Schon wieder das Zweite Deutsche Fernsehen: Nach der versuchten Enthauptung eines Mannes in Belfast und den anschließenden Protesten behauptet das ZDF, ein „rassistischer Mob” habe Jagd auf Migranten gemacht – und dazu aufgerufen hätten der britische Aktivist Tommy Robinson und Tech-Milliardär Elon Musk. Nach öffentlicher Kritik muss der Sender zurückrudern: Die Formulierung sei „unpräzise und missverständlich” gewesen.

Bei genauem Hinsehen bröckelt die Erzählung: Musk hatte einen Post von Tommy Robinson lediglich mit den Worten kommentiert, nur wiederholter und lauter Protest führe zu Wandel. Aus „Protest” macht das ZDF einen Aufruf zur Gewalt. Dazu übersetzt die Moderatorin in der Live-Sendung das englische „Trouble” falsch mit „Unruhe” statt mit „Ärger” – und stützt so das gewünschte Narrativ. Am Ende steht ausgerechnet die Forderung, soziale Medien stärker zu regulieren.