Ausländer in Bayern bei Gewaltdelikten deutlich häufiger tatverdächtig als Deutsche

Medforth AI

In Bayern weisen ausländische Staatsangehörige bei der Gewaltkriminalität zum Teil eine deutlich höhere Tatverdächtigenbelastung auf als Deutsche. Das geht aus einer Antwort des Bayerischen Staatsministeriums des Innern auf eine schriftliche Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Martin Böhm hervor. Demnach liegt die Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) bei Deutschen bei 106, bei Ukrainern bei 555, bei Türken bei 445 und bei Rumänen bei 435. Die TVBZ gibt an, wie viele ansässige Tatverdächtige auf 100.000 Einwohner der jeweiligen Bevölkerungsgruppe kommen. Kinder unter acht Jahren bleiben bei der Berechnung unberücksichtigt.

Fast die Hälfte der Tatverdächtigen sind Ausländer

Insgesamt wurden im Jahr 2025 in Bayern 20.367 Tatverdächtige im Bereich der Gewaltkriminalität registriert. Davon waren 9.486 nichtdeutsche Staatsangehörige, was einem Anteil von 46,6 Prozent entspricht. 10.881 Tatverdächtige waren Deutsche. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zählt zur Gewaltkriminalität unter anderem Mord und Totschlag, besonders schwere Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung, Raub, gefährliche und schwere Körperverletzung sowie Körperverletzung mit Todesfolge. Ebenfalls erfasst werden Geiselnahmen und erpresserischer Menschenraub. „Da hilft keine Beschönigung und keine Verharmlosung, die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache“, erklärt Böhm dazu in einer Stellungnahme. Während die Tatverdächtigenbelastungszahl bei Deutschen gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert geblieben sei, liege sie bei Ukrainern, Türken und Rumänen weiterhin deutlich höher, so Böhm.

Keine TVBZ für Syrer und Afghanen ausgewiesen

Für einzelne Nationalitäten veröffentlicht das Innenministerium allerdings keine TVBZ. Die amtliche Berechnung setzt eine Bevölkerungsgruppe von mehr als 100.000 Personen voraus. Bei kleineren Gruppen müsste die Zahl auf 100.000 Einwohner hochgerechnet werden. Laut dem Ministerium wäre das problematisch, da der Zusammenhang zwischen Bevölkerungsgröße und Kriminalitätsbelastung nicht streng linear verlaufe und der statistische Fehler mit abnehmender Größe der Gruppe zunehme. Die Staatsregierung weist zudem darauf hin, dass ein unmittelbarer Vergleich zwischen Deutschen und einzelnen ausländischen Staatsangehörigen wegen unterschiedlicher Alters- und Geschlechterstrukturen nur eingeschränkt möglich sei. Somit gibt es für Syrer und Afghanen keine amtlich ausgewiesene TVBZ. Das Ministerium liefert dennoch die zugrunde liegenden Zahlen: Von den 75.216 in der Statistik berücksichtigten Syrern waren 1.284 Tatverdächtige im Bereich der Gewaltkriminalität. Bei den 51.452 erfassten Afghanen waren es 784 Tatverdächtige.

Belastung für Syrer und Afghanen hochgerechnet

Unterdessen überzeugt die Begründung des Ministeriums Böhm nicht: „Ich denke, die Furcht vor den unappetitlichen Resultaten hat hier eher eine Rolle gespielt.“ Auf Grundlage der absoluten Zahlen hat Böhm die Werte deshalb selbst auf 100.000 Einwohner hochgerechnet. Demnach ergibt sich für Afghanen eine rechnerische TVBZ von 1.524 und für Syrer eine von 1.707. Böhm zufolge liegt der Wert damit bei Afghanen fast 15-mal und bei Syrern fast 17-mal so hoch wie bei Deutschen. Im Vorjahr seien bei derselben Hochrechnung noch 1.326 für Afghanen und 1.389 für Syrer herausgekommen, erklärt der Abgeordnete. Gleichzeitig sank die für die Berechnung herangezogene Bevölkerungszahl laut Böhm bei Syrern von 93.360 auf 75.216 und bei Afghanen von 61.656 auf 51.452.

Deutliche Unterschiede bei schwerer Körperverletzung

Ein Blick auf einzelne Deliktgruppen zeigt ebenfalls große Unterschiede. So wurden bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung insgesamt 16.924 Tatverdächtige erfasst. 7.993 davon waren Nichtdeutsche. Die Statistik nennt für Deutsche 8.931 Tatverdächtige und eine TVBZ von 87, für Ukrainer 499, für Türken 378 und für Rumänen 345. Für Syrer wurden 1.114 Tatverdächtige registriert, für Ukrainer 716, für Afghanen 687, für Türken 678 und für Rumänen 544.

Beim Deliktsschlüssel „Mord und Totschlag“ weist die Statistik insgesamt 411 Tatverdächtige aus, darunter 177 Nichtdeutsche. Von den erfassten Tatverdächtigen waren 234 Deutsche. Unter den aufgeführten ausländischen Nationalitäten finden sich jeweils 23 Rumänen und Syrer sowie jeweils 15 Türken und Afghanen.

AfD fordert Abschiebung ausländischer Gewalttäter

Böhm sieht die Zahlen als Bestätigung für die migrationspolitischen Forderungen seiner Partei. Er vermutet hinter den gesunkenen Bevölkerungszahlen für Syrer und Afghanen gegenüber dem Vorjahr vor allem Einbürgerungen. „Die Zahlen zeigen klar und unmissverständlich: Gewaltkriminalität ist auch in Bayern in viel zu hohem Maße ein importiertes Phänomen“, so der Abgeordnete.

FREILICH Magazin

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *