
Durch eine Bürgerzuschrift wurde FPÖ-Nationalabgeordneter und Freistädter Stadtrat Harald Schuh auf einen Vorgang aufmerksam, der in einer oberösterreichischen Kleinstadt für Aufsehen sorgt. An einer Volksschule in Freistadt finden teilweise Unterrichtseinheiten in türkischer Sprache statt. Die Schule hat dies auf Nachfrage bestätigt. Grundlage ist der bundesgesetzlich vorgesehene Erstsprachenunterricht.
Integration in der Praxis
Harald Schuh zeigte sich in einer Presseausendung irritiert. In österreichischen Volksschulen müsse Deutsch die zentrale gemeinsame Sprache sein. Besonders problematisch sei es, wenn auch Kinder betroffen sind, die österreichische Staatsbürger sind und in Österreich geboren wurden. Schuh nimmt Neos-Bildungsminister Christoph Wiederkehr und ÖVP-Integrationsministerin Claudia Bauer in die Pflicht. Der türkische Unterricht widerspreche den angekündigten Hausordnungen, wonach Deutsch die gemeinsame Sprache sein soll. Die FPÖ Oberösterreich habe sich immer dafür eingesetzt, dass Deutsch auch am Pausenhof selbstverständlich bleibt. Stattdessen entstünden sprachliche Parallelstrukturen. Wörtlich sagte Schuh dazu:
Solche Zustände kannte man nur aus Großstädten wie Wien. Mittlerweile ist diese Problematik auch in der Mühlviertler Kleinstadt angekommen.
Zweite und dritte Generation
Besonders kritisch bewertet Schuh die Entwicklung vor dem Hintergrund, dass die türkische Community in Freistadt seit Jahrzehnten präsent ist. Integration hätte längst gelingen müssen. Wenn Kinder der zweiten oder dritten Generation schlechter Deutsch sprechen als ihre Eltern oder Großeltern, dürfe dieses Problem nicht auf dem Rücken der Lehrer und deutschsprachigen Mitschüler ausgetragen werden. Schuh spricht sich in diesem Zusammenhang auch gegen die geplante Großmoschee in Freistadt aus.
Die Volksschule dürfe nicht dazu dienen, Versäumnisse in der Integration durch zusätzliche muttersprachliche Angebote auszugleichen. Wer in Österreich lebe und hier zur Schule gehe, müsse vor allem die deutsche Sprache auf höchstem Niveau beherrschen. Alles andere schaffe falsche Anreize und behindere echte Teilhabe.
Parlamentarische Anfrage angekündigt
Harald Schuh kündigte eine parlamentarische Anfrage an. Darin will er unter anderem klären lassen, an wie vielen Schulen in Österreich Türkisch als Erstsprachenunterricht angeboten wird, wie viele Schüler daran teilnehmen, wie viele davon bereits österreichische Staatsbürger sind, welche Kosten entstehen, welche Qualifikationen die Lehrkräfte haben und wie die Bundesregierung sicherstellen will, dass Deutsch als gemeinsame Unterrichts- und Alltagssprache nicht geschwächt wird.
Der Fall reiht sich ein in eine längere Debatte um muttersprachlichen Unterricht und Deutschförderung an österreichischen Schulen. Während Befürworter auf die Stärkung der Herkunftssprache verweisen, warnen Kritiker vor der Entstehung von Parallelgesellschaften und einer Schwächung der Integrationskraft der deutschen Sprache. Schuh sieht in Freistadt ein klares Beispiel dafür, dass der bisherige Weg nicht zum Erfolg führt.