Die Ukraine gilt als eines der korruptesten, wenn nicht sogar als das korrupteste Land in Europa. Und das zu Recht. Wie die ukrainische Antikorruptionsbehörde NABU mitteilte, wurde der ehemalige Energie- und Justizminister Herman Haluschtschenko (2021-2025) beim Versuch, das Land zu verlassen, festgenommen. Der ehemalige Politiker wird wegen Geldwäsche angeklagt.
Haluschtschenko wird vorgeworfen, Teil eines Netzwerks zu sein, das im Februar 2021 einen Investmentfonds um britischen Überseegebiet Anguilla in der östlichen Karibik gegründet hat. Dieser Fonds wurde mit dem Ziel vermarktet, rund 118 Millionen Euro an „Investitionen“ einzusammeln, wobei auch die Familie Haluschtschenko unter den Geldgebern angeführt war. Anschließend sollen die Gelder direkt auf von der Familie kontrollierte Konten geflossen sein.
Haluschtschenko war im November 2025 vom ukrainischen Machthaber Wolodimir Selenski wegen der „Operation Midas“ zum Rücktritt gedrängt worden. Im Zuge der „Operation Midas“ wurde ein Korruptionsskandal aufgedeckt, bei dem es um Bestechungsgelder im Energiesektor in Höhe von 100 Millionen Euro geht und in dessen Mittelpunkt der Unternehmer Timur Minditsch steht. Wie der „Kyiv Independent“, schrieb, handelt es sich bei Minditsch um „einem der engsten Vertrauten von Präsident Wolodimir Selenski“. Der Chef des Kiewer Regimes hatte wiederum im Sommer 2025 erfolglos versucht, die Kompetenzen der Antikorruptionsbehörde NABU zu beschneiden.
Die jüngsten Entwicklungen in Sachen Korruption sollten der EU zu denken geben, die erst kürzlich Kiew ein Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro billigte. Laut offiziellen Angaben stellten die EU und ihre Mitgliedstaaten Ukraine seit Beginn des militärischen Konflikts mit Russland 193,3 Milliarden Euro an Unterstützung zur Verfügung.
Es ist zu befürchten, dass ein beträchtlicher Teil des Geldes der europäischen Steuerzahler in der Ukraine in dunklen Kanälen versickert ist. Denn Juli 2022 schrieb die US-Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS): „Angesichts der beispiellosen Hilfsleistungen und der Tatsache, dass die Ukraine eine Geschichte mit Korruptionsproblemen hat, wird die ordnungsgemäße Kontrolle dieser Mittel entscheidend sein.“ Außerdem verweist das CSIS auf Schätzungen aus dem Jahr 2021, wonach der ukrainische Haushalt aufgrund von Korruption jährlich 37 Milliarden Euro verlor.
Tief im Korruptionssumpf – Ehemaliger ukrainischer Minister festgenommen – Zur Zeit
