Jugendlicher schrieb auf die Tafel: „Wünsche mir keine Ausländer als Schulkollegen“

Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek warnt vor vorschnellen moralischen Urteilen, wenn österreichische Schüler den oft zu hohen Migrantenanteil in Klassen ansprechen.
Foto: unzensuriert.at

Eine Salzburger Präventiv-Beamtin der Polizei berichtete von einem Workshop, dass ein Jugendlicher im Pinzgau auf die Tafel schrieb, dass er sich von der Schule wünscht, keine Ausländer als Schulkollegen zu haben. Eine mediale Hinrichtung des Jugendlichen war die Folge. Lediglich Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) jaulte nicht mit dem Mainstream. 

Svazek stellte auf Facebook eine Frage: 

Was würde passieren, wenn ein Kind mit Migrationshintergrund und nichtdeutscher Muttersprache auf die Tafel schreibt, es wünsche sich eine Klasse ohne Österreicher?

Verschiedene Deutungsmuster

Würde dann, so Svazek weiter, irgendjemand ernsthaft auf die Idee kommen, diesem Kind Österreicher-Feindlichkeit, Rassismus oder Diskriminierung zu unterstellen? „Würde eine Lehrkraft Alarm schlagen? Würde eine Antidiskriminierungsstelle einschreiten oder ein Präventionsbeamter aktiv werden? Wohl kaum“. Wörtlich sagte die freiheitliche Politikerin:

Viel wahrscheinlicher wäre eine andere Reaktion. Man würde sofort vermuten, das Kind werde von seinen österreichischen Mitschülern ausgegrenzt oder gemobbt. Der Fokus läge augenblicklich auf den vermeintlichen Verfehlungen der Österreicher – ihnen würde man genau jene Motive unterstellen, die man dem Kind gar nicht erst zuschreiben würde. Das Deutungsmuster stünde längst fest: der diskriminierende Österreicher und das diskriminierte Migrantenkind.

Wer Realität anspricht, landet in Schublade

Seit Jahren, so Svazek, würde uns eingeredet werden, dass Rassismus ein strukturelles Grundmerkmal unserer Gesellschaft sei. Wer die Realität vieler Menschen anspreche, werde reflexartig in diese Schublade gesteckt. „Dabei könnte es auch eine weitaus naheliegendere Erklärung geben, oder nicht?“, fragt sie. Viele Menschen hätten schlicht genug davon, dass staatliche Systeme an ihre Belastungsgrenzen geraten und sich das Sicherheitsgefühl, insbesondere von Mädchen und Frauen in vielen Städten, spürbar verändert hat. Dass sich die demographische und auch religiöse Zusammensetzung in Schulen, in Klassen, in einer Geschwindigkeit ändere, „die uns Sorgen bereiten sollte“. 

Rassismus-Vorwurf als universelle Antwort

Aber anstatt diese Sorgen ernst zu nehmen, werde der Rassismus-Vorwurf zur universellen Antwort. „Ist das Kind selbst kein Rassist, dann müssen es eben die Eltern sein. Irgendwo wird sich schon ein Schuldiger finden“, bemerkte Svazek. Sie wies auf folgenden Umstand hin: 

Vielleicht ist die Wirklichkeit aber banaler. Vielleicht sitzt da der letzte österreichische Schüler in einer Klasse, in der kaum bis gar nicht Deutsch gesprochen wird. In den Pausen versteht er die Gespräche nicht mehr, fühlt sich ausgeschlossen und fremd – ausgerechnet in jenem Land, das seine Heimat ist und dessen gemeinsame Sprache Deutsch ist. Vielleicht wünscht er sich deshalb einfach Klassenkameraden, mit denen er sich selbstverständlich verständigen kann. Das macht ihn noch lange nicht zum Rassisten.

Vorschnelle moralische Urteile fehl am Platz

Was sich im Klassenzimmer tatsächlich abspiele, wenn Lehrkräfte nicht hinschauen – oder nicht hinschauen wollen – wisse oft niemand. Gerade deshalb seien vorschnelle moralische Urteile fehl am Platz. Es sei immer einfacher, den Betroffenen pauschal niederste Motive zu unterstellen, als sich unbequemen Fragen zu stellen. 

Eines allerdings zeichne sich immer deutlicher ab: Ein wachsender Teil der Bevölkerung (und besonders jene Eltern, die diese Entwicklungen im Alltag ihrer Kinder unmittelbar erleben) bewerte diese Realität längst anders als große Teile der medialen Öffentlichkeit. Und diese wachsende Diskrepanz habe zwangsläufig politische Konsequenzen, ist sich Svazek sicher. 

Unzensuriert

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