
Ein sudanesischer Flüchtling, der da ran gehindert wurde, Frauen in Frankreich zu belästigen, wird beschuldigt, eine Stunde später mit einem Messer bewaffnet zurückgekehrt zu sein und einen tödlichen Amoklauf verübt zu haben, bei dem drei junge Männer getötet und mehrere weitere verletzt wurden.
Der Prozess gegen den 35-jährigen Al Khawad Al Zine Sulaymane wird an diesem Freitag vor dem Schwurgericht von Maine-et-Loire eröffnet, wo ihm eine lebenslange Haftstrafe droht.
Die Gewalt entfaltete sich in den frühen Morgenstunden des Juli 2022 auf der Esplanade Cœur de Maine in Angers. Laut Le Parisien sagen Zeugen, dass Sulaimane, der stark getrunken hatte, zuerst durch sein aggressives Verhalten gegenüber Frauen auffiel – er riss einem Mädchen das Hemd vom Leib und beleidigte ein anderes.
Als die Rugbyspieler Atama und Manuolito einschritten, um die Frauen zu verteidigen, wurde er in einem kurzen Handgemenge niedergeschlagen und abgeführt. Zeugen erinnerten sich später, dass sie hörten, wie er drohte, zurückzukehren.
Etwa eine Stunde später tat er es, mit einem Messer unter seinem Hemd versteckt. Drei junge Männer wurden erstochen: der 16-jährige Ismaël, der versucht hatte, ein Mädchen zu schützen; der 18-jährige Manuolito, der in den Hals gestochen wurde; und der 20-jährige Atama, der ins Herz getroffen wurde. Mehrere weitere wurden bei dem Amoklauf schwer verletzt.
Überlebende beschrieben den Angreifer als ruhig und entschlossen. Ein Opfer, das mit Verletzungen an Hand und Oberschenkel davonkam, sagte den Ermittlern: “Er wusste, wie man mit einem Messer umgeht. Er zögerte nicht; Er wollte uns wirklich umbringen.”
Die Staatsanwaltschaft sagt, die Abfolge der Ereignisse zeige eine klare Mordabsicht, obwohl der Angeklagte darauf besteht, dass er sich wegen des Alkohols an nichts von der Nacht erinnern kann. Als er vom Richter befragt wurde, gab er zu, dass es möglich sei, dass er die Morde begangen habe, und sagte: “Mit Alkohol ist alles möglich – man kann Menschen töten, Selbstmord begehen oder einen Unfall haben.”
Der Angeklagte kam bereits 2016 nach Frankreich und erhielt den Flüchtlingsstatus und später eine Aufenthaltserlaubnis. Inzwischen wurde ihm das Asyl entzogen. Seine persönliche Geschichte, die den Ermittlern erzählt wurde, umfasst angeblichen Kindesmissbrauch im Sudan, Gefangenschaft und Folter sowie traumatische Erfahrungen während der Migration durch Ägypten und Libyen.
Psychiatrische Experten diagnostizierten bei ihm eine schwere posttraumatische Belastungsstörung und sagten, Alkohol habe seinen Zustand verschlimmert, erklärten ihn aber nicht für geisteskrank.
Zusätzlich zu drei Fällen des schweren Mordes ist er wegen versuchten Mordes in drei Fällen und zweier sexueller Übergriffe angeklagt, einer davon an einem 15-jährigen Mädchen.
Das Urteil soll am 10. Oktober gefällt werden.