33 Prozent Abstand zwischen AfD und Union: Der Osten färbt sich zunehmend blau ein

Die AfD-Fürhung nach dem Wahlsieg von Ulrich Siegmund (links) in Sachsen-Anhalt. In Ostdeutschland kommt die Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla inzwischen auf 45 Prozent.
Foto: unzensuriert

Die AfD reißt im Osten ein Loch in die Landkarte der etablierten Parteien. Würde am Sonntag Bundestagswahl sein, käme sie in den ostdeutschen Flächenländern laut dem Trendbarometer von RTL und ntv auf 45 Prozent – die CDU landet bei zwölf Prozent und rutscht hinter die Linke.

AfD enteilt, Union bricht ein

Das Institut Forsa befragte vom 1. bis 7. September 2502 Wahlberechtigte, die Fehlerquote liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten. Der größte Teil des Umfragezeitraums lag noch vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Dort holte die AfD am 6. September bereits 43,8 Prozent, die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze nur 17,2 Prozent.

Hinter der AfD folgt im Osten die Linke mit 15 Prozent. SPD und Grüne kommen jeweils auf neun Prozent, das BSW auf fünf Prozent. Bundesweit bleibt die AfD bei 28 Prozent vorn, CDU und CSU verharren bei 21 Prozent. Grüne liegen bei 16 Prozent, die SPD bei zwölf, die Linke bei elf. FDP und BSW bleiben unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Merz im Osten fast ohne Rückhalt

Mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz sind bundesweit nur 13 Prozent zufrieden, 85 Prozent unzufrieden. Im Osten sinkt die Zustimmung auf sieben Prozent, 91 Prozent sind unzufrieden. Westlich der Elbe sind immerhin 15 Prozent zufrieden.

Volk gegen Brandmauer

Als wichtigstes Motiv nennen 34 Prozent der AfD-Anhänger, die Partei vertrete die „Interessen des deutschen Volks“ am besten. 22 Prozent führen Unzufriedenheit mit dem politischen System an, 21 Prozent Unzufriedenheit mit der Bundesregierung.

Gleichzeitig spricht sich eine Mehrheit der Befragten dafür aus, dass die CDU im Osten Absprachen mit der Linken trifft, um Landesregierungen ohne AfD zu ermöglichen: 54 Prozent ja, 38 Prozent nein. Unter Unionsanhängern sind es 63 Prozent. Unter AfD-Anhängern lehnen 89 Prozent das ab. Am 20. September folgen die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Unzensuriert

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