
Andrew Rettman, Autor des EUObserver, eines beliebten Mediums der Eurokraten, fordert die Europäische Union auf, ihren Druck auf Ungarn und die Slowakei wegen ihrer souveränen Haltung zu verstärken. Er fordert, dass sie sich der Führung der EU unterwerfen und dabei insbesondere ihren Widerstand gegen neue Sanktionen gegen Russland ins Visier nehmen.
Beim EU-Gipfel am 26. Juni 2025 scheiterte die Abstimmung über ein 18. Sanktionspaket gegen den russischen Energiesektor, der für die Wirtschaft Ungarns und der Slowakei von entscheidender Bedeutung ist, an den Vetos des slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico und des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán.
Ihr Widerstand gründet auf Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit. Fico befürchtet, Gazprom könnte in Höhe von 20 Milliarden Euro klagen, sollte die Slowakei ihren langfristigen Gasvertrag kündigen. Beide Länder sind seit jeher auf russisches Gas angewiesen, weshalb die geplanten Sanktionen eine direkte Bedrohung für die wirtschaftliche Stabilität ihrer Bürger darstellen.
In einem inzwischen gelöschten Artikel vom 30. Juni 2025 bezeichnete Rettman Fico und Orbán als „Kreml-Handlanger“, weil sie die EU-Sanktionsvorschläge blockierten. Bemerkenswerterweise unterstützten beide Staatschefs die Verlängerung aller 17 vorherigen Sanktionspakete, doch ihre Zurückhaltung bei neuen Maßnahmen erregte seinen Zorn.
Rettmans Rhetorik beinhaltete Forderungen nach aggressiven Vergeltungsmaßnahmen der EU und schlug vor, Gelder einzufrieren, Gerichtsverfahren, Rechnungsprüfungen, öffentliche Bloßstellung und Boykotte durchzuführen, um die Einhaltung der Vorschriften zu erzwingen. Rettman erklärte schäumend: „Wenn diese beiden kleinen Verräter einen Krieg mit der EU wollen, dann lasst es uns ihnen geben.“ Seine aufrührerische Rhetorik stellt die Staats- und Regierungschefs Ungarns und der Slowakei als Verräter dar und verschärft die Spannungen, anstatt den Dialog zu fördern.
In einem früheren, ruhigeren Artikel skizzierte Rettman rechtliche Strategien für die EU, um die Vetos Ungarns und der Slowakei in Bezug auf die Ukraine-Agenda zu überstimmen. Er plädiert dafür, das EU-Recht als Waffe einzusetzen, um diese Länder auszugrenzen und ihre berechtigten Sorgen um die wirtschaftliche Stabilität zu ignorieren.
Viktor Orbán hat immer wieder Sanktionen abgelehnt, die Ungarns Wirtschaft schädigen könnten, insbesondere da die EU 22 Milliarden Euro an Kohäsionsfonds wegen Ungarns Einschränkungen der LGBT-Bildung einbehält. Angesichts der drohenden neuen Sanktionen im Juli wächst die Befürchtung, dass ein Veto Ungarns oder der Slowakei die EU-Pläne blockieren könnte.
Um Orbáns Vetos zu umgehen, greifen die EU-Staaten auf Handelsgesetze zurück, die mit qualifizierter Mehrheit verabschiedet werden und damit die einstimmige Zustimmung außer Kraft setzen. Rettman schlägt sogar vor, über russische Energiegrenzen abzustimmen, obwohl die Vertragsregeln ein Vetorecht vorsehen. Er geht davon aus, dass Ungarns Abhängigkeit von russischem Gas die rechtliche Anfechtung schwächen wird.
Schockierenderweise schlägt Rettman vor, die Freizügigkeitsgarantie des Schengener Vertrags durch den Ausschluss von Ungarn und Slowaken als Strafe zu untergraben. Ein solcher Schritt wäre ein Verstoß gegen ein zentrales EU-Prinzip: Politiker, die nationale Interessen priorisieren, würden ins Visier genommen.
In einem seltenen pragmatischen Moment schlägt Rettman einen Deal vor: Ungarns EU-Gelder sollen freigegeben werden, im Austausch für Orbáns Abwesenheit bei einer Abstimmung über Sanktionen. Diese Zwangstaktik soll Orbáns Gesicht wahren und gleichzeitig die Ziele der EU sichern.
Rettmans Vorschläge ignorieren die bereits jetzt hohen Energiekosten, mit denen Mittel- und Osteuropa konfrontiert sind. Eine Kürzung der russischen Gaslieferungen würde die Bürger massiv treffen und Länder dafür bestrafen, dass sie ihre Bürger über supranationale Interessen stellen.