Minderjährige und Macheten: Frankreichs tödliche neue Normalität

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Der Prozess gegen den Mann, der angeklagt ist, den jungen Matisse am 24. April letzten Jahres erstochen zu haben, steht in einer Reihe von Verbrechen, die zum Symbol für einen beunruhigenden Trend in Frankreich geworden sind. Ein neuer Bericht, der der Regierung vorgelegt wurde, weist auf die starke Zunahme von Angriffen mit Stichwaffen hin, die in vielen Fällen von immer jüngeren Tätern begangen werden, von denen einige minderjährig sind. Die Behörden scheinen völlig machtlos zu sein, diesen dramatischen Trend zu stoppen.

Die Morde an Teenagern, die mit Klingenwaffen getötet wurden, haben in den letzten Monaten in Frankreich mehrfach Schlagzeilen gemacht: banale Geschichten von Provokationen, bösen Blicken und Telefondiebstählen, die in brutale Morde mit Messern oder manchmal sogar Macheten ausarten. Angesichts des Ausmaßes dieses Phänomens hat Premierminister François Bayrou einen Sonderbericht mit dem Titel „Messerwaffen bei Minderjährigen“ in Auftrag gegeben.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass es „zunehmend bewaffnete Gewalt unter Jugendlichen“ gibt. Nach Zahlen aus dem Jahr 2024 sind 31 % der mutmaßlichen Täter von bewaffneten Raubüberfällen Minderjährige im Alter von 13 bis 17 Jahren. Außerdem ist bei 57 % der von Minderjährigen begangenen Tötungsdelikte ein Messer im Spiel.

Neben diesen Zahlen enthält der Bericht eine Reihe von Empfehlungen, die eine weitere Eskalation der Gewalt verhindern sollen.

Die vorgeschlagenen Lösungen konzentrieren sich jedoch darauf, das Problem anzugehen, nachdem es bereits Wurzeln geschlagen hat, indem der Zugang zu Waffen reguliert und härtere Strafen verhängt werden. Der zugrunde liegende Ansatz deutet auf eine strengere staatliche Kontrolle hin, einschließlich der Überwachung sozialer Medien und einer erweiterten Videoüberwachung. Doch ob es nun darum geht, vor oder nach der Tat zu handeln, der Bericht hinterfragt weder die Motive noch die Gründe für die dramatische Brutalisierung der französischen Gesellschaft. Warum greifen immer mehr junge Menschen zu Gewalt in einer Weise, die noch vor wenigen Jahren unbekannt war?

Der Verlust von moralischen und erzieherischen Werten wird offensichtlich nicht erwähnt. Außerdem schweigt sich der Bericht seltsamerweise über das Profil der Angreifer aus. Als die Morde an Thomas in Crépol und Elias in Paris aufgedeckt wurden, blieb die Presse erstaunlich diskret, um nicht zu sagen unehrlich, was die genauen Motive der Mörder und ihren sozio-ethnischen Hintergrund angeht.

Im Fall des Mordes an Thomas in Crépol, der Opfer eines Überfalls von Jugendbanden mit Migrationshintergrund wurde, die zu einem Dorffest kamen, um „Weiße anzugreifen“, war die Vertuschung des rassistischen Motivs gegen Weiße Gegenstand eines Medien- und Justizskandals, den die Angehörigen des Opfers wohl nicht vergessen werden.

Kürzlich veröffentlichte die Mutter des 15-jährigen Elias, der mitten in Paris mit einer Axt getötet wurde, nachdem ihm sein Telefon gestohlen worden war, einen offenen Brief in Le Figaro, um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen. Sie beschuldigt die Medien, „nicht die Ehrlichkeit zu haben, die Worte ‚Machete‘ und ‚Axt‘ zu schreiben, sondern die Tat zu verharmlosen, indem sie von einem Messer sprechen“.

Heute, nach der Veröffentlichung dieses neuen Berichts, schließen sich viele Franzosen den Worten der Mutter von Elias an: „Ich warte auf Antworten und ich höre keine Antworten.“

Minors and Machetes: France’s Deadly New Normal ━ The European Conservative