
Der Fall des Islam-Influencers Mohamed Abdi Khan sorgt in Dänemark erneut für politischen Streit. Er lebt mit seiner Familie im Land, äußert sich öffentlich scharf über die dänische Gesellschaft und verlangt eigenen Angaben zufolge 3,5 Millionen dänische Kronen, um das Land dauerhaft zu verlassen. Nun wurde bekannt: Bereits 2022 nahm er staatliche Unterstützung für eine freiwillige Rückkehr in Anspruch, doch wenige Monate später war er wieder in Dänemark.
Wie das dänische Nachrichtenportal B.T. unter Berufung auf Recherchen von TV 2 berichtet, kam Khan im Jahr 2015 als politischer Flüchtling aus einer von Somaliern geprägten Region Äthiopiens nach Dänemark. Zwei Jahre später folgte ihm seine Ehefrau im Rahmen des Familiennachzugs. Das Paar hat sechs Kinder.
Dem Bericht zufolge entschied sich Khan im Jahr 2022, im Rahmen des staatlichen Repatriierungsprogramms nach Äthiopien zurückzukehren. Dieses Programm unterstützt Ausländer finanziell, wenn sie Dänemark freiwillig verlassen und in ihr Herkunftsland zurückkehren. Laut Medienberichten erhielt Khan dabei staatliche Leistungen in Höhe von mehreren Hunderttausend dänischen Kronen. Dauerhaft blieb er allerdings nicht in Äthiopien. Er machte von der im Programm vorgesehenen Möglichkeit zur Rückkehr nach Dänemark Gebrauch und lebte fünf Monate später wieder auf Grundlage seines früheren Aufenthaltstitels im Land. Gerade dieser Umstand verschärft die Debatte um seine jüngsten Forderungen. Er hatte erklärt, für eine dauerhafte Ausreise mit seiner Familie 3,5 Millionen Kronen – umgerechnet rund 470.000 Euro – zu verlangen. Als Ziel nannte er allerdings nicht Äthiopien, sondern den ostafrikanischen Staat Dschibuti.
Mitte August war Khan in einem B.T.-Podcast mit Inger Støjberg, der Vorsitzenden der Dänemarkdemokraten, aneinandergeraten. Støjberg bot ihm einen Scheck über 33.952 Kronen zur Finanzierung von Flugtickets für ihn und seine Familie an. Khan lehnte ab und beharrte auf seiner wesentlich höheren Forderung. Hintergrund des Schlagabtauschs sind auch Khans öffentliche Äußerungen über seine Wahlheimat. In den sozialen Medien bezeichnete er Dänemark als „kranke Gesellschaft“ und die Dänen als „verrückte und seltsame Wesen“. Zugleich machte er deutlich, dass er dem Land gegenüber nicht dankbar sei.
This was a very interesting interview with a Somali Muslim man here in Denmark. His honesty tells us what we must do.
— Jonatan Pallesen (@jonatanpallesen) August 20, 2026
This man, Abdi Khan is a refugee, who lives on welfare in Denmark with his large family, all paid for by the Danish taxpayers.
He hates Denmark. He has a… https://t.co/Fusvn4ZfGL pic.twitter.com/mrHn1g8g0q
Inzwischen hat die Affäre auch konkrete politische Forderungen nach sich gezogen. Sowohl die Dänische Volkspartei als auch die Dänemarkdemokraten wollen laut Berichten die Möglichkeit abschaffen, nach einer staatlich geförderten Repatriierung innerhalb einer bestimmten Frist wieder nach Dänemark zurückzukehren. Der Vorsitzende der Dänischen Volkspartei, Morten Messerschmidt, sieht den Fall Khan als Beleg für die Notwendigkeit einer solchen Änderung. Der Fall eines Mannes, der die Dänen verhöhne und Dänemark offenkundig ablehne, zeige aus seiner Sicht, weshalb dieses Rückkehrrecht abgeschafft werden müsse.