
Nach fast 12 Stunden ist die Geiselnahme in einem Supermarkt in Berlin-Marienfelde beendet worden. “Der Täter ist durch Spezialkräfte überwältigt und die Geisel befreit worden”, sagte Polizeisprecher Florian Nath am Samstagvormittag. Gegen 9:20 Uhr sei der Zugriff erfolgt.
Zum Zustand der Frau konnte der Polizeisprecher zunächst nur berichten, dass sie unter Schock stehe, von Rettungskräften behandelt und in eine Klinik gebracht wurde. Der Täter wurde leicht verletzt ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht.
Bei dem Geiselnehmer handelt sich um einen 29-jährigen Mann mit türkischer Staatsbürgerschaft. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem rbb am Samstagmittag. Nach seinen Worten soll am Sonntag entschieden werden, ob der Mann einem Haftrichter vorgeführt wird.
Am Freitagabend hatte der Täter nach Angaben der Polizei gegen 22 Uhr eine Frau in einem Rewe-Markt in seine Gewalt gebracht und bedroht. “Wir haben Kontakt zu dem Geiselnehmer, zu dem Mann”, sagte Polizeisprecher Stefan Petersen-Schümann während des Polizeieinsatzes dem rbb.
Der Mann habe im Verlauf des Einsatzes unterschiedliche Forderungen gestellt.
Nach ersten Erkenntnissen sollen der Mann und die Geisel vor der Tat in keiner Beziehung zueinander gestanden haben.
Der Rewe-Supermarkt an der Hildburghauser Straße, Ecke Tirschenreuther Ring, wurde weiträumig abgesperrt, wie eine rbb-Reporterin berichtete. Die Polizei war mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) sowie weiteren Einsatzkräften vor Ort. Unterstützt wurden die Beamten von der Feuerwehr und dem Rettungsdienst.
Nach Angaben eines Mitarbeiters des Rewe-Markts handelte es sich bei der Geisel um eine Kollegin.
Der Mitarbeiter berichtete außerdem, dass der Täter mit einem sehr großen Messer bewaffnet gewesen sei. Seinen Schilderungen zufolge stand der Supermarkt am Freitagabend kurz vor der Schließung. Er habe die letzten Kunden aus dem Geschäft begleiten wollen, als der Mann plötzlich ein Messer gezogen habe.
Der Täter ist polizeibekannt, so der Sprecher zu BILD.