Deutsches Gericht verurteilt AfD-Politiker und entlarvt damit die Doppelmoral der deutschen Justiz

Wilko Möller, Mitglied der AfD-Fraktion im Brandenburgischen Parlament
AfD Fraktion Brandenburg

Ein Vertreter der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) im Landtag Brandenburgs wurde mit einer Geldstrafe von 11.600 € für ein Wahlplakat mit einer Geste verurteilt, die laut Gericht wie ein Hitler-Gruß aussah. Das Landesgericht in Frankfurt (Oder) befand Wilko Möller für schuldig, Symbole verfassungswidriger Organisationen verwendet zu haben, obwohl der an dem Projekt beteiligte Grafikdesigner freigesprochen wurde.

Zwei ähnliche Motive, aber nur eines landet wegen des vermeintlichen Hitlergrußes vor Gericht. Fotos: Screenshot JF & CDU Datteln

Laut Anklageschrift beauftragte Möller das Plakat für den Wahlkampf 2024, um “familienfreundliche Politiken” zu fördern. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass Möller konkrete Anweisungen gegeben habe: Die abgebildeten Eltern sollten blond sein und dabei gezeigt, wie sie ihre Kinder “sichtbar schützen”.

Die daraus resultierende Werbung, die in Frankfurt erschien, zeigte ein blondes Paar mit den Armen in einem 45-Grad-Winkel erhoben, die eine dachartige Form über drei Kindern auf einem Sofa bildeten. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, dies schaffe eine “visuelle Ähnlichkeit mit dem sogenannten Hitlergruß”, einem nach deutschem Recht verbotenen Symbol.

Das Urteil des Gerichts entsprach der Forderung der Staatsanwaltschaft bezüglich Möllers Geldstrafe. Das Gericht brach jedoch mit der Anklage bezüglich des Grafikdesigners. Während der Staat eine Geldstrafe von 2.800 € für den Designer wegen Beihilfe zur Verwendung verfassungswidriger Symbole gefordert hatte, entschied das Gericht, dass seine Handlungen keine Straftat darstellten. Die Verteidigung hatte für einen vollständigen Freispruch für beide Männer plädiert.

Hinweise deuteten darauf hin, dass Möller das Design genehmigte, obwohl er sich der strengen gesetzlichen Verbote solcher Gesten bewusst war. Die Untersuchung wurde durch die auffällige Ähnlichkeit mit dem NS-Gruß ausgelöst, woraufhin das brandenburgische Landtag Möller seine parlamentarische Immunität entzog und den Prozess fortsetzen konnte.

Die rechtsgerichtete Partei reagierte empört und veröffentlichte eine scharfe Kritik auf X:

Der Deutsche Richterverband gab bekannt, dass derzeit mehr als eine Million Strafverfahren ausgesetzt sind, weil das Justizsystem völlig überlastet ist. Dennoch bleibt noch Zeit für einen verrückten Prozess gegen die AfD – mit einem fragwürdigen Urteil wegen eines harmlosen Plakats.

Möller hat den Fall zudem als “rein politische Angelegenheit” abgetan.

Seine Unterstützer haben auch auf das, was sie selektive Durchsetzung nennen, verwiesen und darauf hingewiesen, dass die CDU 2021 ein nahezu identisches Motiv verwendete – ein Vater, der seinen Arm über Kinder hebt – das keiner rechtlichen Überprüfung unterzogen wurde.

Dieser Fall folgt auf eine Reihe hochkarätiger Entscheidungen bezüglich visueller Gesten. Im Sommer 2025 wurde eine deutsche Frau zu einer Geldstrafe von 1.800 € verurteilt, weil sie ein unverändertes Foto des ehemaligen Gesundheitsministers Karl Lauterbach geteilt hatte. Obwohl das Bild ein Standbild aus einer öffentlichen Rede war, entschied das Gericht, dass der festgehaltene Moment einem Nazi-Gruß ähnelte, was den zunehmend engen rechtlichen Drahtseilakt für politische Bildsprache in Deutschland hervorhebt.

German Court Convicts AfD Politician Amid Double Standard Debate ━ The European Conservative