
Bayerns stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist tot. Das bestätigte Aiwangers persönliches Umfeld am Abend dem Bayerischen Rundfunk. Aus Kreisen der Freien Wähler heißt es, es herrsche große Bestürzung, keiner könne es fassen.
Der 55-jährige Politiker wurde nach BR-Informationen tot in einem Berliner Hotel aufgefunden. Am Nachmittag hätte der Freie-Wähler-Landes- und Bundesvorsitzende bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros seiner Partei eine Rede halten sollen.
Er habe sich aber aus gesundheitlichen Gründen abgemeldet und vertreten lassen, hieß es. Später sei er dann nicht mehr erreichbar gewesen und sei schließlich leblos in seinem Zimmer entdeckt worden. Die Berliner Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln zum Tod Aiwangers. Ziel sei es, “die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen”, erklärten die Ermittler am Mittwochabend.
Mit Aiwanger verlieren die Freien Wähler ihren markantesten und sicher auch streitbarsten Kopf. 2008 war er mit den Freien Wählern erstmals in den bayerischen Landtag eingezogen und wurde deren Fraktionschef. Zehn Jahre später, 2018, schmiedeten CSU und Freie Wähler eine Koalition. Aiwanger wurde Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident.
Erst bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr hatten die Freien Wähler unter Aiwangers Führung noch große Siege gefeiert und der CSU viele Landrats-Posten abgejagt. Im Gegensatz zu seinen politischen Erfolgen in Bayern blieb Aiwanger aber ein großes politisches Ziel verwehrt: der Einzug seiner Partei in den Bundestag.
Hubert Aiwanger wurde am 26. Januar 1971 im niederbayerischen Ergoldsbach geboren. Er stammte aus einer niederbayerischen Bauernfamilie und wuchs mit zwei Geschwistern in Rahstorf bei Rottenburg an der Laaber auf. Nach dem Abitur und dem Grundwehrdienst studierte Aiwanger von 1991 bis 1995 Landwirtschaft an der Fachhochschule Weihenstephan und schloss als Diplom-Agraringenieur ab.
Privat war Aiwanger mit der Regensburger Landrätin Tanja Schweiger liiert. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder.