
Deutsche ohne Migrationshistorie fürchten sich deutlich mehr vor rechtsextremem Extremismus als Migranten und Ausländer, die im Land leben.
Dies ist das Hauptergebnis einer am 6. Dezember veröffentlichten Studie der konservativen Denkfabrik Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), für die 3.000 Personen befragt wurden.
Ein Drittel der Befragten waren “ethnische” Deutsche und ein weiteres Drittel Deutsche mit Migrationshintergrund. Das letzte Drittel bestand aus Ausländern, die in Deutschland lebten.
Fast drei von vier ethnischen Deutschen gaben an, sie hätten “Angst vor rechtsextremem Extremismus in Deutschland”, wobei 46 Prozent angaben, große Angst zu haben, und 28 Prozent waren eher ängstlich.
Umgekehrt gaben nur 66 Prozent der Deutschen mit Migrationshintergrund und 55 Prozent der Ausländer an, Angst vor rechtsextremem Verhalten zu haben.
Menschen mit türkischen und russischen Wurzeln machten sich eher Sorgen um rechtsextremen Extremismus, während Menschen polnischer Abstammung viel seltener besorgt waren.
Die Studie zeigte außerdem, dass Ausländer und Migranten viel häufiger Vorurteile gegenüber Juden oder Homosexuellen haben. Etwa ein Viertel der nicht-ethnischen Deutschen zeigt antisemitische oder homophobe Ansichten, verglichen mit nur 4 bis 7 Prozent der ethnischen Deutschen.
Die Studie wurde zwischen Oktober 2024 und Januar 2025 durchgeführt.
Kommentatoren führen den Unterschied in der Meinung über rechtsextremen Extremismus auf den deutlich höheren Konsum der deutschen Mainstream-Medien durch ethnische Deutsche zurück, die regelmäßig über den angeblichen Aufstieg der extremen Rechten berichten.
Der mediale und politische Fokus auf die angeblichen Gefahren des Rechtsextremismus könnte laut der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) sogar die innere Sicherheit Deutschlands beeinflussen.
Im gestrigen Interview mit der Zeitung Welt warf DPolG-Vorsitzender Manuel Ostermann deutschen Politikern vor, die falschen Sicherheitsprioritäten zu setzen: “Diejenigen, die glauben, rechtsextremistischer Bewegung sei die größte Bedrohung für unsere freie und demokratische Grundordnung, irren sich gewaltig. Denn diese Bedrohung ist Islamismus.”
Ostermann fügte hinzu, dass selbst rechtsextremistischer Bewegung nicht entschieden angegangen werde, da Politiker es versäumten, über “die größte harte Rechtsgruppe Deutschlands”, die türkische nationalistische Organisation Graue Wölfe, zu sprechen.
“Hier sehe ich nur gähnende Stille. Die Politik kann das Problem nicht sinnvoll angehen, weil politische Korrektheit eindeutig Vorrang vor allem anderen hat”, sagte Ostermann.