Frankreich: Anthony C. wurde zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er seiner Mutter in die Kehle gestochen und seinen Vater mit “Allah Akbar” bedroht hatte, nachdem seine Mutter sich geweigert hatte, zum Islam zu konvertieren

Der Mann, der seine Mutter am Donnerstag in die Kehle gestochen hat, wurde inhaftiert. Anthony C. hatte auch seinen Vater bedroht und beim Flüchten "Allah Akbar" gerufen, sagte eine Polizeiquelle gegenüber AFP. Er sagte, er stehe im Konflikt mit seinen Eltern wegen seiner Konversion zum Islam.
Amaury Brelet@AmauryBrelet

Nach zwei Tagen Anhörungen verurteilte das cour d’assises du Nord Gericht am Freitag einen 35-jährigen Mann aus Roubaix zu fünfzehn Jahren Gefängnis, mit acht Jahren richterlicher sozialer Überwachung, wegen versuchten Mordes an seiner Mutter in der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober 2022 in Wattrelos.

Der Fall, der während der Debatten als “komplex” beschrieben wurde, zeichnete sich durch eine ungewöhnliche Beziehung zwischen dem Opfer und ihrem Angreifer aus. Während des Prozesses zeigte die Mutter ihrem Sohn nie Hass. “Jedes Opfer könnte wütend auf seinen Angreifer sein. Das ist nicht der Fall, denn es ist das Fleisch ihres Fleisches. Ihr Schaden ist es, ihren Sohn im Gefängnis zu sehen”, sagte der Anwalt der Zivilparteien, Olivier Cardon. Die Verteidigung sprach außerdem von “einem Prozess wie kein anderer”.

In jener Nacht war der Angeklagte mit einem Messer, das er aus seinem Haus genommen hatte, zum Familienhaus gegangen. Mindestens sechs Stichwunden wurden seiner Mutter zugefügt. Nach dem Angriff floh der Mann, bevor er sich am Morgen auf der Polizeistation Tourcoing meldete. Obwohl er die Tat gestanden hat, konnte er die Gründe nicht klar erklären.

Während der Untersuchung hatte er “Zeichen” erwähnt, denen er folgen musste. Im Prozess erklärte er schließlich, dass er nach “einem Motiv” gesucht habe, was auf eine übermäßig verzerrte Beziehung zu seiner Mutter hindeutete. “Ich wollte ihr wehtun, nicht töten”, wiederholte er vor Gericht. Staatsanwältin Pascale Girardon war der Ansicht, dass das Stechen mit einem Messer in einem lebenswichtigen Körperteil nicht als bloßer Wunsch zu verletzen angesehen werden könne.

Psychiatrische Untersuchungen zeigten eine große psychische Zerbrechlichkeit und Depression, da der Mann bereits zwei Jahre zuvor nach einem Burnout behandelt worden war. Der Sachverständige kam zu dem Schluss, dass eine Änderung der Unterscheidung vorlag, was das Gericht in seiner Entscheidung akzeptierte. Der Dreißigjährige muss nun fünfzehn Jahre im Gefängnis verbüßen und sich im Rahmen seiner gerichtlichen Nachuntersuchung einer Behandlung unterziehen.