Russisches Ehepaar nach Bibellesung in Hagia Sophia festgenommen

Das Lesen aus einer Bibel in der berühmten Hagia Sophia, jahrhundertelang eine christliche Kirche, endete für zwei Russen mit der Abschiebung.
Foto: Arild Vågen / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)

Ein russisches Touristenpaar ist in Istanbul nach dem Lesen der Bibel in der Hagia Sophia festgenommen worden. Den beiden wird „Anstiftung zum Hass“ beziehungsweise ein Verstoß gegen Artikel 216 des türkischen Strafgesetzbuchs vorgeworfen.

Mitgebrachte Bibel gelesen

Dabei handelte es sich um eine 35-jährige Frau und ihren 32-jährigen Ehemann aus Moskau, die am 13. Juli 2026 in Istanbul ankamen und am folgenden Tag die Hagia Sophia besuchten. Dort habe der Mann in der oberen Galerie eine mitgebrachte Bibel hervorgeholt und daraus gelesen.

Die Sicherheitskräfte hätten das Paar daraufhin umringt und aus dem Gebäude begleitet, bevor es zur Polizeidienststelle im Istanbuler Stadtbezirk Fatih gebracht worden sei. Später seien beide in ein Abschiebezentrum für Ausländer im Bezirk Arnavutköy überstellt worden, wo über ihre weitere Behandlung entschieden werde.

Bibel lesen verboten

Die Frau erklärte, sie habe nicht gewusst, dass das Lesen der Bibel in dem für Touristen zugänglichen Bereich der Hagia Sophia verboten sei. Beide sollen nach Angaben der Berichte voneinander getrennt worden sein, ihre persönlichen Gegenstände seien eingezogen worden, und eine Rückkehr ins Hotel sei ihnen nicht erlaubt worden.

Das russische Generalkonsulat in Istanbul befasse sich mit dem Fall und stehe mit dem Anwalt des Paares sowie den zuständigen türkischen Behörden in Kontakt. Auch russische Medien wie TASS und staatlich nahestehende Berichte erwähnen, dass eine mögliche Abschiebung geprüft werde.

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