
Der Südtiroler Landtag hat am Mittwoch einen Änderungsvorschlag von Landesrat Hubert Messner (SVP) verabschiedet, der die rechtlichen Grundlagen für den medizinisch assistierten Suizid in Südtirol schaffen soll. Hintergrund ist das Fehlen einer entsprechenden staatlichen Regelung auf nationaler Ebene.
Vorgesehen ist die Einrichtung einer ständigen multidisziplinären Kommission. Diese soll künftig die Voraussetzungen für den Zugang zum assistierten Suizid, die entsprechenden Verfahren, die Überprüfung der Voraussetzungen sowie die Begleitung und Kostenübernahme regeln und überwachen.
Kritik an dem Vorhaben kommt von der Bewegung für das Leben Südtirol. Deren Vizevorsitzender, Francesco Avanzini, stellt die Einführung des assistierten Suizids grundsätzlich infrage. Aus seiner Sicht bestehe die Aufgabe von Ärzten darin, Leben zu schützen und zu erhalten. Der assistierte Suizid beseitige nicht das Leid, sondern beende das Leben des leidenden Menschen.
Francesco Avanzini fordert stattdessen einen stärkeren Ausbau der Palliativversorgung. Seit Jahren werde auf den Bedarf an zusätzlichen Fachkräften in diesem Bereich hingewiesen.
Die Sterbehilfe sei für ihn kein gesellschaftlicher Fortschritt, sondern Ausdruck einer problematischen Entwicklung im Umgang mit Krankheit, Leiden und dem Lebensende.
Mit der Entscheidung des Landtags rückt die Einführung einer Regelung zum assistierten Suizid in Südtirol nun näher. Die gesellschaftliche und ethische Debatte darüber dürfte jedoch weiter an Intensität gewinnen.