
Vom alten Glanz der Deutschen Bahn ist heute nichts mehr übrig. Abgesehen von einer Tradition, die bis heute penibel mit deutscher Gründlichkeit gepflegt wird: die pünktliche Überweisung millionenschwerer Zahlungen an Manager, selbst wenn die Leistungsbilanz katastrophal ausfällt.
Der Konzern kämpft seit mehr als einem Jahrzehnt mit chronischen Verspätungen, einem maroden Schienennetz und tiefroten Zahlen. Nichts daran hat sich für die Kunden verändert, eher verschlimmert. Dennoch fließen weiter hohe Summen in die Taschen ehemaliger Führungskräfte.
11,3 Millionen für vier Abgänge
Allein für vier Manager, die 2025 den Konzern verlassen mussten, summieren sich die Abfindungen auf insgesamt 11,3 Millionen Euro. Diese Zahlungen ergeben sich aus laufenden Verträgen, die teilweise noch bis 2027 Gültigkeit hatten und vorzeitig aufgelöst wurden.
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Richard Lutz schied im Herbst 2025 aus. Für das vorzeitige Ende seiner Amtszeit stehen ihm 3,4 Millionen Euro zu – der höchste Einzelbetrag in dieser Runde.
Auflösung der Digitalabteilung – hohe Ablösung für die Ex-Chefin
Daniela Gerd tom Markotten, zuletzt für den Digitalbereich verantwortlich, musste gehen, als ihr gesamter Bereich gestrichen wurde. Trotz des angekündigten Sparkurses erhält sie 2,9 Millionen Euro.
Verluste bei Cargo – trotzdem 2,5 Millionen Abfindung
Sigrid Nikutta leitete bis 2025 die Güterverkehrssparte DB Cargo, die unter ihrer Führung massive Verluste schrieb. Auch sie verlässt das Unternehmen mit etwa 2,5 Millionen Euro.
Ähnlich hoch fällt die Zahlung für Berthold Huber aus, der als Infrastrukturvorstand jahrelang für das Schienennetz zuständig war – ohne nennenswerte Sanierungserfolge. Auch er erhält rund 2,5 Millionen Euro.
Schweigen aus der Konzernzentrale
Auf Nachfrage teilte ein Bahnsprecher mit, man äußere sich grundsätzlich nicht zu personal- oder vertragsbezogenen Themen. Genauere Angaben sollen im Geschäftsbericht 2025 enthalten sein, der Ende März 2026 veröffentlicht wird.
Die neue Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla, seit Oktober 2025 im Amt, hat einen strikten Sanierungskurs ausgerufen. Geplant ist unter anderem der Abbau jedes dritten Managementbüros. Die millionenschweren Abfindungen belasten den Konzern jedoch zusätzlich in ohnehin angespannter Finanzlage.
Der nächste teure Abgang droht
Ein weiterer Fall könnte die Kosten noch steigern: Finanzvorständin Karin Dohm trat erst Anfang 2026 ihren Posten an, musste aber bereits im März wieder gehen. Das Verhältnis zum übrigen Vorstand soll sich innerhalb weniger Monate vollständig zerrüttet haben. Aufgrund der langen Vertragslaufzeit könnte auch ihr eine erhebliche Entschädigung zustehen – möglicherweise wieder im Millionenbereich.
Trotzdem kassiert der Bahn-Vorstand erneut Boni in Millionenhöhe | FREIE WELT