Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst ist in Istanbul mit der Ankündigung aufgetreten, Visa-Verfahren für türkische Geschäftsreisende zu beschleunigen. Die Ausweitung eines bereits laufenden Sonderwegs soll Unternehmen zugutekommen, die im türkischen Außenwirtschaftsverband organisiert sind und konkrete Bezüge nach Deutschland vorweisen können.
Formal entscheidet über Visa das Auswärtige Amt, doch die Mitteilung überließ man dem Landeschef, der mit einer Wirtschaftsdelegation zu mehrtägigen Gesprächen in Ankara und Istanbul unterwegs war.
Empfang im Präsidentenpalast statt nüchterner Amtstermine
Zu Beginn der Reise empfing Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den CDU-Politiker überraschend im Präsidentenpalast. Auf der Tagesordnung standen Wirtschaftsbeziehungen, die Zollunion und Visa-Fragen. Was als Arbeitsbesuch begann, erhielt damit den Rahmen eines Staatsempfangs, den üblicherweise Regierungschefs auf Bundesebene erhalten. Wüst dankte Außenminister Johann Wadephul ausdrücklich für die Unterstützung des Vorhabens, das in den Wochen zuvor zwischen Staatskanzlei und Auswärtigem Amt abgestimmt worden war.
Die türkischen Wähler wird es freuen: Schnellere Visa angekündigt
Auf einer deutsch-türkischen Wirtschaftskonferenz erklärte Wüst, langwierige und bürokratische Antragsprozesse hätten die Zusammenarbeit beider Seiten über Jahre gebremst. Mit dem erweiterten Business-Fast-Track könnten türkische Firmen ihre Aktivitäten in Deutschland nun verlässlicher planen. Das Verfahren, das seit August 2025 für besonders vertrauenswürdige Betriebe besteht, umfasste bislang rund 400 Unternehmen bei jährlich etwa 10.000 Anträgen. Die Hürden gelten in Ankara und Istanbul als hoch, die deutschen Visa-Stellen als überlastet. Die Ausweitung soll Bürokratie reduzieren und Investitionen erleichtern, so die Darstellung des Regierungschefs.
