
Der britische Schattenjustizminister Nick Timothy hat nun Zahlen zu einem seit Jahren diskutierten Thema vorgelegt. Daten des Justizministeriums zeigen, dass jeder fünfte muslimische Gefangene in England und Wales weiß ist. Das ist fast viermal so hoch wie der Anteil in der Gesamtbevölkerung. Die Zahl weißer muslimischer Häftlinge stieg von 2.767 im Jahr 2022 auf 3.218 im Juni 2025. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der muslimischen Gefangenen im gleichen Zeitraum von 14.037 auf 16.051. Sie stellen nun etwa 18 Prozent der Gefängnisinsassen in einem Land, in dem Muslime nur 6,5 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.
Timothy sagt, die Diskrepanz werfe „ernsthafte Fragen auf“. Experten warnen schon lange vor muslimischen Banden, die hinter Gittern Konversionen erzwingen. Er fordert die Labour-Regierung auf, der Sache gründlich nachzugehen. Die Antwort des Justizministeriums ist die übliche: Einschüchterung und religiöser Zwang werden nicht toleriert. Gut. Das erklärt die Zahlen aber immer noch nicht.
Natürlich ist nicht jede Konversion erzwungen. Manche konvertieren wegen der Struktur, des Essens oder einfach, um nicht allein gelassen zu werden. Manche weiße Muslime sind im Glauben aufgewachsen. Verständlich. Das erklärt aber noch lange nicht das Ausmaß des Wandels.
Jonathan Hall KC, der Anti-Terror- Gesetze prüft, fand heraus, dass Muslime Teile von Gefängnissen als selbsternannte „Emire“ leiten. Sie locken einsame oder gefährdete Häftlinge mit Essen, Ratschlägen, kleinen Geschenken – und manchmal auch mit der Androhung von Gewalt.
Er nannte Usman Khan, den Attentäter von der London Bridge, der jahrelang andere Gefangene dazu drängte, muslimische Namen anzunehmen und sich entsprechend zu kleiden. Colin Blooms Bericht griff die Formulierung „Konvertiere oder du wirst verletzt“ auf, und auf den Betten neuer Gefangener wurden Korane hinterlassen. Wer sich nicht als Muslim identifizierte, konnte den Schutz der Mehrheitsgruppe auf dem Flügel verlieren. Ian Acheson, der dies für eine frühere Regierung untersucht hatte, sagte, dass es teilweise einfach pragmatisch sei: Man konvertierte, weil Muslime dort das Sagen hatten.
Nun gibt es auch offizielle Zahlen. Laut Timothys Daten gibt es 140 muslimische Gefängnisseelsorger, verglichen mit 87 anglikanischen und 94 katholischen. Eine umfassendere parlamentarische Erhebung im Jahr 2025 ergab eine Gesamtzahl von 263 muslimischen Seelsorgern unter mehr als 1.200 Geistlichen. Die Zahl der angestellten muslimischen Seelsorger stieg von nahezu null Anfang der 2000er-Jahre auf weit über hundert später. Keine andere nichtchristliche Gruppe weist eine vergleichbare Zahl auf.
Die meisten Gefängnisseelsorger erledigen einfach ihre Arbeit – Besuche, Freitagsgebete, Unterricht, Betreuung gefährdeter Gefangener. Für einige gehört aber auch die Dawa (Einladung zum Islam) dazu. Eine muslimische Gefängnisseelsorgerin schrieb, sie „betreibe Dawa unter den Gefangenen“, verteile Bücher und helfe Häftlingen, darunter auch Engländerinnen, das Glaubensbekenntnis (Schahada) abzulegen. Sobald man sich als Muslim registriert hat, erhält man regelmäßige Besuche, islamischen Unterricht und nimmt am Freitagsgebet teil. Für viele dieser Männer ist das die erste richtige islamische Unterweisung überhaupt. Wenn die größte Gruppe auf dem Flügel bereits muslimisch ist, funktioniert dieses System wie ein Katalysator.
Das ist nichts Neues. Schon vor 15 Jahren wurden britische Gefängnisse als Trainingslager für Dschihadisten bezeichnet. 2010 erklärte das Royal United Services Institute, dass bis zu 800 muslimische Gefangene von bereits inhaftierten Hardlinern rekrutiert werden und nach ihrer Entlassung gefährlicher sein könnten. Das Justizministerium widersprach der genauen Zahl, bestritt aber nicht die Anwesenheit von Rekrutierern.
Eine BBC-Recherche im selben Jahr deckte radikale muslimische Banden in Gefängnissen wie Belmarsh, Long Lartin und Whitemoor auf – mit Zwangsbekehrungen, Druck auf Nicht-Muslime und der Kontrolle über den Drogen- und Telefonhandel. In Whitemoor herrschte sogar Angst vor alltäglichen Dingen wie dem Zubereiten von Speck. Richard Reid (der Schuhbomber) und Muktar Said Ibrahim (einer der Attentäter von London 2005) radikalisierten sich beide während ihrer Haftstrafen für andere Verbrechen. Lord Reid, ein ehemaliger Innenminister, bezeichnete Gefängnisse als „äußerst fruchtbaren Boden für die Rekrutierung“.
Auch danach folgten immer wieder Kritiken. Das Muster blieb unverändert. Personalmangel in den Gefängnissen, Überbelegung und die Angst des Personals vor Rassismusvorwürfen führten zu einer Politik der Beschwichtigung, die die Beamten selbst als solche bezeichneten. Terroristische Gefangene werden verteilt, anstatt isoliert zu werden, wie es in Frankreich und den Niederlanden üblich ist. Die Zahl der muslimischen Gefangenen hat sich seit Anfang der 2000er-Jahre fast verdreifacht. Ein größerer Gefängnisdienst konnte die Banden nicht verkleinern.
Die Amerikaner sollten dies nicht als rein britisches Problem abtun. Auch in US-Gefängnissen gibt es zahlreiche Konversionen zum Islam. Der Unterschied besteht darin, dass Großbritannien muslimischen Netzwerken, kriminellen Banden und Geistlichen bereits erlaubt hat, unter denselben Lizenzen zu operieren, die es nun nicht mehr kontrollieren kann.
Diese Geistlichen tun dann so, als ob die meisten Konversionen rein spiritueller Natur wären. Die neuen Zahlen beweisen nicht, dass jeder Konvertit bedroht wurde. Sie zeigen aber, dass der Staat immer noch nicht klar zwischen echtem Glauben, Schutzgelderpressung und verdeckter Missionierung unterscheiden kann.
Die alte Warnung vor dem „Trainingslager“ ist noch lange nicht überholt. So läuft es dort immer noch.