
Die Demontage des Friedrich Merz setzt sich fort. Gerade erst kam er von der EU zurück mit zwei veritablen Ohrfeigen. In der EU gab es keine Zustimmung für den Diebstahl der in Belgien gelagerten 200 Milliarden Euro russischen Staatsvermögens und das Mercosur-Abkommen mit Südamerika wurde nicht „eingetütet“.
Nun demütigte die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Friedrich Merz. Der von ihm favorisierte neue Stiftungsvorsitzende Günter Krings fiel mit 28 zu 21 deutlich durch. Gewählt wurde mit Annegret Kramp-Karrenbauer ein Linksausleger und Merkel-Anhänger. Aber das ist noch nicht alles. „Gretel“ oder AKK, wie sie in Unionskreisen genannt wird, schlug Merz schon einmal bei der Wahl um den Parteivorsitz. Der Posten war vakant, weil der bisherige Vorsitzende Norbert Lammert nicht noch einmal zur Wahl antritt. Er leitet die Stiftung seit 2018.
Zur 52-köpfigen Mitgliederversammlung der KAS gehören Figuren wie die Ministerpräsidenten aus Schleswig-Holstein, Thüringen und NRW, Daniel Günther, Mario Voigt und Hendrik Wüst sowie Ex-Gesundheitsminister Hermann Gröhe, die nicht unbedingt Merz-Fans sind. Auch Thomas Sternberg, der ehemalige Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, macht sich für AKK stark.
Der unterlegene Kandidat ist nicht ein Herr „Irgendwer“. Krings ist stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion und Chef der einflussreichen NRW-Landesgruppe. Bis 2021 war er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Neben Merz selbst kommen Fraktionschef Jens Spahn und Generalsekretär Carsten Linnemann auch aus Nordrhein-Westfalen.
Nun stand der Kanzler wieder einmal ohne Mehrheit da. Es scheint sich zum traurigen Markenzeichen des Friedrich Merz zu entwickeln. Immerhin hat die Linke, die SED-Nachfolger und Erben, ein Einsehen. Sie sind bereit, eine CDU-Landesregierung in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu dulden, um einen Ministerpräsidenten der AfD zu verhindern.