Mehr als die Hälfte der Berliner Polizeianwärter „benötigen Deutsch-Nachhilfeunterricht“

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Mehr als die Hälfte der Nachwuchskräfte, die in der deutschen Hauptstadt Berlin zur Polizei kommen, verfügen über unzureichende Deutschkenntnisse.

Dies gab die Berliner Polizei am 5. September auf Anfrage des deutschen Nachrichtenportals Nius bekannt.

Von den 240 neuen Polizeianwärtern, die in diesem Jahr bisher eingestellt wurden, benötigten 132 Nachhilfeunterricht in Deutsch – das sind 55 Prozent der Gesamtzahl. Nur 108 Polizeianwärter schafften es, ihr erstes Semester ohne zusätzlichen Deutschunterricht zu absolvieren.

Die Zahlen sind zwar überraschend, scheinen aber in der deutschen Hauptstadt die Norm zu sein.

Ein Sprecher der Berliner Polizei erklärte, dass durchschnittlich die Hälfte der Neueinsteiger im ersten Semester Deutsch-Nachhilfekurse besuchen muss, wobei dieser Anteil im Laufe der Dienstzeit der Kadetten sinkt.

Der Sprecher erklärte gegenüber Nius, dass die Polizei bei Nachwuchskräften einen „Rückgang der schriftlichen Sprachkenntnisse” feststelle. Dies sei jedoch kein spezifisches Problem der Polizeikadetten, sondern betreffe „die gesamte Gesellschaft”. Als Ursachen nannte er den Mangel an qualifiziertem Lehrpersonal und die „Heterogenität in den Klassen” an Berliner Schulen.

Der Sprecher fügte hinzu: „Die Motivation, Rechtschreibregeln zu lernen, nimmt ab, da Rechtschreibprüfungen in Textverarbeitungsprogrammen, Autokorrektur und künstliche Intelligenz dies angeblich überflüssig machen.”

Die Verbreitung unterdurchschnittlicher Deutschkenntnisse könnte auch mit dem überproportional hohen Anteil von Polizeianwärtern mit Migrationshintergrund zusammenhängen.

Im Jahr 2022 gaben 37 Prozent der Neueinsteiger bei der Berliner Polizei an, einen Migrationshintergrund zu haben. Dies war mit Abstand der höchste Prozentsatz unter den sieben deutschen Bundesländern, für die diese Informationen verfügbar sind.

Rund 4 Prozent aller deutschen Polizeibeamten hatten im Jahr 2022 einen Migrationshintergrund. Neuere Statistiken liegen nicht vor.

Die Einstellungspolitik der Berliner Polizei sorgte kürzlich für Schlagzeilen, nachdem ein 20-jähriger betrunkener Polizeianwärter angeblich einen 49-jährigen afrikanischen Vater vor dessen kleinem Sohn zusammengeschlagen und den Mann mit rassistischen Beleidigungen beschimpft hatte.

Laut deutschen Medienberichten vom 8. August stammte der Anwärter aus einer türkischen Familie.

More than half of Berlin police cadets ‘need remedial German classes’ – Brussels Signal