Jede fünfte deutsche Stadt plant die Stilllegung ihrer Gasnetze

Wärmepumpe in Aktion AI generator

Die deutsche Partei „Die Grünen“ ist zwar nicht mehr an der Macht, doch das Streben des Landes nach „Klimaneutralität“ geht unvermindert weiter.

Um die Deutschen von fossilen Brennstoffen unabhängig zu machen, planen fast 20 Prozent der Städte, ihre Verteilungsnetze für Erdgas stillzulegen. Dies gab der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) am 24. Oktober bekannt.

Laut einer am 23. Oktober veröffentlichten VKU-Umfrage unter 609 kommunalen Versorgungsunternehmen gaben 19 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Gasnetze in den kommenden Jahren stilllegen und sich in erster Linie auf die Wärmeversorgung ihrer Kunden durch Fernwärme und elektrische Wärmepumpen konzentrieren wollen.

Weitere 23 Prozent gaben an, dass sie einen Teil des Gasnetzes stilllegen und den verbleibenden Teil für die Nutzung „grüner” Gase wie Wasserstoff oder Biomethan umrüsten würden – wobei diese jedoch in erster Linie zur Versorgung von Unternehmen und nicht von Haushalten dienen würden.

Etwa 46 Prozent der kommunalen Versorgungsunternehmen gaben an, dass sie noch keine konkreten Pläne hätten.

VKU-Präsident Ingbert Liebing sagte, die Mehrheit der kommunalen Versorgungsunternehmen befinde sich derzeit „in der Schwebe”, darunter auch die vielen Millionen Kunden des Verbandes.

„Wir fordern die Bundesregierung auf, schnell Rechtssicherheit und Planungssicherheit für Gasnetze zu schaffen. Wir brauchen Klarheit für einen geordneten Ausstieg aus Erdgas – sowohl für die Umstellung auf Wasserstoffverteilungsnetze oder für die Nutzung mit Biomethan als auch für die Stilllegung”, sagte Liebing.

Deutschland hat sich offiziell das Ziel gesetzt, bis 2045 „klimaneutral“ zu werden und die Netto-Treibhausgasemissionen auf null zu senken. Friedrich Merz, seit Mai Bundeskanzler, erklärte am 21. Oktober, seine Regierung halte an der Frist 2045 fest.

Der Fahrplan für dieses ehrgeizige Ziel wurde im Klimaschutzgesetz festgeschrieben – mit dem Verzicht auf Erdgas als einer der Schritte auf dem Weg dorthin.

Einige Städte versuchen sogar, die offizielle Frist vorzuverlegen. In Mannheim, einer Industriestadt mit 320.000 Einwohnern im Südwesten Deutschlands, kündigte das kommunale Versorgungsunternehmen MVV im November letzten Jahres an, sein Gasnetz bis 2035 stillzulegen.

Die Entscheidung zur Abschaltung der Netze hat bei zahlreichen Anwohnern Empörung ausgelöst.

Viele haben sich einer Bürgerinitiative angeschlossen, die versucht, dies zu verhindern, mit dem Argument, dass nicht alle Haushalte auf Fernwärme umsteigen könnten und viel Geld für die Installation von Wärmepumpen ausgeben müssten.

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