Deutschlands „Firewall“, schließt die Zusammenarbeit mit der rechten Alternative für Deutschland (AfD) mit einem großen Teil der Wählerschaft weiter aus, wobei neue Umfragen zeigen, dass die Wähler jetzt über die Weigerung der regierenden CDU, mit der konservativen Partei zusammenzuarbeiten, geteilter Meinung sind.
Laut der jüngsten Deutschlandtrend-Umfrage von Infratest Dimap für ARD und Welt sagen 47 Prozent der Deutschen nun, dass der Ausschluss der CDU aus der Zusammenarbeit mit der AfD nicht gut ist, während der gleiche Anteil für richtig hält. Das ist eine deutliche Verschiebung seit September 2024, mit einem Widerstand gegen die Haltung, die um 12 Punkte steigt und die Unterstützung um 13 Punkte zu sinken.
Die Zahlen kommen, da die AfD die stärkste Partei Deutschlands in der nationalen Umfrage bleibt. Infrets Dimap setzt die AfD unverändert auf 27 Prozent, vor der CDU/CSU auf 23 Prozent, wobei die Grünen auf 14 Prozent, die SPD auf 13 Prozent und die Linkspartei auf 10 Prozent liegen. Die FDP und die BSW würden beide unter der Fünf-Prozent-Schwelle für den Einzug ins Parlament bleiben.
Die Position der CDU hat bei den eigenen Wählern immer noch eine klarere Unterstützung, wobei 62 Prozent der CDU/CSU-Anhänger sagen, dass der Ausschluss der Zusammenarbeit mit der AfD richtig ist. Das allgemeine nationale Bild deutet jedoch darauf hin, dass die Politik nicht mehr von einer klaren öffentlichen Mehrheit unterstützt wird.
Die Ost-West-Kluft ist besonders stark in der AfD-Frage. In Westdeutschland unterstützt eine knappe Mehrheit nach wie vor den Ausschluss der Zusammenarbeit mit der AfD (50 Prozent dafür zu 45 Prozent dagegen). Im Osten, wo die AfD einen Teil ihrer stärksten Unterstützung aufgebaut hat, spricht sich eine klare Mehrheit gegen die Haltung der CDU aus (58 Prozent gegen 38 Prozent dafür).
Die Umfrage deutet auch auf eine tiefere Vertrauenskrise in die etablierten Parteien Deutschlands hin. Nur die Hälfte der Befragten gab an, dass sie ihre bevorzugte Partei aus Überzeugung unterstützen, während 46 Prozent sagten, dass ihre Wahl von Enttäuschungen über die Alternativen getrieben sei. Als die gleiche Frage im Jahr 2018 gestellt wurde, sagten 61 Prozent, dass die Verurteilung der Hauptgrund für ihre Parteipräferenz sei.
Diese Enttäuschung ist besonders bei den AfD-Wählern ausgeprägt. Die Umfrage ergab, dass 57 Prozent der AfD-Anhänger in erster Linie durch Frustration über andere Parteien motiviert sind, obwohl die Partei auch bei ihrem politischen Programm in ihrer eigenen Basis stark abschneidet.
Die Ergebnisse kommen nach einer Reihe von starken Ergebnissen und Umfrage-Boosts für die AfD, insbesondere in Ostdeutschland. Im vergangenen Monat gewann der AfD-Politiker René Stadtkewitz mit 58,4 Prozent der Stimmen eine vorgezogene Bürgermeisterwahl in Zehdenick, wobei er der erste direkt gewählte Bürgermeister der Partei im Staat wurde. Separate Regionalumfragen haben auch die Partei an der Schwelle zu absoluten Mehrheiten in Sachsen und Sachsen-Anhalt gezeigt.
AfD-Co-Chefin Alice Weidel hat den Trend als Teil einer breiteren politischen Neuausrichtung dargestellt und nach früheren Umfragegewinnen geschrieben: “Die politische Verschiebung ist unvermeidlich – wir werden die Interessen unseres Landes und unserer Bürger wieder in den Vordergrund stellen!”
Der Druck auf die CDU wird durch tiefe Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz und der Bundesregierung verstärkt. Nach den von der Welt zitierten Deutschlandtrend-Zahlen sind nur 16 Prozent der Deutschen mit der Performance von Merz zufrieden, 82 Prozent sind unzufrieden. Insgesamt sind nur 12 Prozent mit der Bundesregierung zufrieden oder sehr zufrieden, verglichen mit 87 Prozent, die weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden sind.
Auch der ökonomische Pessimismus belastet die politische Landschaft. Die Wirtschaft ist jetzt das Top-Thema für die Wähler, vor Flüchtlingen und Migration. Nur 13 Prozent bezeichnen die wirtschaftliche Situation Deutschlands als gut, 85 Prozent aber weniger gut oder schlecht. Nur sechs Prozent erwarten, dass es in einem Jahr besser gehen wird, während 38 Prozent erwarten, dass sich die Dinge verschlechtern werden.
