
Ein Karikaturist aus Hamburg hat den Deutschen Karikaturenpreis für eine Karikatur gewonnen, die die rechte Alternative für Deutschland (AfD) mit der Schutzstaffel vergleicht, die eine Schlüsselrolle im Holocaust im Zweiten Weltkrieg spielte.
Veranstaltet wird der Deutsche Karikaturpreis von Zeitungen der Mediengruppe Madsack, deren größter Anteilseigner die DDVG ist, die ihrerseits vollständig im Besitz der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) ist.
Madsack besitzt 20 Regionalzeitungen sowie das einflussreiche Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Die Organisatoren bezeichnen die Veranstaltung als “die Oscars der deutschen Zeichentrickszene” und die diesjährigen Gewinner wurden am 2. November bekannt gegeben.
In dem erstplatzierten Cartoon von Piero Masztalerz knien ein Mann und eine Frau mit gefesselten Handgelenken vor einer Wand. Hinter ihnen bereiten sich offenbar zwei bewaffnete Gestalten in SS-ähnlichen schwarzen Uniformen darauf vor, das Paar zu verhaften oder hinzurichten.
Sie tragen Armbinden mit der Aufschrift “AfD”, die an die Hakenkreuz-Armbinden zu erinnern scheinen, die von der NSDAP zwischen 1920 und 1945 verwendet wurden.
“Vielleicht hätten wir mehr tun sollen, um die Demokratie zu erhalten!”, sagt der Gefesselte. “Warte es erst einmal ab”, antwortet seine Begleiterin.
Der Hamburger Cartoonist Piero Masztalerz hat den Deutschen Karikaturenpreis 2025 gewonnen. Für seine Zeichnung „Abwarten“ erhielt der 55-Jährige den „Geflügelten Bleistift in Gold“, dotiert mit 4.000 Euro https://t.co/bTKMG8nUzd pic.twitter.com/m6JMveWzLl
— NIUS (@niusde_) November 3, 2025
Masztalerz, der unter anderem für den Spiegel und das Teenie-Magazin Bravo gearbeitet hat, erhält ein Preisgeld von 4.000 Euro.
In der Begründung der Jury hieß es: “Es ist wohl der bitterste Witz der jüngeren Geschichte und der Gegenwart, dass viele Autokraten durch mehr oder weniger freie Wahlen an die Macht gekommen sind.
“Piero Masztalerz scherzt über den Horror dieser Situation. Das ist mutig und notwendig zugleich und in seiner Klarheit absolut lobenswert.”
Nicht alle teilten die Meinung der Jury. Der österreichische Publizist Bernhard Heinzlmaier nannte die Karikatur gestern in einem Beitrag auf X “schlecht gezeichnetes, einfallsloses Geschwätz” und die Entscheidung der Jury ein Zeichen von “grenzenloser politischer Dummheit und kultureller Dekadenz”.
Insgesamt hatten 262 Karikaturisten 1.208 ihrer Arbeiten bei der Jury eingereicht.
Von den drei weiteren prämierten Arbeiten beschäftigten sich zwei mit dem wiedererwachten Interesse Deutschlands an der Wehrpflicht. Den zweiten Platz belegte der Karikaturist Philipp Sturm mit einer Zeichnung eines Babys, das neben einer Galerie gefallener Kriegshelden in einen Spiegel schaut, unter der Überschrift: “Jetzt bist du dran!”.
Den Nachwuchspreis erhielt Robert Claus für “Taxi Mum to the Front”, in dem eine Frau einem Rekrutierungsoffizier der Armee erzählt, dass sie ihren Sohn an die Front fahren wird, nachdem sie seine Schwester zum Ballett mitgenommen hat.
German Caricature Prize goes to cartoon likening AfD party to SS troops – Brussels Signal