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50.000 Arbeitsplätze wollte der Automobilkonzern Volkswagen (VW) bis 2030 streichen, jetzt sollen es sogar doppelt so viele sein. Bis zu 100.000 der weltweit rund 657.000 VW-Mitarbeiter müssen nun um ihre Arbeitsplätze bangen. Geschlossen werden sollen die Werke in Hannover, Zwickau und Emden sowie der Standort der VW-Tochter Audi in Neckarsulm.
Lage bleibt trotz Personalabbaus schlecht
Die freiheitliche EU-Abgeordnete Elisabeth Dieringer sieht in den Plänen von VW-Chef Oliver Blume den Beweis für das Versagen der EU, die die europäische Autoindustrie in eine katastrophale Lage gebracht hat. Auch der massive Personalabbau werde dem Konzern nicht viel bringen, erinnerte Dieringer:
Selbst 100.000 gestrichene Stellen und vier geschlossene Werke bringen dem Konzern rechnerisch nur rund 1.000 Euro Ersparnis pro verkauftem Auto.
Der Kostenvorteil chinesischer Hersteller bei Elektroautos liege laut McKinsey jedoch bei 20 bis 50 Prozent – auf ein 30.000-Euro-Fahrzeug gerechnet also bei mindestens 6.000 Euro. „Das zeigt, wie groß der Rückstand tatsächlich ist, den Brüssel unserer Autoindustrie eingebrockt hat”, so die EU-Mandatarin: „Selbst das schmerzhafteste Sparprogramm, das ein Konzern seinen eigenen Leuten zumuten kann, schließt diese Lücke nicht annähernd.”
Das Problem sitzt in Brüssel
Zehntausende Familien würden ihre Existenzgrundlage für ein Problem verlieren, das nicht in der Konzernzentrale in Wolfsburg entstanden sei, sondern in Brüssel. Und VW stehe damit nicht allein: BMW kündigte zuletzt Restrukturierungskosten von bis zu einer Milliarde Euro an, Mercedes verschob Bonuszahlungen für 90.000 Beschäftigte, und auch beim französisch-italienisch-amerikanischen Stellantis-Konzern stehen europäische Werke unter Druck.
„Das ist kein Missmanagement einzelner Konzerne, das ist der Kollaps einer ganzen europäischen Schlüsselindustrie zur gleichen Zeit”, beklagte Dieringer. Wenn die gesamte Branche gleichzeitig einbreche, liege das Problem nicht bei den Unternehmen, sondern in der Politik, die ihnen die Rahmenbedingungen diktiere.