Im Harburger Binnenhafen eröffnete im Mai das Designhotel The Niu Quay. Gäste sollten dort übernachten, Restaurants in der Nachbarschaft mitbeleben und das neue Quartier mittragen. Seit dem 1. September ist davon nichts mehr zu sehen. Zimmer lassen sich nicht mehr buchen.
Die Stadt Hamburg nutzt das Haus als Unterkunft für Migranten. 340 Menschen sollen in das Gebäude einziehen. Die Angaben stammen aus einer Berichterstattung von Welt online, die sich auf die Hamburger Sozialbehörde stützt.
Vom Drei-Sterne-Hotel zur Migrantenunterkunft
Die Anmietung soll im Dezember 2026 enden und danach schrittweise zurückgefahren werden. Ein Sprecher der Behörde erklärte, das Niu Quay bleibe ein Interimsstandort und sei nicht als dauerhafte Lösung gedacht. Spätestens bis Juni 2027 solle die Belegung vorbei sein. Gleichzeitig liegt die Auslastung bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Hamburg bei rund 103 Prozent. Die rechnerische Kapazität ist überschritten.
Das städtische Sozialunternehmen Fördern und Wohnen hat das Hotel mit 146 Zimmern und 20 Apartments angemietet. Im Jahr 2025 kostete ein Platz in einer Hamburger Hotelunterbringung durchschnittlich 82 Euro pro Person und Tag, Catering inklusive. Die Konditionen für das Niu Quay bewegten sich nach Angaben der Behörde in diesem Rahmen.
Was ein Zimmer den Steuerzahler wirklich kostet
Ein reguläres Doppelzimmer im Hotel liegt laut NDR bei 124 Euro pro Nacht. Kommen zwei Personen ins Zimmer oder eine Frau mit zwei Kindern, sind es 246 Euro. Selbst nach Abzügen für das Catering bleibe für den Betreiber ein Gewinn, spekuliert der Harburger Investor Ingo Mönke. Die Novum Hospitality Group ließ eine Anfrage unbeantwortet. Die Sozialbehörde teilte mit, Fördern und Wohnen nutze bereits neun Hotels dieser Gruppe zur Unterbringung von Migranten.
Immobilienwerte gehen nach unten
Dem Investor Ingo Mönke gehören große Teile des Areals rund um das Hotel. Er hatte das Grundstück an die Novum Hospitality Group verkauft, damit dort ein Hotel entsteht. In der Umgebung siedelte er Restaurants und Büros an. Hotelgäste gingen bereits in die Fischhalle um die Ecke, der Betreiber hatte extra ein Früh-Café für Frühstücksgäste eröffnet. Hotel und Gastronomie griffen ineinander. Jetzt zerstöre einer dieses Konzept, und der Steuerzahler zahle das, sagt Mönke.
Der Staat versorgt großzügig, die Bürger zahlen die Rechnung
Während die Stadt ein frisch eröffnetes Haus in bester Lage für Menschen bereitstellt, die selbst nichts dazu beitragen müssen, wird für immer mehr Erwerbstätige genau dieses Hotel unerreichbar. Die Zahl derjenigen, die sich eine Nacht in einem solchen Haus überhaupt leisten können, schrumpft. Für eine wachsende Gruppe reicht das Einkommen gerade noch für Miete, Lebensmittel und die Nebenkosten für Strom und Heizung. Die Preise für den Alltag sind so weit gestiegen, dass wenig übrig bleibt.
Die einen werden voll versorgt. Die anderen tragen die Rechnung über Steuern und Abgaben. Diese beiden Lebenswelten entfernen sich weiter voneinander. Der soziale Frieden ist bereits schwer gestört. Die Politik hat das Gespür dafür verloren, wie solche Entscheidungen die Bürger aufwühlen und die Wut im Land weiter anfachen.
