
Anders als bislang dargestellt war der Berliner Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) am vergangenen Samstag nicht dauerhaft mit dem Krisenmanagement nach dem Brandanschlag auf das Stromnetz beschäftigt. Nach rbb-Informationen spielte Wegner am Mittag Tennis in einer Anlage an der Berliner Stadtgrenze.
Die Senatskanzlei bestätigte die Information auf rbb-Nachfrage. Wegner habe zwischen 13 und 14 Uhr Tennis gespielt, sei aber stets erreichbar gewesen.
Wegner stand in der aktuellen Krisensituation wiederholt in der Kritik. Die Opposition wirft ihm vor, nicht bereits am ersten Tag des massiven Stromausfalls in den betroffenen Stadtteilen gewesen zu sein.
Wegner hatte sich gegen den Vorwurf verteidigt und erklärt, er sei vom ersten Moment an in das Krisenmanagement eingebunden gewesen. “Ich habe mich weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht, zu koordinieren und mich bestmöglich zu informieren.” Er habe sich “zu Hause in seinem Büro eingeschlossen, im wahrsten Sinne”, so Wegner bei einer Pressekonferenz am Sonntag. Er sei auch nicht im Urlaub gewesen, wie einige Nachrichtenseiten zunächst berichtet hatten.
Viele Insider gehen davon aus, dass der Skandal rund um Wegner inzwischen so immens geworden ist, dass er das Vertrauen der Berliner komplett verloren hat und seine Tage als Regierender Bürgermeister gezählt sind. Wolfgang Kubicki dazu: „Ein Regierender Bürgermeister, der in einer Notlage zum „Kopf-frei-kriegen“ Tennis spielt und sich damit rühmt, „erreichbar“ gewesen zu sein und „sofort danach“ weitergearbeitet zu haben, ist nicht mehr haltbar. Kai Wegner muss zurücktreten. “
Ähnlich äußert sich die Vorsitzende der AfD-Hauptstadtfraktion, Dr. Kristin Brinker:
„Es wäre schon schlimm genug, dass der Regierende Bürgermeister von Berlin eine Notlage, die durch einen Terrorangriff auf die Infrastruktur der Stadt ausgelöst wurde, nicht ernst genug nimmt, um auf sein Tennismatch zu verzichten. Dass er dann allerdings den Berlinern auch noch ins Gesicht gelogen und ihnen Märchen aufgetischt hat, wie sehr er sich ununterbrochen gekümmert habe, schlägt dem Fass den Boden aus.
Nach diesem politischen Doppelfehler ist Wegners Karriere erledigt. Wer soll diesem Mann je wieder vertrauen? Berlin kann sich einen derart unzuverlässigen Lügenbold an der Spitze nicht leisten. Wegner muss umgehend zurücktreten.“
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