Österreich: Jeder Zweite will keine muslimischen Nachbarn

Jeder zweite Österreicher würde sich gestört fühlen, wenn Muslime direkte Nachbarn wären. Das geht aus einer Studie des Österreichischen Integrationsfonds hervor, die Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) präsentierte. Auf noch größere Ablehnung stoßen Flüchtlinge mit 63 Prozent, gefolgt von Roma (53 Prozent) und Langzeitarbeitslosen (52 Prozent).

Befragt wurden zu Jahresbeginn 1.016 Personen. Rund die Hälfte bewertet den gesellschaftlichen Zusammenhalt als gut oder sehr gut, ebenso viele sehen das anders. Sorgen um die kulturelle Identität machen sich drei Viertel der Befragten. 2018 lag dieser Anteil noch bei 57 Prozent, 2024 bei 70 Prozent. Als größte Gefahr für das Zusammenleben nannten 52 Prozent den politischen Islam, gleichauf mit Kriegen und Terrorismus und knapp hinter „Fake News“ (54 Prozent). Auch große Migrationsbewegungen bereiten 51 Prozent Sorgen. Deutlich gestiegen ist die Zahl jener, die sich wegen Digitalisierung und KI sorgen (28 Prozent).

Das größte Spannungsverhältnis sehen 56 Prozent zwischen Einheimischen und Zugewanderten, gefolgt von Spannungen zwischen links und rechts (50 Prozent) sowie arm und reich (40 Prozent). Beim Zugehörigkeitsgefühl gibt es kaum Unterschiede: 58 Prozent der Menschen ohne und 57 Prozent jener mit Migrationshintergrund fühlen sich als Teil der Gesellschaft.

Die Ministerin sieht durch die Studie ihren Kurs bestätigt: „Deutsch, Arbeit und Werte. Das ist die Basis für gelungene Integration.“ Zu lange habe man darauf vertraut, dass Integration freiwillig geschehe: „Aber Integration ist kein Angebot, sondern eine Verpflichtung.“ Zugleich bekräftigte Bauer die Pläne für ein Verbot des politischen Islams: „Der politische Islam stellt sich über unseren demokratischen Rechtsstaat und will ihn nach religiösen Regeln umbauen, und das dürfen wir nicht zulassen.“

Die FPÖ liest die Studie anders. Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch warf der ÖVP vor, damit „ihr eigenes Asylversagen“ zu präsentieren. Der Chef der Wiener Stadtpartei, Dominik Nepp, nannte die Studie eine „Ohrfeige mit Nachhall für die rot-pinke All-Inclusive-Willkommenspolitik“.

UnserTirol24

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