Sven Hüber war Ende der 1980er-Jahre Politoffizier und stellvertretender Kompaniechef bei den DDR-Grenztruppen – zuständig dafür, Grenzsoldaten ideologisch auf Linie zu bringen und für die Umsetzung des Schießbefehls zu sorgen. Seine Diplomarbeit trug den Titel „Der Bundesgrenzschutz als Instrument imperialistischer Macht- und Herrschaftssicherung”. Nach dem Mauerfall machte er ausgerechnet im Bundesgrenzschutz Karriere und ist heute stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sowie Vorsitzender des Hauptpersonalrats der Bundespolizei. Für den Fall einer AfD-Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt spricht Hüber von einem möglichen „inneren Notstand” und davon, dass sich Polizistinnen und Polizisten darauf vorbereiten müssten, mit Bundes- und Bereitschaftspolizei die verfassungsmäßige Ordnung wiederherzustellen. Bernd Baumann, erster parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, äußert sich dazu exklusiv bei NIUS und wirft Hüber vor, den Wählerwillen von Millionen Bürgern als „Machtergreifung” zu verunglimpfen. Die GdP Nordrhein-Westfalen hat sich inzwischen öffentlich von Hübers Aussagen distanziert: Man distanziere sich „ausdrücklich und vollumfänglich von seiner Wortwahl, seinen Vergleichen und den daraus gezogenen juristisch problematischen Schlussfolgerungen”. Historiker Hubertus Knabe, Autor von „Die Täter sind unter uns“ und ausgewiesener Experte für die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit, spricht im Interview über Hübers Biografie und die Frage, wie ein ehemaliger Grenztruppen-Offizier eine derart einflussreiche Position in der Bundespolizei erreichen konnte. Auch AfD-Chefin Alice Weidel meldet sich auf X zu Wort und fordert, Hüber müsse sofort aus dem Polizeidienst entfernt werden. Bei NIUS Live sprachen NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt und Journalist Wolfgang Herles mit Moderator Nordert Dobeleit über das Thema.