
Foto: Manfred Werner / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Nina Proll erhebt schwere Vorwürfe gegen die Filmförderung: Seit acht Jahren wartet ihr Filmprojekt auf finanzielle Unterstützung. Die Schauspielerin vermutet politische und weltanschauliche Gründe, denn mit ihrer Meinung hielt sie oft nicht hinter dem Berg – was nicht überall gut ankam.
Acht Jahre kein Geld
Acht Jahre – so lange wartet Schauspielerin Nina Proll nach eigener Darstellung bereits auf finanzielle Unterstützung für ihr Filmprojekt. Im Gespräch mit krone.tv-Podcaster Gerald Fleischmann spricht sie offen darüber, warum sie glaubt, dass ihr Vorhaben beim Wiener Filmfonds keine Förderung erhält.
Ihre Vermutung: Nicht (allein) künstlerische oder wirtschaftliche Kriterien könnten ausschlaggebend sein, sondern möglicherweise das Weltbild der Antragsteller. Staatliche beziehungsweise öffentliche Filmförderung entscheidet darüber mit, welche Projekte überhaupt realisiert werden können. Wer keine Förderung erhält, steht damit vor erheblichen finanziellen Hürden.
„Falsches Weltbild“ als Hindernis
Proll sieht sich mit einem Umfeld konfrontiert, in dem bestimmte Meinungen deutlich erwünschter seien als andere. Sie beschreibt zudem ihr Gefühl, „permanent medial, politisch manipuliert“ zu werden.
Gerade ihre unbequemen Äußerungen zu #MeToo und zur Corona-Zeit hatten in der Vergangenheit für Unmut im Establishment gesorgt – und für Folgen für ihre berufliche Situation und ihr Umfeld: Für Aufsehen sorgte sie bereits während der feministischen #MeToo-Debatte und später in der Corona-Zeit. 2017 kritisierte sie das aus ihrer Sicht zu stark verbreitete Bild von Frauen als Opfern und Männern als Tätern. Sexuelle Annäherungsversuche empfinde sie grundsätzlich nicht als problematisch; sexuelle Belästigung beginne für sie dort, wo eine Frau „Nein“ sage und ein Mann trotzdem weitermache.
Corona-Maßnahmen „unmoralisch“ und „menschlich verwerflich“
Während der Pandemie kritisierte Proll wiederum die staatlichen Corona-Maßnahmen und insbesondere die 2G-Regel. Sie bezeichnete 2G als „unmoralisch“ und „menschlich verwerflich“ und betonte, die Entscheidung für oder gegen eine Impfung müsse jedem selbst überlassen bleiben. Zudem wirkte sie an der Aktion #allesdichtmachen mit, die die Corona-Politik satirisch kritisierte.