Den Wirtschaftsbossen platzt reihenweise der Kragen angesichts des planlosen Herumstolperns der Regierung, deren Hinhaltetaktik und stoischer Untätigkeit bei gleichzeitig implodierender Wirtschaft. So wie jetzt Nikolas Stihl, Aufsichtsratschef des Stihl-Konzerns.
Nikolas Stihl, Aufsichtsratschef des Weltmarktführers für Motorsägen, hat in der Sendung “Maischberger” eine unmissverständliche Botschaft an Bundeskanzler Friedrich Merz gerichtet. Er sagte wörtlich: „Friedrich Merz hat einen Schwimmwettbewerb ausgerufen. Aber er schickt uns mit einer Bleiweste ins Becken. Was bleibt: Schwimmflügel.“ Stihl hätte sich gewünscht, dass „mehr umgesetzt worden wäre“.
Hochsteuerland mit absurd teurer Bürokratie – es kann nicht mehr funktionieren
Nikolas Stihl räumt ein: „Deutschland war immer ein Hochsteuerland. Aber wir haben immer gezeigt, dass wir trotz hoher Steuern erfolgreich sein können.“ Dennoch mahnt er, die Wirtschaft müsse jetzt endlich ins Wachstum kommen. Stattdessen sieht er hierzulande eine „groteske Bürokratie“, die den Standort lähmt.
Weltmarktführer mit Rekordzahlen – und doch droht der Absprung
Stihl ist die meistverkaufte Motorsäge der Welt. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Familienunternehmen einen Umsatz von 5,48 Milliarden Euro. Der Anteil der Akku-Geräte stieg auf 28 Prozent, nach 25 Prozent im Vorjahr. Trotz dieses Erfolgs und trotz eines Stammhauses in Schwaben, in dem 120 unterschiedliche Nationen arbeiten, denkt Nikolas Stihl laut über Abwanderung nach – etwa in die Schweiz, wo es weniger Urlaub für die Mitarbeiter und mehr Arbeitswillen gebe.
Neutral in der Politik, unmissverständlich in der Warnung
Nikolas Stihl betont: „Wir sind ein freies Land. Es steht mir nicht zu, meinen Mitarbeitern zu sagen, wen man wählen soll.“ Gleichzeitig lässt er keinen Zweifel an der Dringlichkeit: „Bei allem Optimismus: Wenn Deutschland jetzt nicht dramatisch umlenkt, werden wir in 2027 noch mehr Insolvenzen und Abwanderungen in andere Länder erleben. Zeit, endlich aufzuwachen.“
Der stille Ruf der Schweiz: Weniger Ferien, mehr Zukunft
Die Drohung mit dem Standortwechsel ist keine leere Geste. Sie zeigt, wie selbst erfolgreiche deutsche Familienunternehmen die Geduld verlieren, wenn Bürokratie und Untätigkeit den Erfolg ersticken. Stihl macht deutlich: Ohne Kurswechsel wird aus dem einstigen Motor der Wirtschaft ein Abwanderungsmotor.
