
Eltern in Bochum haben Angst um ihre Kinder. Direkt neben der Kita befindet sich eine Sammelunterkunft, in der geflüchtete Familien mit Suchterkranken und Wohnungslosen zusammen untergebracht wurden.
Es ist 8.00 Uhr morgens. Bringzeit in der Kita Höntroper Straße in Bochum. Auch Alexandra Zöbisch hat gerade ihre fünfjährige Tochter abgegeben, allerdings mit einem mulmigen Gefühl. Denn direkt an die Kindertagesstätte grenzt eine Sammelunterkunft für Wohnungslose, die zum Teil sucht- oder psychisch krank sind und Geflüchtete. Die beiden Einrichtungen sind lediglich durch einen einfachen Zaun voneinander getrennt.
Bis 2019 war die Einrichtung neben der Kita eine reine Flüchtlingsunterkunft. Seitdem hat die Stadt Bochum die Unterkunft auch für wohnungslose Menschen geöffnet, bei vielen spielen Suchtprobleme eine Rolle. Anfang des Jahres hat European Home Care den Betrieb der Unterkunft von der AWO übernommen.
“Nachdem die Fluchtbewegung in den Jahren 2015/2016 ihren Höhepunkt erlebt hat und im Nachgang viele Menschen eigenen Wohnraum gefunden hatten, kam es auch bei diesem Personenkreis zu Wohnraumverlusten”, heißt es in einer Stellungnehme der Stadt. Diese Personen sollten dann in der Unterkunft, da aus den Geflüchteten Wohnungslose geworden waren. Somit passten sie in das neue Konzept.
In der Unterkunft komme es nun immer wieder zu Polizeieinsätzen, berichten die Eltern. Die Polizei bestätigt die Einsätze. In den vergangenen Wochen habe sich die Lage deutlich zugespitzt, erzählt eine Mutter. Es sei zu massiven verbalen Übergriffen auf das Kita-Personal durch Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkunft gekommen. Die aktuellen Vorfälle zeigen, dass etwas schief läuft. Darunter leiden die Kita-Kinder und vermutlich auch die geflüchteten Familien mit ihren Kindern.
Andere gaben an, ihre Kinder hätten zu Hause von „nackten Männern“ gesprochen, die sie durch den Zaun gesehen hätten.
Eltern beklagten, daß der Zaun zur Straße hin vollständig abgeschirmt sei – zur Unterkunft aber nicht. Immer wieder sei es zu Zwischenfällen gekommen. Laut Radio Bochum habe ein Mann über Wochen hinweg Kinder belästigt, bevor er verlegt wurde. Dennoch sei er wieder in der Nähe der Kita gesehen worden. Die Polizei bestätigte mehrere Einsätze.







