Hitze-Hysterie und die vergessenen Kältetoten

GROK

Kaum steigen die Temperaturen über 30 Grad, überschlagen sich Schlagzeilen und Sondersendungen. Von „Klimakatastrophe“, „Hitzenotstand“ oder gar „tödlichen Temperaturen“ ist die Rede. Städte richten Kühlräume ein, Experten warnen täglich vor den Gefahren des Sommers und die Politik diskutiert über neue Maßnahmen. Der Eindruck entsteht, als wäre Hitze die größte unmittelbare Bedrohung für die menschliche Gesundheit.

Dabei wird ein anderer Umstand kaum erwähnt: Weltweit sterben nach wissenschaftlichen Untersuchungen deutlich mehr Menschen an den Folgen von Kälte als an Hitze. Niedrige Temperaturen begünstigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegsleiden und andere gesundheitliche Probleme. Millionen temperaturbedingte Todesfälle werden jedes Jahr mit Kälte in Verbindung gebracht, während die Zahl der hitzebedingten Todesfälle deutlich darunter liegt.

Diese Zahlen tauchen allerdings selten in den Schlagzeilen auf. Während jede Hitzewelle ausführlich dokumentiert wird, bleiben Kälteperioden meist eine Randnotiz. Niemand spricht von einer „Kältekatastrophe“, obwohl niedrige Temperaturen Jahr für Jahr zahlreiche Menschenleben kosten. Vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sind davon betroffen. Hinzu kommt, dass die Statistiken häufig unterschiedlich erhoben werden. Hitzetote werden oft über eine sogenannte Übersterblichkeit berechnet, während bei Kältetoten vielfach nur direkte Todesfälle durch Unterkühlung im Mittelpunkt stehen. Dadurch entstehen Vergleiche, die nur eingeschränkt aussagekräftig sind.

Besonders deutlich zeigt sich die mediale Zuspitzung beim Begriff der „Tropennacht“. Bereits eine Nacht, in der die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt, gilt offiziell als Tropennacht. Der Begriff dient dazu, Angst zu verbreiten und verführt, an den menschengemachten Klimawandel zu glauben. Tatsächlich empfinden viele Menschen Temperaturen um 20 Grad jedoch keineswegs als außergewöhnlich. In zahlreichen warmen Weltregionen gelten solche Werte am Abend sogar als angenehm oder vergleichsweise kühl. In den wärmeren Regionen der Erde ziehen sich die hitzeerprobten Menschen einen Pullover an, wenn es nur 20 Grad hat. Die Bezeichnung „Tropennacht“ ist somit ein reiner Propagandabegriff der Klimaapokalyptiker und sollte nicht allzu ernst genommen werden.

Selbstverständlich können hohe Nachttemperaturen für ältere Menschen, Kranke oder Personen in schlecht gekühlten Wohnungen belastend sein. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jede Nacht über 20 Grad eine außergewöhnliche Gefahr darstellt. Zwischen einer unangenehm warmen Sommernacht und einer gesundheitlichen Extremsituation besteht ein erheblicher Unterschied.

Die öffentliche Wahrnehmung scheint daher nicht immer der tatsächlichen Gefährdungslage zu entsprechen. Hitze erhält große Aufmerksamkeit, Kälte dagegen kaum. Das bedeutet nicht, dass Hitzewellen ungefährlich wären oder dass Vorsichtsmaßnahmen unnötig sind. Es stellt jedoch die Frage, warum Millionen kältebedingter Todesfälle weit weniger Beachtung finden als einige Tage extremer Sommerhitze.

Eine sachliche Diskussion über Klima und Gesundheit sollte beide Seiten berücksichtigen. Wer ausschließlich über Hitze spricht und die Folgen von Kälte ausblendet, vermittelt kein vollständiges Bild. Die Realität ist komplexer als viele Schlagzeilen vermuten lassen. Anstatt jede Hitzewelle zum Ausnahmezustand zu erklären, wäre eine nüchterne Debatte über sämtliche temperaturbedingten Gesundheitsrisiken sinnvoll. Wenn man schon über Hitzeschutzeinrichtungen diskutiert, sollte man in Österreich auch über Kälteschutzeinrichtungen reden! Aber das erzeugt weniger Panik und ist daher für die Klimareligion unbrauchbar. 

FREILICH Magazin

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