere Angehörige (20) schwer. Im Anschluss flüchtete der Täter aus der Wohnung und fuhr mit einem Pkw davon.
Hinzugerufene Rettungskräfte konnten nur noch den Tod der 38-jährigen Frau (afghanische Staatsbürgerin) feststellen. Die 20-Jährige (afghanische Staatsbürgerin) wurde nach der Erstversorgung zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Im Zuge der polizeilichen Fahndungsmaßnahmen wurde etwa anderthalb Stunden nach der Tat über das Gemeinsame Zentrum der deutsch-tschechischen Polizei in Petrovice-Schwandorf bekannt, dass der Tatverdächtige mit seinem Pkw auf einer tschechischen Autobahn aufgespürt wurde. Tschechische Polizisten stoppten den 45-Jährigen mit seinem Fahrzeug zwischen Prag und Brno und nahmen ihn fest.
Der 45-jährige Tatverdächtige befindet sich nun in Polizeigewahrsam. Er soll überstellt und einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Chemnitz vorgeführt werden. Zur Tat an sich sowie zum Motiv laufen intensive Ermittlungen.
Tötungsdelikt in Wohnung – Tatverdächtiger im Ausland festgenommen
Umkehr in der Migrationspolitik oder Untergang!
Jeder weiß es.
Die Unterwanderungspolitik der letzten elf Jahre war ein katastrophaler Fehler.
Und trotzdem passiert nichts.
Statt den Wahnsinn rückgängig zu machen, wird er einfach fortgesetzt. Die dramatischen Folgen für unsere Sicherheit, unseren Wohlstand und unsere Freiheit werden einfach ignoriert.
Das ist kein Fehler mehr.
Das ist ein Verbrechen an unserem Land und an unseren Menschen.
Es reicht. Es braucht Umkehr. Es braucht Konsequenz.
Es braucht: Ab nach Hause.
Sechs Festnahmen bei Schlag gegen islamistischen Extremismus in Österreich

Dem heimischen Verfassungsschutz ist ein Schlag gegen den islamistischen Extremismus gelungen, der – wie die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) am Wochenende mitteilte – einschlägige Netzwerke „nachhaltig geschwächt“ haben dürfte. Sechs Personen wurden festgenommen, 14 Hausdurchsuchungen durchgeführt. In die gezielt im Mai gesetzte Schwerpunktaktion waren alle neun Landesämter Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) eingebunden.
Bei den Festgenommenen handelt es sich um fünf männliche Jugendliche und Erwachsene im Alter zwischen 14 und 45 Jahren und eine 16-Jährige. Ihnen wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, das Verbreiten von Propagandamaterial der Terror-Miliz „Islamischer Staat“ (IS), Aufforderung zu terroristischen Straftaten und das Gutheißen von terroristischen Straftaten vorgeworfen.
Bei den Hausdurchsuchungen wurden zahlreiche Beweismittel – Mobiltelefone, Datenträger, Laptops, Klapp- und Kampfmesser, Schriftstücke und einschlägige Bekleidungsstücke – sichergestellt. Die elektronischen Geräte und Datenträger müssen nun ausgewertet werden.
Drei Festnahmen am Joint Action Day
Zum Abschluss des Aktionsmonats wurde am vergangenen Mittwoch von der DSN, den LSE sowie der Generaldirektion für Strafvollzug und freiheitsentziehende Maßnahmen im Justizministerium ein österreichweiter Joint Action Day durchgeführt.
Drei der insgesamt sechs Festnahmeanordnungen wurden an dem Tag vollzogen. Der Verfassungsschutz wickelte binnen 24 Stunden zehn Gefährderansprachen und drei Sicherheitsdialoge ab. In den Justizanstalten wurden zahlreiche Haftraumdurchsuchungen bei wegen terroristischer Straftaten inhaftierten Personen durchgeführt.
„Aktionen wie diese sind ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen den islamistischen Extremismus und Terrorismus, bei dem wir nicht zuletzt aufgrund der beschleunigten Online-Radikalisierung eine steigende Tendenz erkennen“, hielt DSN-Direktorin Sylvia Mayer fest. Aufgabe des Verfassungsschutzes sei es, „als Frühwarnsystem im Vorfeld mögliche Gefahren zu erkennen und dagegen vorzugehen.“
Maßnahmen im Zusammenhang mit dem ESC
Eine Herausforderung war für die Staatsschutzbehörden der Eurovision Song Contest (ESC) in Wien. Um dessen sicheren Ablauf zu gewährleisten, wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen. Unter anderem wurden seit Mitte April 140 Meldeverpflichtungen, mehr als 40 Gefährderansprachen und 15 Sicherheitsdialoge durchgeführt. Der Schwerpunkt lag dabei im Raum Niederösterreich und Wien.
Dank ernteten die DSN- und LSE-Beamtinnen und -Beamte sowie die beteiligten Kräfte der Landespolizeidirektionen und der Einsatzgruppe Cobra am Sonntag von den zuständigen Regierungsmitgliedern. „Extremisten werden mit allem Nachdruck zum Schutz unserer Demokratie bekämpft“, betonte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) in einer Presseaussendung. „Der ‚Joint Action Day‘ zeigt deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Justizanstalten, Staatsanwaltschaften und den Sicherheitsbehörden ist“, betonte Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ).
„Der islamistische Extremismus ist eine der größten Bedrohungen für unser Land. Mit dem entschlossenen und gezielten Einschreiten des Verfassungsschutzes und der Justiz zeigen wir, dass in Österreich kein Platz für Extremismus ist“, hielt Staatsschutz-Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) fest.
Schweiz: Freibad hebt Ausländerverbot auf, verdoppelt aber Preise für Fremde

Das Freibad im schweizerischen Pruntrut (Kanton Jura) sorgt erneut für öffentliche Aufregung. Nach dem Zutrittsverbot für Ausländer (unzensuriert berichtete) im vergangenen Sommer hat die Gemeinde nun strengere Eintrittsregeln eingeführt. Ausländische Besucher dürfen die Anlage wieder nutzen, allerdings unter deutlich härteren Bedingungen als Einheimische.
Doppelte Preise für Fremde
Wie die Schweizer Plattform 20 Minuten berichtet, zahlen Erwachsene ohne Wohnsitz in Pruntrum künftig 15 Franken Eintritt. Ortsansässige kommen hingegen bereits mit 7,50 Franken ins Freibad. Der Preisunterschied beträgt also das Doppelte. Auch bei Jugendlichen ist die Differenz erheblich: Sie bezahlen 10 Franken statt 5 Franken. Damit kassiert das Bad bei auswärtigen Besuchern deutlich mehr ab, obwohl der Zutritt offiziell wieder erlaubt ist.
Weitere strenge Auflagen
Neben der Preisdifferenzierung wurden zusätzliche Vorschriften eingeführt. Personen ohne Wohnsitz in Pruntrut sowie ohne Aufenthalts-, Arbeits- oder Niederlassungsbewilligung müssen ihre Eintrittskarte verpflichtend online erwerben. Ein Saisonabo steht ihnen nicht zur Verfügung. Wer zudem keine anerkannte Touristenkarte besitzt, muss beim Eintritt einen gültigen amtlichen Ausweis vorlegen. Das elektronische Ticket muss ebenfalls vorgezeigt werden. Werden die Voraussetzungen nicht erfüllt, kann der Zutritt verweigert werden. Die Gemeinde begründet diese Regeln mit der Notwendigkeit zur effektiven Steuerung des Besucherstroms und zur Einhaltung der Zugangsbedingungen.
Sexuelle Belästigungen durch Migranten
Bereits im Sommer 2025 hatte das Freibad international für Aufsehen gesorgt. Damals hatte die Gemeinde ausländischen Besuchern den Zutritt vollständig untersagt. Vorausgegangen waren wiederholte Vorfälle mit Gruppen junger Migranten aus dem benachbarten Frankreich. Dabei soll es zu Belästigungen von Frauen und Angriffen auf das Sicherheitspersonal gekommen sein. Besonders Nordafrikaner hatten für Unruhe gesorgt: Sie hätten ins Becken gekotet, gestohlen und Frauen im Intimbereich begrapscht, hatte etwa ein Polizist berichtet
Kein generelles Verbot für Ausländer
Gemeindepräsident Philippe Eggertswyler verteidigte die neuen Maßnahmen gegenüber dem Portal. Er betonte, es gehe nicht darum, Schweizer und Franzosen gegeneinander auszuspielen, sondern darum, die Ruhe zu garantieren. Das neue Reglement ermögliche es, bei starkem Andrang oder Sicherheitsbedarf bestimmte Gruppen vorübergehend zu bevorzugen. Ein generelles Zutrittsverbot für Ausländer werde es nicht geben, allerdings galten nun andere Bedingungen für Ortsansässige als für Auswärtige.
Die Regelung betrifft nicht nur Grenzgänger aus Frankreich, sondern auch Touristen und Personen ohne Wohnsitz oder Arbeitsplatz in der Schweiz.
Tommy Robinson, Sohn seiner Klasse: Von Cool Britannia zu Free Palestine

Auf der „Unite the Kingdom“-Rally und der Gegendemo standen sich auch die Erben zweier Lager gegenüber. Auf der einen Seite diejenigen, die in den 90ern abgehängt und dem Multikulturalismus zum Fraß vorgeworfen wurden. Auf der anderen Seite jene, die genau diesen Prozess politisch und ideologisch vorangetrieben, mitgetragen und von ihm profitiert haben. Wenn heute alle möglichen Celebrities als Reaktion auf die UTK-Rally mit allerlei Antisemiten ein breites Bündnis gegen die „Far Right“ namens „Together Alliance“ gründen, das sich mit den „Unteilbar“- oder „Wir sind Mehr“-Bündnissen in Deutschlands vergleichen lässt, ist das die neueste Episode einer Aufführung, die man auch einen Klassenverrat nennen könnte, der mit New Labours„drittem Weg“ (Anthony Giddens)seinen Anfang nahm. Mit dem Label „Cool Britannia“ (in Anspielung auf „Rule Britannia“) verpasste Blair der Fortführung der Thatcherschen Deindustrialisierungspolitik ein hippes Label, womit er endgültig das Schicksal der Arbeiter Nordenglands besiegelte. Ab sofort passten die Sorgen und Nöte abgehängter Nordengländer beim wirtschaftlichen Umschwenken auf den Dienstleistungs- und Finanzsektor nicht mehr ins Programm: Sie waren un-cool geworden.
In der Kulturindustrie wurde diese Ära von Bands wie Oasis oder Blur repräsentiert, die mit dem Simulieren eines Working Class Image reüssierten und dabei „Klassenmerkmale ihrer Bedeutung“ beraubten „und sich für die Übernahme als abnehmbares, oft ironisches Kostüm oder als Performance anboten – eine Art Klassen-Drag“. Einher ging diese Simulation „mit dem Rückzug und der Vereinnahmung subversiver oder oppositioneller Subkulturen, die die 1970er und 1980er Jahre überstanden hatten.“ (28) Für diese Vermählung von sich rebellisch gebender Popmusik mit der aufsteigenden politischen Macht steht exemplarisch die Dankesrede des Oasis-Sängers Noel Gallagher bei der Verleihung der Brit-Awards 1996. Eigenen Berichten zufolge (und auch so deutlich erkennbar) tat er völlig zugedröhnt seine Unterstützung für Tony Blair kund: „Heute Abend sind sieben Leute in diesem Raum, die den jungen Menschen im Land ein bisschen Hoffnung geben: Bonehead, Alan White, Guigsy, Alan McGee, ich und Tony Blair! Und wenn ihr etwas auf die Reihe kriegt, geht rüber und gebt Tony Blair die Hand. Alle Macht dem Volk!“ (29)
Der Britpop spiegelte bei dieser Pseudorebellion „eine breitere kulturelle Wende hin zu politischer Selbstgefälligkeit wider und verstärkte diese; gleichzeitig lehnte er die als ‚politisch korrekt‘ empfundene Haltung und die liberalistische linke Politik der 1970er und 1980er Jahre zugunsten eines ‚ironischen‘ Chauvinismus und Sexismus ab. Der rückschrittliche kulturelle Diskurs der späten 1990er Jahre wurde durch das Phänomen des ‚New Laddism‘ veranschaulicht – eine kulturelle Identität, für die sich eine neue Generation von Männermagazinen wie Loaded einsetzte und die auf der Ausbeutung einer karikierten weißen Arbeiterklasse-Männlichkeit durch eine überwiegend bürgerliche Kulturindustrie beruhte.“ (30)
Das einst positive Klassenbild vom nordenglischen Arbeiter wurde über die Jahre dreifach zerstört: Erst wurden seine „Codes“ von Oasis und Co. kulturell angeeignet, dann wurde das Cliché vom weißen rassistischen, sexistischen usw. Arbeiter spätestens mit Black Lives Matter endgültig zum gesellschaftsfähigen pauschalen Feindbild der „Neuen Klasse“. Währenddessen entzog die Politik dem real existierenden Arbeiter die Lebensgrundlage und lieferte ihn in den maroden ehemaligen Industriegebieten der Herrschaft islamischer „Community Leader“ samt ihres gruppenvergewaltigenden und hasspredigenden Anhangs aus.
Die „Together Alliance“gibt sich ähnlich rebellisch wie die Britpoper in den 1990er Jahren. Doch nicht nur wegen dieser Pose kann sie als Nachfolger von Cool Britannia angesehen werden. Das heutige linke Künstler-Milieu hat sich über verschiedene Stationen zu dem entwickelt, was es heute ist, beginnend mit der Abkehr von Blairs Politik spätestens mit dessen Unterstützung des Irakkrieges. Während Blair seit den Anschlägen vom 7. Juli 2005 in London einsah, dass der Multikulturalismus doch nicht so eine tolle Sache ist wie er einst dachte, (31) radikalisierte sich der linke Multikulturalismus und fand bald in Gestalt des Antisemiten und Islamfreundes Jeremy Corbyn seinen vorläufigen Höhepunkt. Der Spalt zwischen Nordengland und der linken hippen Elite weitete sich weiter in der Zeit um das Brexit-Votum, in der der Protest der Arbeiterschaft als Verrat an der freilich antinationalen „Einheit“ bezeichnet wurde. Selbstredend war jene Kulturelite auch bei Black Lives Matter vorn mit dabei und nach dem 7. Oktober wurde „Free Palestine“ das „current thing“, dem auch der als „Modfather“ und Vorbild für Oasis geltende Paul Weller anhängt.
Während zu Zeiten von Cool Britannia der Union Jack noch positiv besetzt war, gilt die Fahne spätestens seit dem Brexit als problematisch, weil die falschen Leute sie schwenken. Das ist ganz im Sinne der EU-Technokraten, über die sich Nigel Farage bei seinem Abgang aus dem EU-Parlament lustig machte: Er und seine Abgeordneten provozierten ihren Rauswurf aus dem Parlamentssaal, indem sie demonstrativ kleine Union Jack-Fähnchen schwenkten. Dort ist das Zeigen von nationalen Symbolen, ähnlich wie im Autonomen Zentrum, verboten und gilt als Zeichen von rückständigen Nationalisten.




