Bayrische Polizei durchsucht das Haus eines AfD-Abgeordneten wegen jahrealter Social-Media-Beiträge

Polizei und Staatsanwaltschaft in München führten am Freitagmorgen Durchsuchungen im Privathaus und im Büro des Bayerischen Landtags des AfD-Abgeordneten René Dierkes durch, angeblich im Zusammenhang mit angeblichen Beleidigungen und Social-Media-Beiträgen, die mehrere Jahre zurückreichen.

Dierkes, 34, der den Wahlkreis München-Ost im Bayerischen Landtag vertritt, sagte, die Untersuchung beziehe sich auf satirische Beiträge und Memes, die vor etwa zwei Jahren auf seinem X-Account von einem Mitarbeiter veröffentlicht wurden, der inzwischen seinen Arbeitsplatz verlassen hat. Er sagte, die Behörden untersuchen auch eine angebliche Beleidigung, die ihm von einem ehemaligen Parteimitglied zugeschrieben wurde und die Berichten zufolge fünf Jahre alt ist.

In einer nach der Durchsuchung veröffentlichten Erklärung beschrieb Dierkes die Untersuchung als politisch motiviert und warf Rivalen vor, versucht zu haben, ihn zu diskreditieren.

“Der Hintergrund sind Beiträge auf meinem X-Konto, die etwa zwei Jahre alt sind und von einem Mitarbeiter verfasst wurden, der nicht mehr für mich arbeitet”, sagte er und fügte hinzu, dass ein interner Parteirivale, der zuvor ein öffentliches Amt angestrebt hatte, “eine Verleumdungskampagne gegen meine Person” gestartet habe.

“Ich werde gegen diese politische Hexenjagd vorgehen”, sagte er.

Laut Berichten von Bild erschienen Polizisten sowohl in Dierkes’ Münchner Residenz als auch in seinem Parlamentsbüro im Rahmen der Operation. Die genaue rechtliche Grundlage für die Durchsuchung war zunächst unklar, und die Münchner Staatsanwaltschaft hatte nicht sofort eine ausführliche Erklärung zu diesem Schritt veröffentlicht.

Der Vorsitzende der AfD, Stephan Protschka, kritisierte die Maßnahme scharf und meinte, sie spiegele politische Voreingenommenheit der Behörden wider. “Es soll angeblich um angebliche Beleidigungen gehen. Meiner Ansicht nach ist dies eine demütigende Entscheidung der Behörden gegen die Opposition”, sagte Protschka gegenüber Bild.

Die Suche hat zusätzliche Fragen aufgeworfen, da der bayerische Landtag nicht formell für die Aufhebung der parlamentarischen Immunität von Dierkes zuvor gestimmt hat. Laut Bild arbeiteten die Ermittler nach einem “vereinfachten Verfahren”, einem rechtlichen Mechanismus, der Durchsuchungen in bestimmten Fällen ohne vorherige parlamentarische Abstimmung erlaubt.

Dierkes, der im Oktober 2023 in den bayerischen Landtag gewählt wurde und Vorsitzender des AfD-Bezirksverbandes München-Ost ist, steht seit April 2025 unter Beobachtung des bayerischen Inlandsgeheimdienstes.

Die Überwachung folgte auf eine Überprüfung durch das Bayerische Landesamt für den Schutz der Verfassung, die zu dem Schluss kam, dass die Überwachung “verhältnismäßig” sei. Laut einer Antwort der bayerischen Landesregierung auf parlamentarische Anfragen grüner und sozialdemokratischer Abgeordneter identifizierten Beamte Äußerungen von Dierkes, die angeblich “ein ethnisches Volkskonzept, das der Menschenwürde widerspricht”, fördern und “verfassungswidrige Umwanderung” forderten, wie BR24 im vergangenen Jahr zitierte.

Die Behörden verwiesen auch auf seine bedeutende Reichweite in den sozialen Medien und seine Rolle als prominente Persönlichkeit innerhalb der regionalen Führungsstruktur der AfD. Der Punkt der Social-Media-Reichweite ist umstritten – Dierkes hat nur 6.800 Follower auf X und 5.600 Follower auf Facebook.

Dierkes hat die Auslegung seiner Äußerungen durch das Landesamt entschieden zurückgewiesen und im vergangenen Jahr mit rechtlichen Schritten gedroht.

German police raid AfD lawmaker’s home over years-old social media posts

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