Asyl gegen Bares – Beamter verkauft deutsche Staatsbürgerschaft

Symbolbild AI

Im niedersächsischen Lüchow-Dannenberg hatte ein Einwanderungsbeamter offenbar seine ganz eigene Definition von Integration: Wer zahlte, wurde Deutscher. Wie das Landgericht Lüneburg feststellte, nahm der Mann zwischen Januar 2022 und Juli 2023 in mindestens 16 Fällen Bestechungsgelder entgegen, um illegal Aufenthaltstitel, Niederlassungserlaubnisse und sogar Einbürgerungen zu ermöglichen.

Die Kunden: Personen aus der Türkei, Georgien, Albanien und diversen arabischen Staaten. Die Methoden: gefälschte Papiere aus Griechenland, um deutsche Aufenthaltstitel zu erschleichen. In mehreren Fällen wurde sogar auf Sprachzertifikate verzichtet – offenbar kein Hindernis, wenn der Preis stimmt.

Das Netzwerk war gut organisiert. Ein Mittelsmann namens Kastriot G., bekannt aus dem örtlichen Fußballverein, vermittelte gegen Provision neue „Kunden“. Insgesamt sollen beide rund 154.000 Euro kassiert haben – jetzt müssen sie das Geld zurückzahlen. Der Beamte erhielt sechseinhalb Jahre Haft, sein Komplize gar neun – unter Einbeziehung einer früheren Verurteilung wegen Entführung mit Lösegeldforderung.

Die Justiz zeigt sich zwar entschlossen, doch der Schaden ist angerichtet. Wieder einmal zeigt sich: Die deutschen Einwanderungsbehörden sind nicht nur überfordert – sie sind für kriminelle Netzwerke längst ein lukrativer Umschlagplatz geworden. Wenn ein einziger Beamter im Alleingang fast zwanzig Migranten gegen Bares zur Staatsbürgerschaft verhilft, ist das kein Einzelfall – sondern Systemversagen.

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