
Ein führender Wissenschaftler hat hinsichtlich der Zukunft Großbritanniens Alarm geschlagen und gewarnt, dass ungebremste Migration, der Zusammenbruch der nationalen Einheit, rapide abnehmendes soziales Vertrauen und eine Funktionsstörung der Elite das Land in einen leichten Bürgerkrieg stürzen könnten, der an die Unruhen in Nordirland oder die jahrzehntelangen Aufstände in Kolumbien erinnert.
David Betts, Professor für Krieg in der modernen Welt am Department of War Studies des King’s College London, beschrieb im Gespräch mit Harrison Pitt, einem Schriftsteller, Politikberater von Restore Britain und Kommentator des European Conservative and New Culture Forum, eine Gesellschaft, die seiner Ansicht nach „am Abgrund steht“, getrieben von tiefen kulturellen Spaltungen und einer politischen Klasse, die nicht willens – oder nicht in der Lage – ist, ihr eigenes Volk zu verteidigen.
„Vor einer Generation waren die westlichen Nationen noch geschlossen“, sagte Betts. „Heute sind sie in identitätsbasierte Stämme zersplittert und konkurrieren heftig um schwindende Ressourcen. Die Brüche sind offensichtlich, und der Zunder ist hoch aufgetürmt. Es fehlt nur noch der Funke.“
Vom Niedergang zum Bürgerkrieg
Betts weist die beruhigende Vorstellung zurück, Großbritannien werde lediglich langsam verfallen. Stattdessen sieht er eine Entwicklung hin zu einem, wie er es nennt, „schmutzigen Krieg“ voraus – Gewalt nach dem Motto „Wie du mir, so ich dir“, Sabotage und gezielte Tötungen statt konventioneller Auseinandersetzungen auf dem Schlachtfeld.
„Denken Sie an die Unruhen in Nordirland, nur in größerem Maßstab“, warnte Betts und schätzte, dass es jährlich Zehntausende Opfer geben könnte, wenn die Spannungen sich ausweiten.
Für Betz liegt die Herausforderung für Großbritannien in der Masseneinwanderung in die Großstädte, die zu starken kulturellen Gräben führt und die gemeinsame Loyalität untergräbt, die einst die Grundlage für die nationale Stabilität bildete.
Eliten in Unordnung
Der Professor übte schonungslos Kritik an der globalistischen herrschenden Klasse Großbritanniens und beschrieb ein zersplittertes und ängstliches Establishment, das die Interessen seines eigenen Volkes aufgegeben habe.
„Die sogenannte Mitte-Rechts-Partei [in Großbritannien] hat Angst davor, nationale Interessen überhaupt anzuerkennen“, sagte Pitt und bezog sich dabei auf den Vorfall bei einem Musikfestival, bei dem einer der Headliner die Ablösung der gebürtigen Briten rühmte und rief: „Tod, Tod den israelischen Streitkräften.“ Er fügte hinzu: „Sie haben die Probleme Großbritanniens an ausländische Interessen ausgelagert – die Ukraine, Israel – und dabei das Überleben ihrer eigenen Bürger ignoriert.“
Professor Betz verwies auf die „Elite-Überproduktion“, bei der überzähligen, ehrgeizigen Jugendlichen Chancen verwehrt bleiben, was zu Unmut und Unruhe führt. In Kombination mit offenen Grenzen und mangelndem Vertrauen der Bevölkerung sieht Betts diese Dynamik als Rezept für Instabilität.
Ländliche Vorteile und städtische Verwundbarkeit
Betts prognostiziert, dass künftige Konflikte wahrscheinlich zu Konflikten zwischen ländlichen Gebieten Großbritanniens und migrantenreichen städtischen Enklaven führen werden. Zwar seien die Städte stärker betroffen, doch seien sie in hohem Maße von fragilen, leicht störbaren Lieferketten abhängig.
„Städte können sich nicht selbst ernähren“, erklärte er. „Ihre Lebensadern – Nahrung, Energie, Transport – liegen auf dem Land. Dort liegt der Hebel.“
Er verwies auf ähnliche Unterschiede zwischen Stadt und Land, die sich bei französischen Wahlen und britischen Migrationsmustern zeigten, und argumentierte, dieser Bruch könne das Schlachtfeld künftiger Unruhen bestimmen.
Kein politischer Ausweg
Auf die Frage, wie Großbritannien ein solches Schicksal abwenden könne, antwortete Betts offen:
Die Lösungen liegen auf dem Papier auf der Hand: die Grenzen sichern, das Vertrauen wiederherstellen und die Verachtung der Elite für die Mehrheit beenden. Doch der politische Wille fehlt. Niemand an der Macht wird handeln. Deshalb sage ich, wir befinden uns auf einem gefährlichen Kriegspfad.
Für viele Beobachter dürfte Betts’ Warnung kein Schock sein, sondern vielmehr eine Bestätigung lang gehegter Befürchtungen: Die westlichen Regierungen hätten ihre Bevölkerung zu lange ignoriert und so die Spannungen weiter schwelen lassen. Ob Großbritannien seinen Kurs ändern könne, hänge nun weniger von der Politik ab, sondern vielmehr davon, ob die Öffentlichkeit Rechenschaft fordert, bevor es zu spät sei.