Kandidatur für Parteivorstand: Gerd Schnepel, die Linken und der rote Terror

Der linke Vorstandskandidat Gerd Schnepel wirbt ganz offen mit seiner Vergangenheit in deutschen und palästinensischen Terrororganisationen. Für die Roten anscheinend kein Problem.
Foto: Screenshot Gernd Schnepel / YouTube

Vor Kurzem wurde erneut die Debatte darüber entfacht, wie Teile der politischen Linken historische kommunistische Regime bewerten. Kritiker werfen bestimmten linken Strömungen vor, die Verbrechen des sowjetischen Diktators Josef Stalin, des chinesischen Staatsgründers und Parteichefs Mao Zedong sowie der Führung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zu relativieren oder deren historische Bedeutung zu verharmlosen.

Zugleich wird kontrovers diskutiert, wie diese Regime ideologisch einzuordnen sind und ob sie mit heutigen linken Positionen in Verbindung gebracht werden können.

Terrorismus? Kein Problem für Linke

Nun wurde ein weiterer Vorfall öffentlich, der deutlich zeigt, wie es die Linken mit dem Terror halten. So hat sich nun ein früheres Mitglied der linksterroristischen Revolutionären Zellen für den Bundesparteitag der Linken um ein Amt im erweiterten Parteivorstand beworben. Der 82 Jahre alte Gerd Schnepel wirbt in seiner offiziellen Bewerbung offen mit seiner Vergangenheit. Dort nennt er “4 J. Revol. Zellen, inkl. PFLP-Mitarbeit”.

Die palästinensische PFLP wird sowohl in der EU als auch in den USA als Terrororganisation eingestuft. Schnepel ist nach eigenen Angaben erst seit 2025 Mitglied der Linken. Als Landesverband gibt er Hamburg an. Am Wochenende entscheidet der Bundesparteitag in Potsdam über die Besetzung der Parteispitze.

Wer waren die Revolutionären Zellen?

Die Revolutionären Zellen waren ein linksterroristisches Netzwerk in der Bundesrepublik. Bekannt wurden sie unter anderem durch Verbindungen zur Entführung einer Air-France-Maschine nach Entebbe im Jahr 1976. Damals trennten deutsche und palästinensische Terroristen israelische von nicht-israelischen Geiseln. Ziel war die Freipressung inhaftierter Terroristen, darunter Mitglieder der RAF. Israelische Spezialkräfte befreiten die Verschleppten später in Uganda.

Schnepel war zum Zeitpunkt der Entführung nach eigenen Angaben Mitglied der Revolutionären Zellen. Mit der Entebbe-Terroristin Brigitte Kuhlmann, Kampfname Halima, die bei der Operation getötet wurde, war er fest zusammen. Im Jahr 2000 sagte er vor Gericht aus, er sei kurz vor dem Anschlag noch mit ihr in einem Hotel gewesen, habe von der geplanten Entführung aber nichts gewusst. Seine terroristische Vergangenheit hat Schnepel später nicht verworfen. In einem Interview mit dem linken Autor Wolf Wetzel verteidigte er 2001 die Unterstützung des palästinensischen Kampfes.

Keine Distanzierung von eigenen Taten

Und in einem 2024 erschienenen Podcast der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung sagte Schnepel über seine Zeit bei den Revolutionären Zellen: “Ich verteidige diese, meine Zeit bei der RZ.” Sie sei “richtig” gewesen und er habe nichts zurückzunehmen. Er transportierte in den 1970er Jahren Waffen, betrieb in Erlangen (Baden-Württemberg) einen Buchladen mit Druckerei, fälschte Reisepässe und Flugtickets und bereitete 1973 einen Sprengstoffanschlag auf das Gelände eines US-Unternehmens in Nürnberg vor. Strafrechtlich sind die Taten laut Schnepel inzwischen verjährt. Anders als bei Beleidigungen gegen Altparteipolitiker hat hier der BRD-Staat also wieder mal gepennt.

Unzensuriert

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