Kanzler-Kapitulation: „Wir schaffen das” – Merz zitiert jetzt Merkel

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„Wir schaffen das.” Drei Worte, die die deutsche Politik für immer verändert haben, gesagt von Angela Merkel im Jahr 2015 mitten in der Flüchtlingskrise. Und genau diese drei Worte hat Bundeskanzler Friedrich Merz jetzt aus der Schublade geholt auf dem Landesparteitag der CDU Mecklenburg-Vorpommern.

Merz, der seinen gesamten politischen Aufstieg auf dem Versprechen gebaut hat, das genaue Gegenteil von Angela Merkel zu sein, zitiert nun ausgerechnet ihren berühmtesten und umstrittensten Satz. Kein Big Bang in der Reformpolitik, keine große Kehrtwende, kein Tag der Entscheidung: Stattdessen Durchhalteparolen und Beschwörungsformeln.

Doch dabei bleibt es nicht. Merz stellt die AfD in die „Tradition des schlimmsten Unrechts” der deutschen Geschichte. Nahezu 30 Prozent der Deutschen, die laut Umfragen die AfD wählen würden, werden damit indirekt mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte in Verbindung gebracht.

Gleichzeitig verabschiedet sich Merz in derselben Rede von einem Versprechen, das er selbst über Monate hinweg gemacht hat: Der große Reformschlag, der „Big Bang“, wird nicht kommen. Und wer ihn erwartet, sei selbst schuld für das, was bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern am 6. und 20. September folgen könnte.

Während Merz auf der Bühne spricht, sorgt Philipp Amthor für einen eigenen Moment: Als der Applaus nach der Rede spärlich ausfällt, springt der Staatssekretär auf, um Standing Ovations zu erzwingen und wird damit zum unfreiwilligen Symbol einer Partei, die in Mecklenburg-Vorpommern gerade bei zehn Prozent liegt.

Was ist los mit Friedrich Merz? Wie erklärt sich dieser Satz? Und was sagen Merz’ Auftritte über den Zustand der CDU kurz vor wichtigen Landtagswahlen?

Bei NIUS Live sprachen NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt, die stellv. NIUS-Chefredakteurin Pauline Voss und Reporter-Legende mit Moderator Alexander Kissler über das Thema.

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