
In Deutschland stehen die Behörden wegen eines Falls unter Druck, der erst drei Wochen nach dem ursprünglichen Vorfall öffentlich bekannt wurde. Es geht um einen 15-jährigen Syrer, gegen den wegen des Verdachts der Vergewaltigung eines 12-jährigen Mädchens in der Umkleidekabine eines öffentlichen Schwimmbads in Braunschweig ermittelt wird.
Der Vorfall ereignete sich im Schwimmbad „Wasserwelt“ und wurde dank der Berichterstattung der Braunschweiger Zeitung bekannt, die einen Hinweis von einem Leser erhalten hatte. Die Polizei argumentiert, dass sie aufgrund des Alters der Beteiligten zögerte, die Details des Falls öffentlich zu machen.
Als die Zeitung sich an die Polizei wandte, verwies diese die Reporter an die Staatsanwaltschaft, die für Presseanfragen zuständig ist. Nun hat ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christian Wolters, bestätigt, dass wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung ermittelt wird.
Der Vorfall ereignete sich am 10. August um 17:00 Uhr, wobei das Opfer schwer sexuell missbraucht wurde. Obwohl der 15-jährige syrische Verdächtige minderjährig ist, kann er laut Berichten bereits strafrechtlich für die Tat zur Verantwortung gezogen werden.
„Der weitere Hintergrund, insbesondere der genaue Tathergang, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Insbesondere stehen noch Spurenvergleiche [DNA] aus. Obwohl die Tat bereits drei Wochen zurückliegt, befindet sich die Untersuchung noch in einem relativ frühen Stadium“, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Die Hauptanklage lautet auf Vergewaltigung, wobei sich die konkrete Anklage auf einen „besonders erniedrigenden Geschlechtsverkehr oder eine geschlechtsverkehrähnliche Handlung“ an dem Opfer bezieht, was davon ausgeht, dass der Körper des Kindes vom Verdächtigen penetriert wurde.
Berichten zufolge soll sich die Tat im Schwimmbad ereignet haben.
„Das Mädchen soll bereits im Wasser von dem Verdächtigen sexuell belästigt worden sein“, sagte Wolters.
Die Vergewaltigung soll sich jedoch in der Umkleidekabine des Schwimmbads ereignet haben, als es dem 15-Jährigen gelang, mit seinem Opfer allein zu sein.
Die Staatsanwaltschaft versucht zu klären, ob der sexuelle Kontakt zwischen den beiden einvernehmlich war oder nicht.
Nach dem Vorfall soll die Polizei lediglich die Kontaktdaten des mutmaßlichen Täters aufgenommen und ihn dann wieder freigelassen haben.
Wolters sagt, dass bisher keine Maßnahmen gegen den Teenager ergriffen wurden, auch keine Inhaftierung. Er sagte, dass die Staatsanwaltschaft noch versuche, zu klären, was tatsächlich passiert sei; er räumte jedoch ein, dass der Jugendliche und das Opfer noch nicht befragt worden seien, obwohl sich der Vorfall bereits vor drei Wochen ereignet habe. Er sagte, dass diese Befragungen zuerst stattfinden müssten.
Nun meldet sich Tobias Groß, Geschäftsführer der Stadtbad Braunschweig Sport und Freizeit GmbH, die die Wasserwelt betreibt, zu Wort.
Er sagte, dass die Mitarbeiter am Tag des Vorfalls sofort die Polizei alarmiert hätten, die „sehr schnell“ eingetroffen sei.
Der Betreiber der Schwimmhalle kennt jedoch immer noch nicht die Identität des mutmaßlichen Täters.
„Selbstverständlich werden wir ein unbefristetes Hausverbot verhängen, sobald uns die entsprechenden Daten vorliegen“, sagte Groß.
Er sagte, dass ihm keine vergleichbaren Vorwürfe sexueller Übergriffe in der Einrichtung während seiner Zeit dort bekannt seien.
In Braunschweig hat die Zahl der Fälle sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen in den letzten Jahren stark zugenommen, allerdings macht die Polizei nicht jeden Fall öffentlich.
„Wir haben den Vorfall aufgrund des Alters aller an dem Strafverfahren Beteiligten nicht öffentlich gemacht. Dies geschah in Absprache mit dem Staatsanwalt“, sagt Polizeisprecher Lars Dehnert.
