
Eine Tanzaufführung mit fast nackten Darstellern und rohen Hähnchen im Paderborner Dom hat unter deutschen Katholiken Empörung ausgelöst und Forderungen nach einer öffentlichen Entschuldigung hervorgerufen.
Was als feierliches Gedenken an das 1.250-jährige Bestehen Westfalens gedacht war, entwickelte sich schnell zu einem Skandal, der viele Christen schockierte. Der majestätische Paderborner Dom – eine der bekanntesten Kirchen Deutschlands -, das Herzstück des religiösen Lebens der Region, wurde zum Schauplatz einer umstrittenen Aufführung während des offiziellen Staatsakts.
Halbnackte Tänzerinnen und Tänzer führten eine Nummer mit gerupften Hühnerkadavern auf, die in Windeln gewickelt waren, während im Hintergrund das Lied „Fleisch ist Fleisch“ lief. Für viele war die Symbolik unmissverständlich eine direkte Verhöhnung der Eucharistie und der Würde des christlichen Gottesdienstes. Die Szene, die sich in einer zur Ehre Gottes erbauten Kirche abspielte, löste unter den Katholiken große Empörung aus.
Innerhalb weniger Stunden unterzeichneten fast 20.000 Menschen eine Petition, in der sie eine öffentliche Entschuldigung für das forderten, was sie als „Entweihung“ des Paderborner Doms bezeichneten. Die Petition verurteilte die Tat als „Verhöhnung der zentralen Inhalte des christlichen Glaubens“ und als Schändung eines heiligen Raums. Die Organisatoren werfen Erzbischof Udo Markus Bentz vor, seiner Pflicht zum Schutz des Doms und der moralischen Autorität der Kirche nicht nachgekommen zu sein.

Die Erzdiözese gab eine Erklärung ab, in der sie ihr „Bedauern darüber ausdrückte, dass religiöse Gefühle verletzt wurden“ und behauptete, dies sei „niemals beabsichtigt“ gewesen. Dennoch haben diese Worte wenig dazu beigetragen, die Empörung zu besänftigen. Für viele Katholiken ist dieser Vorfall kein Einzelfall, sondern ein Symptom für einen breiteren Trend, bei dem das Heilige im Namen der so genannten künstlerischen Freiheit zunehmend verdrängt wird.
Der Kontrast zwischen dem Ort und dem Inhalt der Aufführung ist besonders schmerzlich. An einem Ort, an dem jahrhundertelang das Geheimnis des Glaubens gefeiert wurde, durfte ein Spektakel stattfinden, das viele nicht nur als pietätlos, sondern geradezu als anstößig empfinden. Politische Reaktionen folgten rasch: Der Landesverband der rechten AfD in Westfalen-Lippe hat ein Video veröffentlicht, in dem er die Veranstaltung anprangert und sich mit denjenigen solidarisiert, die Rechenschaft fordern.