Mohammad aus Syrien als Patient willkommen, Eva aus Purkersdorf nicht

Eine Dienstanweisung – samt Drohung von Konsequenzen bei Zuwiderhandeln – des Wiener Gesundheitsverbundes sorgt für große Aufregung.
Foto: Screenshot / X

Mit einem Posting auf dem Kurznachrichtendienst X hat der bekannte Journalist Richard Schmitt (Kronen Zeitungexxpress) den Streit um Gastpatienten als politischen Alltagswahnsinn der Wiener SPÖ bezeichnet.

Keine Patienten ohne Meldezettel in Wien

Es geht um eine Dienstanweisung des Wiener Gesundheitsverbundes in der Klinik Ottakring (früher Wilhelminenspital), die den Mitarbeitern zur Kenntnis gebracht wurde. Wörtlich ist dort – natürlich brav gegendert – zu lesen:

Mit sofortiger Wirkung dürfen keine Patient*innen mehr, die keinen Hauptwohnsitz in Wien haben, in Wartelisten aufgenommen werden. 

„Mohammad aus Syrien ist als Patient weiter willkommen, Eva aus Purkersdorf aber bitte nicht“, kommentierte Schmitt diesen Satz und richtete damit eine Spitze gegen die rot-pinke Wiener Stadtregierung, die zwar gerne Einreisende aus Drittstaaten in ihren Krankenhäusern operiert oder pflegt, aber Gastpatienten aus Niederösterreich nicht. 

Mikl-Leitner prangerte Ungerechtigkeit an

Wie berichtet, empfindet das auch die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) als Ungerechtigkeit und meinte: 

Es kann nicht sein, dass ausländische Staatsbürger mit einem Wiener Meldezettel, die vielleicht nie ins System eingezahlt haben, in Wiener Spitälern versorgt werden und Niederösterreicher nicht, nur weil sie Niederösterreicher sind.

Mikl-Leitner platzte endgültig der Kragen, als einem Mann aus dem Bezirk Mistelbach in Niederösterreich ein Operationstermin nach eineinhalb Jahren abgesagt wurde. Und zwar mit der Begründung, dass der Patient seinen Hauptwohnsitz in Niederösterreich habe.

Mohammad aus Syrien als Patient willkommen, Eva aus Purkersdorf nicht – Unzensuriert