
Es gibt in Deutschland Dinge, auf die man sich verlassen kann: immer maroder werdende Innenstädte, ein ständig verspäteter Zugverkehr – und dass ein Politiker irgendetwas sagt, worüber sich sofort die gesamte linke Bubble empört. Diesmal trifft es sogar Kanzler Friedrich Merz höchstpersönlich.
Darüber darf man nicht mehr sprechen
„Wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz unlängst auf einer Pressekonferenz.
Der Kanzler meinte damit offensichtlich den massiven Anstieg von Ausländern in Deutschland – oder einfach nur, dass es in deutschen Innenstädten nicht mehr so aussieht wie noch vor zwanzig Jahren. Obwohl die fortschreitende Überfremdung längst jedem Deutschen aufgefallen sein dürfte, darf man im heutigen Deutschland darüber nicht mehr offen sprechen – zumindest nicht, ohne gleich eine linke Empörungswelle loszutreten.
Seit den Aussagen des Bundeskanzlers zum Stadtbild tobt wieder einmal der Lieblingskrieg der woken Bundesrepublik: der Kampf um die Frage, was man noch sagen darf – ein Dauerbrenner, der zuverlässig jede Woche in mindestens drei Talkshows, fünf Kolumnen und unzähligen Wut-Tweets gipfelt.

Kai Diekmann entdeckt die Döner-Dystopie
Ex-Bild-Chef Kai Diekmann mischte sich selbstverständlich ebenfalls in die Debatte ein. Auf X schrieb er, dass es in deutschen Städten kaum noch Bäckereien, aber „jede Menge Döner-Läden und Shisha-Shops“ gebe.
„Just saying…“, fügte er hinzu – was ungefähr bedeutet: Ich will keinen Shitstorm, aber genau das wird jetzt passieren.
Prompt kam die Replik von linken Journalisten und Meinungsmachern: Nicht Migration sei das Problem, sondern Jahrzehnte politischer Vernachlässigung. Abschieben allein würde die Innenstädte höchstens noch trostloser machen.
Kurz gesagt: Der eine sieht zu viele Shishas, der andere zu wenig Schnitzel. Deutschland diskutiert lieber über kulinarische Symbolik, anstatt endlich mehr Abschiebungen zu fordern.
Dobrindt verteidigt Merz – und erklärt das Stadtbild zur Meinungsfreiheit
CSU-Minister Alexander Dobrindt eilte Friedrich Merz zur Rettung: Die Rassismus-Vorwürfe gegen den Kanzler seien „totaler Unsinn“. Man dürfe ja wohl noch sagen, dass sich das Stadtbild verändert habe.
Dass Merz dabei gar nicht das Wort „Migration“ benutzt hatte, sondern nur „dieses Problem“ – geschenkt. In Deutschland genügt das mittlerweile, damit Linke die Rückkehr des Faschismus ausrufen und dagegen demonstrieren.
„Man sollte schon noch so sprechen können, wie es die Menschen empfinden“, sagte Dobrindt. Die Menschen nickten, schrieben 50.000 Tweets – und beschwerten sich gleichzeitig, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland von Linken und Grünen zunichte gemacht wird.
Grüne mit offener Empörungs-Petition
Die Grünen forderten in gewohnter Manier eine Entschuldigung: Die Aussage des Kanzlers zum vorherrschenden Stadtbild sei „rassistisch, diskriminierend, verletzend und unanständig“. Ein Satz, der im Bundestag vermutlich automatisch aus der grünen Empörungs-Vorlagenmappe kopiert wurde.
Man fordere Respekt, Vielfalt und Sensibilität, heißt es weiter in dem Offenen Brief der Grünen. Merz solle „allen, die von Rassismus betroffen sind“, öffentlich um Verzeihung bitten. Am besten live im Fernsehen, begleitet von einem Orchester der moralischen Entrüstung.
Ein Land schafft sich ab
Es ist faszinierend, mit welcher Präzision Deutschland immer wieder neue Debatten über Debatten führt. Kaum sagt jemand „Stadtbild“, wird das ganze Land zum literarischen Zirkel für Untertöne.
Bundeskanzler Merz wollte vermutlich gar nichts Großes lostreten – vielleicht einfach nur sagen, dass die Städte anders aussehen. Jetzt sieht Deutschland wieder einmal aus wie das, was es am besten kann: ein Land im moralischen Ausnahmezustand.
Denn in Deutschland darf man (fast) alles sagen. Vorausgesetzt es passt den Linken und Woken.
Deutschland streitet darüber, was man noch sagen darf – UnserTirol24