Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen SOS-Kinderdorf-Gründer: Hermann-Gmeiner-Straße in Imst umbenannt

Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner hat die Stadtgemeinde Imst in Tirol am Dienstag fast einstimmig die Umbenennung der dortigen Hermann-Gmeiner-Straße beschlossen. 18 Gemeinderäte stimmten für den neuen Namen „Am Sonnberg“. Ein Mandatar votierte dagegen, informierte die Stadt am Mittwoch. Bereits Mitte Dezember 2025 war der Name Gmeiner von der Imster Volksschule und dem Kindergarten gestrichen worden.

Der neue Straßenname im Imster Ortsteil „Sonnenberg“ ging aus einem Beteiligungsprozess hervor. Zur Auswahl standen nur ortsbezogene oder geografische Bezeichnungen. Dabei wurde auf Personennamen bewusst verzichtet.

„Wir können nie mit letzter Sicherheit ausschließen, dass bei einer Person problematische Vorfälle in der Vergangenheit bekannt werden“, erklärte Bürgermeister Stefan Weirather (ÖVP) die Entscheidung. Die Volksschule würde in der Zwischenzeit statt „Hermann-Gmeiner-Schule“ „Volksschule Sonnenberg“ heißen. Der Kindergarten trägt den neuen Namen „Integrationskindergarten Am Weinberg“. In Imst war das erste SOS-Kinderdorf weltweit von Hermann Gmeiner im Jahre 1951 eröffnet worden.

Dies ist nicht die erste Entscheidung zulasten des im Jahre 1986 verstorbenen Gmeiner. Bereits Ende April war im Innsbrucker Gemeinderat die Umbenennung der Innsbrucker Hermann-Gmeiner-Straße auf „Josefine-Sölder-Straße“ beschlossen worden.

Zudem wurde dem SOS-Kinderdorf-Gründer und seinem Nachfolger Helmut Kuttin vergangenen Donnerstag von der Tiroler Landesregierung posthum der „Ring des Landes“ – die höchste Landesauszeichnung in Tirol – aberkannt. Während Gmeiner laut Reformkommission rund 16 Personen sexuell missbraucht haben soll, werden Kuttin unterlassene Schutzmaßnahmen und regelwidriges Verhalten vorgeworfen.

UnserTirol24

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