In der NZZ, Druckausgabe vom Mittwoch, dem 23. Juli 2025, ist zu lesen: „Irgendwann war es den TV-Sendern ARD und ZDF nicht mehr möglich, die AfD beim Fernseh-Sommerinterview zu ignorieren. Seit man die Partei also wohl oder übel auch einladen muss zum luftig-leichten Polit-Fernseh-Talk unter blauem Himmel, verfolgen die öffentlich-rechtlichen Sender die Devise, die für die AfD nun seit Jahren gilt: Wir zeigen diese Partei als ‚Schmuddelkind‘ der Nation ..
Inhalte dieser Partei werden nie so vermittelt, dass sich mündige Zuschauer ein Bild machen könnten. Man will die AfD-Politiker möglichst blöd dastehen lassen …Konkret heisst das: nicht ausreden lassen, nie nachhaken, wo es inhaltlich interessant wird, und wo sich tatsächlich ein tiefergehendes Gespräch entwickeln könnte, flugs mit einer dahingeschmierten, süffisanten oder persönlich diskreditierenden Bemerkung reingrätschen. Das geht jetzt so seit Jahren …
Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel ist also durch eine harte Schule gegangen. Das Ergebnis war am vergangenen Sonntagabend im ARD-Sommerinterview zu studieren. Hätte Weidel noch vor ein paar Jahren die Sendung verlassen, so stand sie nun bis zum Schluss Rede und Antwort in einer Gesprächssituation, die eine vernünftige Auseinandersetzung verhinderte. Die AfD-Politikerin weiss, dass es der Partei und ihr persönlich nutzt, wenn sie bei tendenziösen Fragen ruhig und sachlich bleibt. So auch am Sonntag, als von der anderen Flussseite herüber Sprech- und Gesangschöre das Freiluftinterview nahezu verunmöglichten. Über das Regierungsviertel legte sich eine Art Hymne, ihr einziger Inhalt: ‚Scheiss-AfD‘ …
Dort (bei der ARD; Anm. E. K.-L.) hat man offenbar keine technischen Massnahmen ergriffen, um das Gespräch akustisch hervorzuheben und den produzierten Lärm in den Hintergrund zu rücken. Was problemlos möglich gewesen wäre, zumal es sich um eine Aufzeichnung handelte.
Für den Lärm sorgte die Aktivistengruppe Zentrum für Politische Schönheit (ZPS), die sich den Kampf gegen die AfD auf die Fahne geschrieben hat. Dabei macht man sich seit Jahren zu nützlichen Idioten der Partei, etwa mit der Errichtung eines Holocaust-Mahnmals auf dem Nachbargrundstück von Björn Höcke. Man überschreitet dabei auch notorisch Grenzen, Zynismus und Obszönitäten gehören dazu: beispielsweise, als man 2019 im Regierungsviertel eine angeblich mit Asche von Holocaust-Opfern gefüllte Säule präsentierte …
Erst nach der Sendung wurde via soziale Plattformen allmählich klar, dass hinter der angeblichen Demonstration die Aufmerksamkeitsmaschinerie des ZPS steckte. Es stellt sich die Frage, wie es eigentlich möglich ist, dass Aktivisten einen mit Lautsprechern und Scheinwerfern ausgerüsteten Bus im Berliner Regierungsviertel, dem hoffentlich bestgesicherten Bezirk Deutschlands, in Stellung bringen konnten. Laut Angaben des ZPS hatte man die polizeiliche Erlaubnis dazu. Lügengeschichten sind allerdings oft Teil der Performance der ZPS-Aktivisten, die bewusste Desinformation betreiben.
Dass sich die ARD zum Handlanger für eine Politsekte machen lässt, das ist das eine. Das andere ist die Reaktion von Markus Preiss auf Alice Weidels wiederholte Bemerkung, dass ein vernünftiges Gespräch nicht möglich sei, weil sie seine Fragen teilweise nicht verstehe. Preiss drehte sich weg, richtete sich ans Publikum und sagte süffisant-grinsend: ‚Frau Weidel sagt gerne mal, dass sie was nicht verstanden hat.‘ Die Zuschauer zahlen für so eine üble Vorstellung wohlbemerkt Zwangsgebühren.“
Die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) als West-Fernsehen – Zur Zeit
