Schleswig-Holstein gewährt Muslimen zwei Feiertage

Magic Studio – Wikimedia Commons, Diego Delso , CC-BY-SA-4.0

Muslime im Bundesland Schleswig-Holstein sollen zwei zusätzliche Feiertage erhalten, während gleichzeitig Vorbereitungen getroffen werden, um Islamkunde als reguläres Schulfach einzuführen. Diese Maßnahmen sind Teil einer Vereinbarung zwischen der Landesregierung Schleswig-Holstein und dem Norddeutschen Verband Islamischer Kulturzentren (VIKZ).

Nach Angaben des Kultusministeriums können Beamte, Angestellte und Schüler muslimischen Glaubens am ersten Tag des Ramadan und des Opferfestes frei nehmen.

Die Vereinbarung wurde am 24. September von Kultusministerin Dorit Stenke (CDU) und Murat Pırıldar, dem Vorsitzenden des VIKZ, unterzeichnet. Muhlis Şahin, Vizepräsident des Bundesvorstands des VIKZ, begrüßte diesen Schritt mit den Worten:

Der Vertrag macht deutlich: Der Islam ist Teil unseres gesellschaftlichen Lebens. Er hat hier tiefe Wurzeln geschlagen und gedeiht weiter – durch Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind und in diesem Land als ihrer Heimat leben.

Stenke bezeichnete den Vertrag als „wichtiges Zeichen der Anerkennung und Gleichbehandlung von Religionsgemeinschaften. Menschen muslimischen Glaubens sind Teil unserer Gesellschaft. Das bestätigen wir mit dieser Vereinbarung.“

Die Vereinbarung schafft auch die Grundlage dafür, dass „Islamunterricht“ zu einem regulären Schulfach wird, wobei „bestimmte Voraussetzungen – wie Schülerzahlen und Lehrerqualifikationen – dafür erfüllt sein müssen“.

Die 2014 gegründete VIKZ umfasst derzeit zwölf Gemeinden in Schleswig-Holstein und vertritt rund 12.000 Mitglieder. Der Vertrag garantiert dem Verband das Recht, Kultur- und Bildungseinrichtungen zu betreiben und Imame auszubilden.

Nicht alle teilen jedoch diese positive Einschätzung. Die Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter, Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums für Globalen Islam, äußerte sich in einem Interview mit WELT TV skeptisch. Sie bezeichnete die VIKZ als „sehr konservativ“ und fügte hinzu, dass der offizielle Dialog Deutschlands mit dem Islam konservativen Verbänden oft zu viel Gewicht einräumt, während liberale oder moderate muslimische Stimmen unterrepräsentiert bleiben. Schröter warnte auch davor, dass andere Minderheiten ähnliche Rechte fordern könnten, wenn Muslime offizielle Feiertage erhalten.

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