Seit 2022: Hamburg gab fast 600 Millionen Euro für Asylhotels aus

Die Unterbringung von Migranten in Hotels hat die Stadt Hamburg in den vergangenen Jahren mehrere hundert Millionen Euro gekostet. Das geht aus einer aktuellen Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Abgeordneten Thomas Reich hervor. Seit Beginn der Nutzung solcher Unterkünfte im Jahr 2022 summieren sich die Ausgaben insgesamt auf rund 593 Millionen Euro.

Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Dimension der Ausgaben: Allein zwischen 2022 und 2025 entstanden Kosten von knapp 593 Millionen Euro für Hotelunterbringung und Verpflegung. Davon entfielen rund 324 Millionen Euro auf die Übernachtungskosten und etwa 269 Millionen Euro auf Catering-Leistungen. Die jährlichen Gesamtausgaben stiegen deutlich an. So beliefen sie sich 2022 noch auf rund 69 Millionen Euro, 2023 lagen die Kosten bereits bei etwa 170 Millionen Euro und 2024 erreichten sie mit rund 190 Millionen Euro ihren bisherigen Höchststand. Für das Jahr 2025 werden rund 164 Millionen Euro ausgewiesen.

Parallel zu den Ausgaben entwickelte sich die Zahl der untergebrachten Personen vergleichsweise moderat. So waren Ende 2023 rund 6.224 Menschen in entsprechenden Einrichtungen untergebracht, 2024 waren es etwa 6.062 und im Jahr 2025 sank die Zahl auf gut 5.000 Personen. Gleichzeitig erhöhten sich die durchschnittlichen Tagessätze pro Person. So stiegen die Kosten für die Unterbringung von rund 35,73 Euro im Jahr 2022 auf etwa 44,80 Euro im Jahr 2025, während sich die Verpflegungskosten in einer ähnlichen Größenordnung bewegten und zeitweise bei über 38 Euro pro Tag lagen.

Der Senat weist darauf hin, dass Hotels und ähnliche Unterkünfte vor allem als Übergangslösung genutzt wurden. Hintergrund sei der starke Zuzug infolge des Ukrainekrieges, der kurzfristig zusätzliche Kapazitäten erforderlich gemacht habe. Das Ziel bestehe darin, diese vergleichsweise teuren Unterbringungsformen schrittweise durch reguläre Strukturen zu ersetzen.

In ihrer Antwort betont die Stadt, dass die Integration von Migranten für den Arbeitsmarkt von großer Bedeutung sei. So sei der Anstieg sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung insbesondere auf ausländische Arbeitskräfte zurückzuführen. Auch die Beschäftigungsquote von Migranten habe sich in den vergangenen Jahren erhöht. Zudem wird auf Studien verwiesen, denen zufolge Investitionen in Integration langfristig positive wirtschaftliche Effekte haben könnten, etwa durch eine höhere Erwerbsbeteiligung und steigende Steuer- und Sozialabgaben.

Kritik an dieser Entwicklung kommt von der AfD. In einer Aussendung spricht der haushaltspolitische Sprecher Thomas Reich von einem „seit Jahren andauernden historischen Ausgabenirrsinn, der endlich gestoppt werden muss“. Der Abgeordnete kritisiert zudem mangelnde Transparenz. Der Senat schütze Mietkosten als „Geschäftsgeheimnis“ und plane keine fiskalische Bilanz. „Das ist pure Verschleierung“, so die Kritik. Auch die Bewertung der Integration sieht er skeptisch: „Integration als Allheilmittel? Die Beschäftigungsquoten täuschen: Ohne eigene Längsschnittstudie bleibt das eine rot-grüne Illusion.“

FREILICH Magazin

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